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59. Römerberggespräche Frankfurt am Main

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch.
Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet – und sich dabei immer unverhohlener als Monarch oder Cäsar geriert. Inzwischen imitieren auch andere internationale Politiker dieses autokratische Erfolgsmodell.
Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen. Was bedeuten solche Selbstinszenierungen, worauf gründen sie, und warum stoßen sie teilweise sogar auf Anklang bei den Wählern? Was kann dieser rücksichtslosen Selbstherrlichkeit noch entgegengesetzt werden, oder ist die neue Realität jene alte, in der „die Starken tun, was sie wollen, und die Schwachen ertragen, was sie müssen“ (Thukydides)?

Moderation:
Hadija Haruna-Oelker, Politikwissenschaftlerin (*1980) lebt und arbeitet als Autorin, Redakteurin und Moderatorin in Frankfurt am Main. Hauptsächlich arbeitet sie für den Hessischen Rundfunk – unter anderem für die Sendung „Der Tag" (hr2 Kultur). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Jugend und Soziales, Migration und Rassismusforschung. Sie ist unter anderem Preisträgerin des ARD-Hörfunkpreises Kurt Magnus 2015. Mehr zu ihrer Person:
Cécile Schortmann ist in Düsseldorf aufgewachsen und hat Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie in München studiert. Während dessen hat sie als Requisiteurin, Statistin, Bühnenbild- und Regieassistentin am Bayerischen Staatsschauspiel gejobbt und erste journalistische Erfahrungen bei Radio, Fernsehen und Film (unter anderem bei Antenne Bayern, Deutsche Welle und ORB) gesammelt. Seit dem Abschluss ihres journalistischen Volontariats beim Hessischen Rundfunk moderiert sie im HR-Fernsehen das Kulturmagazin „Hauptsache Kultur" und seit 2008 in 3sat die „Kulturzeit", zudem Sondersendungen zu wichtigen Kulturereignissen wie der Berlinale, der „documenta" und den Buchmessen sowie Preisverleihungen und Podiumsdiskussionen.
Referentinnen und Referenten:
Samira Akbarian ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie studierte Politikwissenschaft, Soziologie und Rechtswissenschaft in Bonn und Köln und legte 2017 das Zweite Staatsexamen in Köln ab. 2022 promovierte sie mit der Arbeit „Ziviler Ungehorsam als Verfassungsinterpretation“. Ihr Essay „Recht brechen. Eine Theorie des zivilen Ungehorsams“ erschien 2024 bei C.H. Beck.
Martin Andree hat eine Professur für Medienwissenschaft an der Universität zu Köln inne. Er forscht seit mehr als 15 Jahren zur Dominanz der Digitalkonzerne. Führende deutsche Medien und Konferenzen im In- und Ausland greifen für Beiträge zu diesem Thema regelmäßig auf seine Expertise zurück. Im Jahr 2020 veröffentlichte er den hoch angesehenen Atlas der digitalen Welt. Er erhielt den Günter-Wallraff-Sonderpreis für Pressefreiheit und Menschenrechte für seinen Bestseller Big Tech muss weg (2023), der auch in englischer Sprache erschienen ist, sowie den Beatrice-Primus-Forschungspreis der Universität Köln (2025). Am 21. August 2025 erschien sein Buch zur aktuellen digitalpolitischen Situation: Krieg der Medien. Dark Tech und Populisten übernehmen die Macht. Sein Studium absolvierte er in Köln, Münster, Cambridge und Harvard; seine Habilitation erfolgte im Jahr 2018.
Ali Fathollah-Nejad, Dr. (PhD), ist ein deutsch-iranischer Politologe und Autor mit Schwerpunkt Naher/Mittlerer Osten, westliche Außenpolitik und post-unipolare Weltordnung. Zuletzt erschien von ihm Iran – Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät, das als Standardwerk zu Iran gilt. Er ist Gründer und Direktor des Center for Middle East and Global Order (CMEG), einer ehrenamtlich geführten Denkfabrik, die zu Transformationen und einer Interessen und Werte versöhnenden Außenpolitik forscht. Er lehrt zudem Nahost-Politik und internationale Sicherheit an der Hertie School in Berlin. Fathollah-Nejad promovierte in Entwicklungsstudien und Internationalen Beziehungen an der renommierten School of Oriental and African Studies (SOAS) in London und war Postdoktorand an der Harvard Kennedy School.
Vera King ist seit 2016 Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt sowie Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts; von 2002 bis 2016 war sie Professorin für Entwicklungs- und Sozialisationsforschung an der Universität Hamburg. Sie ist Mitglied des Forschungszentrums Normative Ordnungen, u.a. beteiligt am hessischen Forschungsverbund ‚Demokratie in Zeiten ihrer Regression‘ und leitet gemeinsam mit Ferdinand Sutterlüty das DFG-Projekt ‚Destruktivität im zeitgenössischen Autoritarismus‘. Jüngere Veröffentlichungen u.a.: Sozioanalyse. Zur Psychoanalyse des Sozialen mit Pierre Bourdieu (Psychosozial 2022), Hoffnung in der Krise? (Psyche-Doppelheft 2025, hrsg. mit Heinz Weiß), hrsg. mit Benigna Gerisch u. Hartmut Rosa erschienen 2021 bei Suhrkamp ‚Lost in Perfection. Zur Optimierung von Gesellschaft und Psyche‘ sowie 2026 bei Routledge „The Measured Life in the Digital Age – Optimisation by Numbers“. https://www.fb03.uni- 3 frankfurt.de/83975525/Prof Dr__Vera_King;
Felix Lange ist seit 2023 Professor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht sowie Direktor des Instituts für Völkerrecht und ausländisches öffentliches Recht an der Universität zu Köln. Zuvor wurde er an der Humboldt Universität zu Berlin promoviert und habilitiert. Derzeit verfolgt er das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „The Struggle for the Right to Wage War – The Pivotal 1930s“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Völkerrechts, des Wehrverfassungsrechts und der Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Natascha Strobl, geboren 1985 in Wien, ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Ihr Buch Radikalisierter Konservatismus war ein Bestseller und wurde 2021 mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch (Anerkennungspreis) ausgezeichnet. Johannes Völz ist Professor für Amerikanistik mit dem Schwerpunkt "Demokratie und Ästhetik" an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs "Ästhetik der Demokratie" und Ko-Sprecher des John McCloy Transatlantic Forum. Er schließt gerade eine Monographie zur Ästhetik des Populismus in den USA ab.
Schauspiel Frankfurt
Chagallsaal
18. April 2026
10:00 bis 17:00
Der Eintritt ist frei
Erstellungsdatum: 05.04.2026