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Lesung Frankfurt am Main. Silke Scheuermann, Barbara Englert, Ilse Schneider-Lengyel

Silke Scheuermann, Barbara Englert und Ilse Schneider-Lengyel stehen im Zentrum dieser literarischen Begegnung. In einer Wechsel-Lesung bringt Barbara Englert das Werk der lange übersehenen Ilse Schneider-Lengyel neu zur Sprache. Als Mitbegründerin der Gruppe 47 war Schneider-Lengyel einst Teil des literarischen Aufbruchs – und blieb doch im Schatten ihrer männlichen Kollegen.
Im direkten Wechsel treten diese Texte in Resonanz mit der Gegenwart: Die vielfach ausgezeichnete Autorin Silke Scheuermann antwortet mit eigenen Gedichten und Prosatexten. So entsteht ein lebendiger Dialog über Zeiten hinweg – ein literarisches Echo, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein literarisches Gespräch über Sichtbarkeit, Erinnerung und weibliches Schreiben.
Die Schriftstellerin Silke Scheuermann lebt in Frankfurt am Main. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, darunter ein Stipendium der Villa Massimo sowie den Hölty-Preis für Lyrik. Zuletzt wurde sie mit dem Bertolt-Brecht-Preis 2016, dem Robert-Gernhardt-Preis 2016 und dem Georg-Christoph-Lichtenbergpreis 2017 ausgezeichnet. Sie veröffentlicht Lyrik und Prosa, darunter 2005 den Erzählungsband „Reiche Mädchen”, 2007 den Roman „Die Stunde zwischen Hund und Wolf”, 2010 das Kinderbuch „Emma James und die Zukunft der Schmetterlinge” sowie die Romane „Shanghai Performance” (2011), „Die Häuser der anderen” (2012) und „Wovon wir lebten” (2016). 2018 hatte sie die Frankfurter Poetikdozentur inne.

Ilse Schneider-Lengyel war eine Künstlerin zwischen Bauhaus, Surrealismus und Gruppe 47: Ilse Schneider-Lengyel (1903–1972) bewegte sich früh in den Kreisen der Moderne, lernte Fotografie, studierte Ethnologie und Kunstgeschichte und veröffentlichte 1934 einen innovativen Bildband im Geist des „Neuen Sehens“. Die Nationalsozialisten zerstörten diesen Weg: Ihre Ehe mit dem ungarisch-jüdischen Maler László Lengyel führte sie ins Exil nach Paris, wo sie sich abstrakter Kunst und dem Surrealismus zuwandte und verstärkt literarisch arbeitete. Es entstanden vielfältige Texte – von surrealistischer Lyrik über Nachdichtungen bis hin zu Drama und Roman. Trotz ihrer Nähe zur Gruppe 47, deren erstes Treffen in ihrem Haus stattfand, blieb ein Großteil ihres Werks unveröffentlicht.
Barbara Englert ist Regisseurin, Schauspielerin und Autorin. Sie arbeitet als freie Schauspielerin und Regisseurin. Sie realisiert spartenübergreifende Projekte. Beim Festival „Politik im Freien Theater“ 1996 wurde sie mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Für die Theaterproduktion „LENZ“ von Georg Büchner mit jugendlichen Streetart Künstler:innen erhielt sie 2014 den Berg-Berndt-Preis. 2017 erschien ihr Buch „DER GROSSE KRIEG UND DIE FRAUEN“. 2019 der Dokumentarfilm „EINGEBRANNT. Frauen auf Kreta 1941-1945“, 2022 hatte der Anima Doc Film „Der Weg von Hand und Fuß“ Premiere, er wurde beim Kinder und Jugendfilmfestival La Matatena, in México ausgezeichnet. 2026 erhielt ihre Theaterproduktion DIE ILIAS. JETZT ERZÄHLE ICH den Karfunkel-Sonderpreis.
Erstellungsdatum: 03.05.2026