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Literaturfest Textland 2026 „Hoffnung“ in Frankfurt am Main
Das Textland Literaturfest lädt zum neunten Mal Teilnehmende und Publikum zum Zuhören und Mitdenken ein. Von Freitag bis Samstag Abend (30.10. – 31.10.) ergründen namhafte Autor:innen in Lesungen, Gesprächen und Diskussionen, wie sich Hoffnung ohne Realitätsbeschönigung bewahren lässt und was Literatur in einer von Gewalt, Spaltung und Verunsicherung geprägten Zeit hierzu beitragen kann.
Der erste Tag des Textland Literaturfests steht im Zeichen von Hoffnung als Widerstand. Wie lässt sich Hoffnung bewahren, ohne die Realität zu beschönigen? Und welche mobilisierende Kraft können Literatur, Geschichten und Erinnerung in einer von Gewalt, Spaltung und Verunsicherung geprägten Gegenwart entfalten?
Den Auftakt macht der Schriftsteller und Publizist Doron Rabinovici mit „einem kleinen Versuch über die Hoffnung“. Im anschließenden Gespräch mit Joana Osman über ihr Buch Frieden. Eine reale Utopie geht es um die Kraft von Geschichten, die Spaltung überwinden und den Menschen hinter dem Feindbild sichtbar machen. Moderation: Leon Joskowitz
Anschließend präsentiert Max Czollek seinen Debütroman Zweifelssohn, in dem der Protagonist durch Deutschland reist und dabei immer wieder Spuren von Gewalt begegnet, denen er nicht entkommen kann. Czollek erzählt von einer Gegenwart, in der Hoffnung immer auch Widerstand bedeutet.
Der Live-Podcast „Trauer & Turnschuh“ von Hadija Haruna-Oelker und Max Czollek im Gespräch mit Alice Hasters beschließt den ersten Festivaltag. Gemeinsam sprechen sie über verdrängte Geschichte, unsere Gegenwart und die Frage, wie eine plurale Erinnerungskultur aussehen kann. Alice Hasters bringt dabei die Perspektive ihres Buches Anti Opfer ein.
Der zweite Tag des Textland Literaturfests widmet sich den unterschiedlichen Gesichtern der Hoffnung: als Widerstand gegen Schmerz und Ausgrenzung, als Kraft der Erinnerung, als Selbstermächtigung, aber auch als paradoxe und fragile Hoffnung angesichts von Krieg, Exil und gesellschaftlicher Ungleichheit.
Den Auftakt bildet das Gespräch „Radikale Hoffnung: Schmerz in Zukunft verwandeln“ mit Hadija Haruna-Oelker, Sharon Dodua Otoo, Sasha Marianna Salzmann und Insa Wilke, moderiert von Miryam Schellbach. Wer kann überhaupt unbeschwert hoffen und wessen Schmerz bleibt gesellschaftlich unsichtbar? Wie können gemeinsames Erzählen, Zuhören und solidarisches Handeln neue Formen des Zusammenlebens ermöglichen?
Um Erinnerung als Hoffnungsraum geht es anschließend bei Martin Piekar und seinem Prosadebüt Vom Fällen eines Stammbaums, das es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat. Zwischen Autobiografie und Fiktion erzählt er von einer Mutter-Sohn-Beziehung und einer Geschichte, in die sich viel von der Gewalt des 20. Jahrhunderts eingeschrieben hat. Moderation: Insa Wilke
Danach gehen Sharon Dodua Otoo und Alice Hasters in ihren Büchern So, in etwa, ist es geschehen und Anti Opfer dem umstrittenen Opfer-Begriff nach. Ihr Fazit: Nicht die Frage nach dem „echten“ Opfer sollte im Zentrum stehen, sondern das Bemühen darum, Vielfalt als Hoffnung und nicht als Bedrohung zu verstehen. Anmoderation: Miryam Schellbach
Mit Son Lewandowskis Roman Die Routinen richtet sich der Blick auf Hoffnung als Selbstermächtigung. Am Beispiel des Leistungsturnens erzählt Lewandowski von Drill, Schmerz und Demütigung, aber auch von der Suche nach einem selbstbestimmten Leben jenseits vorgegebener Erwartungen. Moderation: Aristotelis Agridopoulos
Hoffnung zwischen Herkunft und Zukunft steht im Mittelpunkt von Melara Mvogdobos Roman Großmütter. Zwei Frauen aus völlig unterschiedlichen gesellschaftlichen Verhältnissen – eine aus der Schweiz, eine aus Kamerun – erleben patriarchale Gewalt und finden schließlich die Kraft, sich dagegen aufzulehnen. Moderation: Shirin Sojitrawalla
Im Anschluss liest Sandra Gugić aus ihrem noch unveröffentlichten Roman Niemand weiß, dass wir hier sind. Im Zentrum steht eine Frau, die mit ihrer Familie von Berlin nach Tel Aviv-Yaffa zieht und sich auf eine Reise durch Israel und die palästinensischen Gebiete begibt. Begegnungen mit anderen Frauen führen zu Fragen nach Schuld, Verantwortung und den Grenzen unserer Menschlichkeit. Moderation: Insa Wilke
Mit Tomer Gardis Buch Liefern rücken die paradoxen Seiten der Hoffnung in den Fokus. Der Roman erzählt von Ausbeutung und Rassismus in der Welt der Essenskuriere, aber ebenso von deren Sehnsucht nach Familie, Liebe und Zugehörigkeit. Gardi gibt in diesem politischen Gegenwartsroman Menschen eine Stimme, die im Alltag meist unsichtbar bleiben. Moderation: Leon Joskowitz
Den Abschluss bildet Hamza Abu Howidys Buch Muscheln am Strand von Gaza – ein Abend über Hoffnung in der Einsamkeit des Exils. Der palästinensische Autor erzählt von Gaza, Flucht, Gewalt und seinem Weg zum Friedensaktivisten. Seine zentrale Erfahrung: Empathie mit den Opfern auf allen Seiten kann selbst zu einem Akt des Widerstands werden. Moderation: Miryam Schellbach, deutsche Lesung: Stephan Wolf-Schönburg, Dolmetscher (arabisch/deutsch): Tom Khaled Würdemann
An beiden Festival-Tagen laden die Pausen und der Ausklang des Tages zu angeregten Gesprächen und zum Austausch über das Gehörte beim Catering von Inge Hoffmann & Co ein. Am Büchertisch der Autorenbuchhandlung Marx & Co. finden sich nicht nur alle vorgestellten Bücher, sondern noch weit mehr Lesestoff zum Leitthema Hoffnung.
PROGRAMMHEFT ZUM DOWNLOAD:
Programmheft FRANKFURT

Das Textland Literaturfest ist ein jährlich stattfindendes Festival mit dem Ziel, Literatur als Raum für gesellschaftlichen Dialog und Reflexion zu stärken. Im Zentrum steht die Frage, wie wir in einer vielfältigen, sich wandelnden Gesellschaft miteinander leben wollen. Ein Projekt des Förderkreis Frankfurt e. V.
Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9
60311 Frankfurt am Main
Freitag, 30. Oktober 2026
18–21:30 Uhr
Samstag, 31. Oktober 2026
13-21 Uhr
TICKETS online
Frankfurt-Ticket-Hotline:
069 13 40 400
oder an der Tageskasse der Evangelischen Akademie Frankfurt
Erstellungsdatum: 30.09.2026