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HTA-Ringvorlesung im Sommersemester 2026 Frankfurt am Main

Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt


Hessischen Theaterakademie

Angesichts der autoritären Positionen, die in der Politik stärker werden, aber auch in einer Situation von Kürzungen in Kunst wie Wissenschaft zeichnet sich eine Entwicklung ab, in der die Freiheit der Kunst auf dem Spiel steht. Die AfD stellt Anträge in den Stadt- und Landesparlamenten, die den Handlungsspielraum von Kulturinstitutionen begrenzen sollen.

 

Die Verantwortung für die finanzielle Sicherung der Kunst darf politisch nicht in den Hintergrund treten.  In dieser Situation ist es für Lehrende, Studierende und Künstler:innen im Umfeld der Hessischen Theaterakademie wichtig, sich das Recht der Kunstfreiheit immer wieder ins Bewusstsein zu rufen und zugleich die eigene Position auszuloten. Gemeinsam mit allen Interessierten gilt es zudem, darüber nachzudenken, welche Ressourcen der Staat dafür zur 

Verfügung stellen sollte und welche Verfasstheit Institutionen des Theaters und seiner Ausbildung benötigen, um gegenwärtig und künftig ausreichend Spielräume zu haben.  Wie sieht der Arbeitsalltag von Künstler:innen in der aktuellen politischen und finanziellen Situation aus? Welche Entfaltungsräume und Verlässlichkeiten werden durch die existierenden Theater- und Hochschulinstitutionen geboten, wo wirken sie einschränkend und starr? Welche Veränderungen sind notwendig, um die besonderen Freiräume von Kunst und Kultur zu bewahren? Und welchen Schutz bietet eigentlich das Grundgesetz?  Alle Interessierten sind herzlich willkommen zu drei Werkstattgesprächen mit Regisseur:innen, Intendant:innen und Hochschulleiter:innen an der HfMDK Frankfurt, dem Künstler*innenhaus Mousonturm sowie dem Haus am Dom.  HTA-Ringvorlesung im Sommersemester 2026 Leitung: Prof. Marion Tiedtke.

Termine, Orte und Gäst:innen: 

23. April, 18h
FREIHEIT UND VERANTWORTUNG. Werkstattgespräch mit Jette Steckel und Ulrich Rasche Moderation: Marion Tiedtke 
Kleiner Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Eschersheimer Landstr. 29-39, Frankfurt/M.  Jette Steckel zählt zu den renommiertesten Regisseurinnen des zeitgenössischen Theaters, die in diesem Jahr wieder auf dem Berliner Theatertreffen mit einer Inszenierung vertreten ist. In ihren letzten Produktionen Mephisto und Meister und Margarita hat sie die Rolle des Künstlers, der Künstlerin in der Gesellschaft reflektiert. Sie arbeitet u. a. am Thalia Theater Hamburg, Deutschen Theater Berlin und den Münchner Kammerspielen.   Ulrich Rasche ist durch seine starken Bühnenästhetik ein herausragender und zugleich umstrittener Regisseur, der an vielen großen Häusern arbeitet. Er verknüpft Raum, Musik und Bewegung mit einer intensiven Spracharbeit an den dramatischen Vorlagen und lässt gängige Darstellungs-und Rezeptionsmuster hinter sich. Sein konsequenter künstlerischer Ansatz führt den Theaterapparat oftmals an seine Grenzen. Er inszeniert in diesem Sommer FAUST für die Salzburger Festspiele.  Marion Tiedtke ist Professorin für Schauspiel und leitet den Studiengang an der HfMDK Frankfurt. Sie ist freie Dramaturgin und war zuvor u. a. am Burgtheater und an den Münchner Kammerspielen fest engagiert und zuletzt als Stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin am Schauspiel Frankfurt (2017 – 2020).  

21. Mai, 18h
FREIHEIT UND INSTITUTION. Werkstattgespräch mit Frieda Lange und Klaus Zehelein 
Moderation: Lorenz Aggermann 
Künstler*innenhaus Mousonturm, Waldschmidtstr. 4, Frankfurt/M.  Frieda Lange ist Theaterregisseurin und Autorin. In ihrer künstlerischen Arbeit richtet sie den Blick auf Stimmen und Perspektiven, die im Alltag oft überhört oder übersehen werden. Ihre Inszenierungen zeichnen sich durch ungewöhnliche Hauptfiguren, vielfältige Besetzungen und eine starke musikalische Dimension aus – Musik und Klang bilden häufig das Zentrum ihrer Arbeiten. In enger Zusammenarbeit mit Komponist:innen und Musiker:innen entstehen so Stückentwicklungen, Romanadaptionen und neue Arbeitsweisen, die den Produktionsapparat Oper neu prägen. Frieda Langes Theater versteht sich als eine Übung im Zuhören und begreift Empathie und Zärtlichkeit als politische Praxis.  Klaus Zehelein hat durch seine dramaturgische und institutionelle Arbeit das neue deutschsprachige Musiktheater entscheidend geprägt. Sein Wirken als Dramaturg und Intendant kann mit Blick auf die Erfindung und Ausgestaltung einer Oper für den modernen Menschen als modellhaft gelten. Fernab von Vorstellungen eines auf ‚Aktualisierung‘ zielenden Regietheaters gewinnen Zeheleins Ideen eines heutigen Musiktheaters durch die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Werke zukunftsträchtige Brisanz. Zu seinen vielen Arbeitsstationen zählen Theater- und Opernhäuser in Kiel und Oldenburg und sie inkludieren Zeiten des Aufbruchs in Frankfurt und Stuttgart ebenso wie seine Tätigkeit als Präsident der Bayerischen Theaterakademie und des Deutschen Bühnenvereins.  

"Lorenz Aggermann ist Kultur- und Theaterwissenschaftler, Autor und Dramaturg und lebt in Frankfurt am Main

"25. Juni, 18h"
"FREIHEIT UND RECHT. Werkstattgespräch mit Günter Frankenberg und Matthias Pees
Moderation: Marion Tiedtke
Haus am Dom, Domplatz 3, Frankfurt/M.
Günter Frankenberg ist Rechtswissenschaftler und hat intensiv zu Fragen der Verfassung geforscht. Er lehrte bis vor kurzem an der Goethe- Universität in Frankfurt am Main. In den letzten beiden Jahren hat er zusammen mit dem Soziologen Walter Heitmeyer außerdem über den Einfluss der AfD gearbeitet. Zuletzt erschien dazu sein Buch: Autoritäre Treiber eines Systemwechsels. Zur"
"Destabilisierung von Institutionen durch die AfD."

"Matthias Pees leitete viele Jahre das Produktionshaus Mousonturm in Frankfurt und ist seit 2022 Leiter der Berliner Festspiele und damit auch für das Berliner Theatertreffen verantwortlich. Als Festivalleiter und Intendant erlebt er unmittelbar die Debatten zu Kunst und Kulturpolitik in der Hauptstadt mit, die er nicht nur mit seinem dramaturgischen Scharfsinn zu beleuchten weiß. 

 

 

 

Hessischen Theaterakademie

23. April, 18h
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Eschersheimer Landstr. 29-39
Frankfurt/M. 

21. Mai, 18h
Künstler*innenhaus Mousonturm
Waldschmidtstr. 4
Frankfurt/M. 

25.06.26
Haus am Dom
Domplatz 3
Frankfurt/M.

Erstellungsdatum: 11.04.2026