MENU
Gedenken zum Jahrestag des Brandanschlags auf die Familie Genç in Solingen. Frankfurt/M

Am 29. Mai 1993 wurde in Solingen die Familie Genç Opfer eines Brandanschlages von vier jungen Männern, die größtenteils zur rechten Skinhead-Szene gehörten. Zwei Frauen und drei Mädchen, darunter die 9-jährige Hülya, starben. Vierzehn weitere Familienmitglieder erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.
Der Solinger Anschlag war 1993 der Höhepunkt einer Welle rassistischer Anschläge auf Migrant:innen in Deutschland. Im Jahr 1998 wurde in Bockenheim mit dem Hülya-Platz zum ersten Mal ein Platz nach einem Opfer von Neonazis benannt.
33 Jahre nach dem Anschlag, am Freitag, den 29. Mai 2026 ab 17:00 Uhr erinnern wir an die Toten und Verletzten, die in diesem Land Opfer von rassistischen Angriffen, Beleidigungen, Erniedrigungen, Denunziationen geworden sind. Solingen war und ist kein Einzelfall!
Rechte Gewalt hat eine Kontinuität, weil sie immer wieder politisch, medial und gesellschaftlich legitimiert wird - durch Gesetze, durch Sprache, durch Wahlentscheidungen.
Wer politisch und medial hetzt, wer mit Demokratiefeind:innen Gesetze verabschiedet, wer die Schwächsten der Gesellschaft zur Zielscheibe erklärt, wer Arbeitnehmer:innen-rechte absägt und auch rechte Ideologien normalisiert, trägt die Verantwortung für diese Konsequenzen. Auch für die Gewalt. Auch für die Toten.
Unser Appell richtet sich an die gesamte Bevölkerung, die drohende Gefahr durch Rassismus zu erkennen, zusammen zu stehen und klare Kante gegen Rechts und Rassismus zu zeigen. Unser Zusammenleben gelingt nur gemeinsam und unabhängig von unserer Herkunft, Geschlecht und Religionszugehörigkeiten.
Dafür müssen wir all unsere Kraft bündeln! Überall. Jeden Tag.
Und erst recht jedes Jahr am 29. Mai auf dem Hülya-Platz in Frankfurt-Bockenheim
Redner:innen
Dr. Nargess Eskandari-Grünberg
Doğuş Albayrak, Tuğçe Albayrak e. V.
Familie Kurtović aus Hanau
Vertreter:in des Ortsbeirats 2
Jutta Shaikh, Omas gegen Rechts Frankfurt
Tobias Wunsch, IG Metall
Timmo Scherenberg, Hessischer Flüchtlingsrat
Sunena Akbar, Landesschüler*innenvertretung Hessen und Bündnis Bildung statt Abschiebung
Saadet Sönmez, Migrantinnenverein Frankfurt
Özgün Önal, DIDF
Zeliha Dikmen, Türkisches Volkshaus Frankfurt e. V.
Kulturbeiträge
Gedicht – Theatergruppe des Internationalen Jugendverbands
Chor – Migrantinnenverein Frankfurt
Trotz seiner geringen Größe steht der Hülya-Platz, der sich am Ende der Leipzigerstraße im Stadtteil Bockenheim befindet, für etwas Besonderes: Der im Herbst 1998 eingeweihte Platz ist der erste, der an die Opfer rechten, rassistischen und neonazistischen Terrors in Deutschland erinnert. Der Name des Platzes erinnert an die 9-jährige Hülya Genç und die weiteren vier Mordopfer aus ihrer Familie — Gürsün Ince, Hatice Genç, Gülüstan Öztürk, Saime Genç —, die dem rassistischen und neonazistischen Pogrom von Solingen vom 29. Mai 1993 zum Opfer gefallen sind.
Hülya Tag 2026 Bündnis & Unterstützende:
AgR Aufstehen gegen Rassismus RheinMain/Frankfurt | Bockenheim gegen Rechts | Bündnis Bildung statt Abschiebung | Café Exzess | Designkollektiv frankfurtwest | DGB Frankfurt-Rhein-Main | DIDF/DIDF Jugend, Frankfurt | Frankfurter Jugendring | Hessischer Flüchtlingsrat | Initiative Zukunft Bockenheim e. V. | Internationaler Jugendverband | Kommunale Ausländervertretung Frankfurt | Migrantinnenverein Frankfurt e. V. | Offenes Haus der Kulturen e. V. | Omas gegen Rechts Frankfurt | Ortsbeirat 2 | Punggyeong Weltkulturen e. V. | Saz-Rock e. V. | Seebrücke Frankfurt | Senior*innenarbeitskreis und Migrationsausschuss der IG Metall GS Frankfurt | Stadt Frankfurt am Main Dezernat II, Stabstelle Antidiskriminierung | Türkisches Volkshaus Frankfurt e. V. | Verband binationaler Familien und Partnerschaften, iaf e. V. | VVN/BdA Kreisvereinigung Frankfurt
Erstellungsdatum: 05.05.2026