Jürgen Habermas
Ein Philosoph und Gesellschaftstheoretiker mit weltbürgerlicher Vision

Am 14. März 2026 starb der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas im Alter von 96 Jahren. Thomas Assheuer schrieb in seinem Nachruf in der ZEIT: Der junge Habermas „schrieb unverschämt selbstbewusst, in einem kühlen sonoren Sound und mit seltener intellektueller Brillanz.“ Mit seinem Selbstbewusstsein hat der Gelehrte nicht nur in öffentlichen Debatten Stellung bezogen, sondern auch die Publikationen aus seinem Interessenbereich sondiert und bewertet. Was aber sein eigenes Anliegen war – beschreibt in bester Kenntnis der ‚Frankfurter Schule‘ und ihrer Ideengeschichte – Rolf Wiggershaus.


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Eine Reise zum Bauern Thomas Bernhard
Mein Hof ist meine Burg

Thomas Bernhard war nicht der erste Schriftsteller, der gerne im Bauernkostüm auftrat. Die Tracht rechtfertigte sich durch den Besitz eines Traktors und mehrerer Bauernhöfe. Diese soziale Selbstbehauptung, abgetrotzt seinem Verleger, erscheint wie ein stilisierter Gegenentwurf zum Leben derjenigen, die er nicht müde wurde zu schmähen. Ruthart Stäblein hat die Immobilien des Österreichers aufgesucht.


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Pariser Geschichten
Walter Benjamin und seine Pariser Hausgemeinschaft

Es mag schwer vorstellbar sein, berühmte Schriftsteller und Philosophen, die sich uns mit anspruchsvollen Werken auf sehr unterschiedlichen Sachgebieten bekannt gemacht haben, sozusagen nach Dienstschluss gemeinsam kartenspielend an einem Tisch zu finden – in Not und wachsender Gefahr. Wie Walter Benjamin, Arthur Koestler, Daphne Hardy, Hannah Arendt, Heinrich Blücher, Erich und Herta Cohn-Bendit, Fritz Fränkel in einem Haus des 15. Arrondissements zusammenfanden, erzählt in seinen Pariser Geschichten Rainer Erd.


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Rede zum Internationaler Frauentag 2026
Gleichstellung ist eine Daueraufgabe der Demokratie

Anlässlich des Internationalen Frauentages nahm Tina Zapf-Rodríguez die bröckelnde Gleichstellung in den Blick. In jüngster Zeit sieht die Frankfurter Dezernentin die Gefährdung bedenklich wachsen. So verzeichne hierzulande etwa die Meldestelle Antifeminismus einen „massiven Anstieg von Vorfällen“, stilisieren rechtsextreme Gruppen Gleichstellung zur Bedrohung. In vielen Ländern der Welt sei „Gender“ ein Kampfbegriff geworden und die Lage von Frauen und queeren Menschen katastrophal. Vor diesem Hintergrund stellte die Stadträtin klar: Gleichstellung „ist eine Daueraufgabe der Demokratie“.


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Die rechtlichen Kompetenzen staatlicher Kulturförderung
Der Kultur-Staat D

In einem Rechtsstaat werden die Bürger und Bürgerinnen vor der Willkür Einzelner und des Staates mit Gesetzen und deren exekutiver Durchsetzung geschützt. Wer Gesetze ignoriert oder gar eigene Gesetze geltend macht, verhält sich, gelinde gesagt, nicht korrekt. Matthias Buth hat sich schon des Öfteren zu den rechtlichen Kompetenzen und zum merkwürdigen Selbstverständnis der/des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) in TEXTOR geäußert. Nun hat er die wildwüchsigen Gepflogenheiten der deutschen Kulturpolitik zusammengefasst und auf ihre Legitimität hin befragt.


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Das subversive Potenzial naiver Frauenfiguren. Teil 4 und Fazit
Kimmy Schmidt: I have hope! 

Die als Kind entführte Kimmy holt sich in der Netflix-Serie Unbreakable Kimmy Schmidt ihr Leben zurück. Tina Fey und Robert Carlock erzählen in dieser Sitcom die Geschichte einer Frau, die trotz traumatischer Erfahrungen hartnäckig an das Gute im Menschen glaubt, an Solidarität appelliert und Optimismus zu ihrer Überlebensstrategie in einer brutalen Realität erklärt. Leonie Englert analysiert im letzten Teil ihrer Reihe über das subversive Potenzial naiver Frauenfiguren im Film, wie Kimmys Naivität im Sinne eines radikalen Optimismus das pessimistische Menschenbild des Neoliberalismus dekonstruiert und einen Möglichkeitsraum für solidarische Zukunftsentwürfe öffnet.


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Krise des linksliberalen Zionismus in der Diaspora
Zwischen Freud und Epstein

„Die jüdisch-liberale Existenz ist nicht dazu bestimmt, ein Gefühl moralischer Selbstgewissheit oder seelischer Ruhe zu vermitteln, sondern moralisches Unbehagen als existenzielle Haltung zu halten.“, schreibt der Psychiater und Psychoanalytiker Eran Rolnik in seinen Überlegungen zur Situation der links-zionistischen Juden innerhalb und außerhalb Israels. Damit stehen sie im Widerspruch zum Freund-Feind-Denken der Regierung, werden nicht mehr verstanden und haben zunehmend Probleme, sich selbst zu artikulieren.


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Stuttgart 21 und die Juden
Über guten Willen ohne Folgen

Wir können uns noch an die Demonstrationen gegen die Pershing-Raketen erinnern, an den Widerstand gegen die Startbahn West und viele andere Bürgerinitiativen und Proteste, die – wie die jährlichen Friedensaufrufe des Papstes – gar nichts bewirkt haben. Und wenn Thomas Rothschild waghalsig vom Widerstand gegen Stuttgart 21 zur Aufklärung über den Antisemitismus springt, dann deshalb, weil beide Anstrengungen vergeblich waren. Die Gründe dafür sind, wie er schreibt, durchaus unterschiedlich.


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Gedicht von Esther Kinsky
Sprachholz

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Ausstellung in der Galerie Anita Beckers in Frankfurt am Main
Igor Simic: Everything is Content

Die Ausstellung untersucht die Bedingungen zeitgenössischer Kultur in einem Zeitalter allgegenwärtiger digitaler Vernetzung. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich Medien zu einem rhizomatischen Netzwerk verdichtet haben, in dem Erzählungen ihre Differenzierung verlieren und zugleich sowohl banale als auch sakrale Bedeutung annehmen.


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Empfehlung: Podiumsdiskussion im Uni-Archiv Frankfurt
Rolf Dieter Brinkmann & Jürgen Ploog – Wider die Tyrannei der Wörter!

Im gerade erschienenen Schreibheft Nr. 106 stehen die beiden führenden Undergroundprotagonisten Rolf Dieter Brinkmann und Jürgen Ploog erstmals gleichberechtigt nebeneinander. Schreibheft-Herausgeber Norbert Wehr hat auch dieses Mal für jedes Dossier einen kompetenten Schreiber gefunden, der die vorgestellten Autoren einführt. Eine Podiumsdiskussion mit Frank Witzel, Johannes Ullmaier und Wolfgang Rüger findet am 27.03. im Uni-Archiv Frankfurt statt (Moderation: Sigrid Fahrer).


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