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Ausstellung vom Umgang mit dem Nationalsozialismus in Deutschland seit 1945 Frankfurt/M

Die Nazis waren ja nicht einfach weg


Die Nazis waren ja nicht einfach weg. Museum für Kommunikation Frankfurt

Vor 80 Jahren, am Ende des Zweiten Weltkriegs, lag Europa in Trümmern. Das NS-Regime hatte Millionen von Menschen verfolgt und ermordet sowie große Teile des europäischen Kontinents verwüstet und ausgeraubt. Nach 1945 taten sich die Deutschen schwer mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit.

 

Die meisten verdrängten ihre Verantwortung und schwiegen über das Geschehene. Erst allmählich wandelte sich der Umgang mit der Zeit des Nationalsozialismus, in Ost- und Westdeutschland auf unterschiedliche Weise.

Erinnern an die NS-Zeit
Die Ausstellung des Schulmuseums der Universität Erlangen-Nürnberg thematisiert diesen Prozess und stellt die Frage, wie wir uns zukünftig an die NS-Geschichte erinnern wollen. Sie wurde zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland entwickelt und richtet sich insbesondere an junge Menschen. Die Ausstellung greift die Perspektive von Kindern und Jugendlichen verschiedener Epochen auf. Sie thematisiert die Situation der Überlebenden der Verfolgung sowie der vormaligen Täter und Mitläufer aber auch deren Nachkommen.
Die erste Station der Wanderausstellung war ab Juli 2025 das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin. Vom 30. Januar bis 26. Juli 2026 ist sie im Museum für Kommunikation Frankfurt zu sehen.
Das Begleitprogramm der Ausstellung stellt lokale Bezüge zum Thema Erinnerungskultur her. Am 25. Februar lädt das Museum zum Erzählcafé, in dem Frankfurter Initiativen (u.a. die Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main und Förderverein für die Errichtung einer Gedenk- und Bildungsstätte KZ Katzbach in den Adlerwerken) von ihrer Arbeit berichten. Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 10 können am 26. Februar mit Zeitzeug:innen aus dem Rhein-Main-Gebiet ins Gespräch kommen. Und ab April führt Historikerin Kathrin Rahlwes Interessierte an wichtige Orte der Frankfurter NS-Vergangenheit.

Highlights im Programm
Podiumsdiskussion: „Nach dem Erinnern? – Über die Zukunft der Erinnerungskultur“
Die Diskussion richtet den Blick auf Gegenwart und Zukunft der Erinnerungskultur: Wie verändert sich das Erinnern in einer vielfältigen, digitalen und politisch polarisierten Gesellschaft? Welche Rolle spielen politische Bildung, mediale Öffentlichkeit und postmigrantische Perspektiven? Und was bedeutet Verantwortung für Geschichte in einer Zeit, in der traditionelle Formen des Gedenkens zunehmend unter Druck geraten?
25. Februar | 15. April | 10. Juni 2026

Fortbildung für Lehrkräfte und Multiplikatoren: NS-Vergangenheit im schulischen Kontext
Im Zentrum der Fortbildung steht das Kennenlernen der Ausstellung sowie ihres partizipatorischen Vermittlungskonzepts, das neue Zugänge zur Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und ihrer Nachgeschichte eröffnet. Der Kurator der Ausstellung, Dr. Mathias Rösch, wird anwesend sein und Einblicke in die Konzeption, Zielsetzungen und didaktischen Überlegungen der Ausstellung geben. Darauf aufbauend entwickeln die Teilnehmenden in moderierten Kleingruppen zeitgemäße Vermittlungsansätze zur NS-Zeit für den (außer-)schulischen Kontext.
26. Februar 2026

Kinder 1945 – Zeitzeug:innen 2025
In ihrem Dokumentarfilm „Kinder 1945 – Zeitzeugen 2025“ portraitiert Rebekka Waitz sechs Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die auf ihre Kindheit im Ausnahmezustand während und nach dem zweiten Weltkrieg zurückblicken. Sie berichten über den Schulbesuch, das Spielen in den Trümmern und schildern alltägliche Probleme. Ausschnitte aus dem Film bilden die Grundlage für ein Gespräch zwischen Ausstellungskurator Dr. Mathias Rösch mit den beiden Zeitzeug:innen Bruni Freyeisen und Rolf Heinemann. Die teilnehmenden Schulklassen erhalten die Möglichkeit sich im persönlichen Gespräch aktiv mit den Lebensbedingungen junger Menschen in und nach der NS-Zeit auseinanderzusetzen.
25. Februar 2026

Erzählcafé mit Initiativen zur Erinnerungsarbeit
Im Anschluss an eine gemeinsame Führung geben lokale Initiativen Einblicke in ihre Arbeit gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur. Sie berichten von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolgen im Einsatz für Aufklärung und gesellschaftliche Verantwortung. Ausstellungskurator Mathias Rösch erzählt zudem von der Entstehung der Ausstellung und von der intensiven Zusammenarbeit mit Jugendlichen, deren Perspektiven und Fragen maßgeblich in die Konzeption eingeflossen sind.
Kooperationspartner und Förderung
Schulmuseum der Universität Erlangen-Nürnberg, Alfred Landecker Foundation, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Fritz Bauer Institut

 

 

 

Museum für Kommunikation Frankfurt

Schaumainkai 53 
60596 Frankfurt

30. Januar

bis 26. Juli 2026

Erstellungsdatum: 28.01.2026