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Buchvorstellung mit Stella Leder und Eva Marburg, in den Münchner Kammerspielen

Antisemitismus in den Künsten


Buchcover

Der neue Sammelband „Antisemitismus in den Künsten“ führt in verschiedene Formen von Antisemitismus ein und fragt, wie diese sich in Geschichte und Gegenwart der Bildenden Künste, der Literatur, des Theaters und der Musik äußern. Auch aktuelle Debatten, die das Verständnis von Antisemitismus in der Kultur prägen, werden thematisiert.

Die Lüge in der Wahrheit suchen

Der Sammelband vereint Beiträge von Jakob Baier, Juliette Brungs, Ana Hoffner ex-Prvulovic, Eva Marburg, Maria Kanitz und Lukas Geck, Steffen Klävers, Doron Rabinovici, Nike Thurn, Tina Turnheim, Tom David Uhlig.

Im Kontext von „Revisiting Kammerspiele – Tagung zu Theater, deutsch-jüdische Geschichte und NS-Erbe“ in Kooperation mit der Theaterwissenschaft der LMU München, geben Herausgeberin Stella Leder und Autorin Eva Marburg vom Institut für Neue Soziale Plastik eine anschauliche Einführung in Antisemitismus in Kunst und Kultur.

Die Kasseler documenta-Debatten, der Umgang mit umstrittenen Meisterwerken oder aktuelle Boykottaufrufe im Pop- und Klassikbetrieb – wenn Kulturinstitutionen heute mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert werden, regieren meist akute Verunsicherung und Abwehr. Der Grund dafür ist ein Vakuum in der Praxis: Es gab bisher kein verlässliches Standardwerk, auf das sich Praktiker:innen im Kulturbetrieb bei diesen Fragen beziehen können. Das neue, von Stella Leder für das Institut für Neue Soziale Plastik herausgegebene Grundlagenwerk „Antisemitismus in den Künsten: Eine Einführung“ schließt nun die Lücke zwischen theoretischer Analyse und konkreter Kulturpraxis. Während politische Debatten um Klauseln und Definitionen an der alltäglichen Arbeit in Theatern, Museen und Redaktionen oft vorbeigehen, bietet dieser Band erstmals eine systematische, historisch-kritische Kartierung des Antisemitismus in allen Kunstgattungen.

Das Buch dient als unaufgeregtes, wissenschaftlich fundiertes Arbeitswerkzeug, das historische Kontinuitäten vom christlichen Antijudaismus bis zum israelbezogenen Antisemitismus nüchtern analysiert. Am 9. Oktober wird der im Hentrich & Hentrich Verlag erschienene Band im Rahmen einer Buchpremiere an den Münchner Kammerspielen der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Buch begreift die Künste – Literatur, bildende Kunst, Theater und Musik – als einen überzeitlichen „Wissensspeicher“, in dem antisemitische Narrative und Bilder über Jahrhunderte hinweg konserviert und transportiert werden. Künstler:innen erfinden diese Motive in der Regel nicht neu, sondern greifen oft unbewusst auf dieses historisch tief verankerte Repertoire zurück und passen es an die jeweiligen zeitgenössischen Kontexte an.

 

 

Münchner Kammerspiele

Hildegardstraße 1
80539 München 

9.10.2026 19:30 Uhr

Erstellungsdatum: 07.09.2026