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Die 17. Ausgabe von Frankfurt liest ein Buch 2026

Gott und die Welt. Aufzeichnungen aus der Wiesenau


Marie Luise Kaschnitz © Deutsches Literaturarchiv Marbach

„Gott und die Welt“ – nicht mehr und nicht weniger beschäftigt Marie Luise Kaschnitz in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts in ihren Aufzeichnungen, denen sie den Titel Tage, Tage, Jahre gibt. Die Stürme der Studentenrevolution und die sich formierende außerparlamentarische Opposition sind in den Gedanken der Dichterin bereits präsent. 


Ausgangspunkt ist eine drohende Kündigung ihrer Wohnung im Frankfurter Westend, eine damit verbundene existentielle Beunruhigung, in der sie die Stadt erlebt – und so von den Nöten ihrer Bewohner erzählt. Und in denen Themen aufleuchten, die uns heute noch und wieder beschäftigen: die Zukunft der Arbeit, die Bedrohung durch technische Entwicklungen, die Veränderungen in der Natur. Der Lebensmittelpunkt der Kaschnitz ist das sich verändernde Frankfurt, das sie fasziniert und geradezu fesselt. „Ich bin oft genug gefragt worden, warum ich diese hässliche Stadt nicht verlasse, um wie die meisten anderen Schriftsteller in ein hübsches Landhaus zu ziehen ...“ – auf diese Frage hatte sie keine Antwort, aber sie blieb. Und hinterließ uns ihre wunderbaren erhellenden Aufzeichnungen, die uns – im 125. Geburtsjahr der Dichterin – ein Frankfurt zeichnen, in dem man gerne zu Hause ist.

 

Frankfurt liest ein Buch

20. April,  3. Mai 2026

Programm

Erstellungsdatum: 07.04.2026