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Ausstellung Museum Tinguely in Basel

Labouring Bodies


Berenice Abbott,IBM Laboratory ca. 1958 Copyright: © Getty Images

Labouring Bodies untersucht aus feministischer Perspektive die vielschichtigen Beziehungen zwischen Körper und Technologie. Sie beleuchtet, wie insbesondere weibliche Körper seit der Moderne durch Maschinen geprägt und kontrolliert wurden. Im Zentrum stehen arbeitende, sorgende und gebärende Körper, die bis heute unsichtbar bleiben und in der Geschichte systematisch ignoriert wurden.

 

Dabei greift der Ausstellungstitel mit der Doppeldeutigkeit von «labouring» als Lohnarbeit und Gebären die enge Verflechtung von Arbeit (Produktion) und biologischer Fortpflanzung (Reproduktion) auf. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, Kunst vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart aus einem neuen Blickwinkel zu entdecken und zentrale gesellschaftliche Fragen zu Körper, Arbeit und Fürsorge zu reflektieren. Welchen Einfluss hat die Mechanisierung auf unser Leben und unsere Arbeitswelt? Welche Formen von Arbeit werden entlohnt – und welche bleiben unsichtbar? Und wie gerecht ist die Verteilung jener Arbeit, die unsere Gesellschaft trägt?


Frida Orupabo, Baby in belly, 2020. Courtesy Collezione Sandra e Giancarlo Bonollo. © Frida Orupabo. Fotocredit: Courtesy of the artist, Stevenson Cape Town | Amsterdam, Foto: Mario Todeschini

 

Ausgehend von der engen Verbindung von Mensch und Maschine, wie sie das Industriezeitalter charakterisiert, richtet die Ausstellung den Blick bewusst weg von der dominanten Figur des männlichen Arbeiters hin zu jenen Körpern, die in Kunst und Theorie lange übersehen wurden. Ein prägnantes Beispiel bietet Alexandra Navratils Film The Night Side (2016): Statt der erwarteten Dynamik industrieller Produktion zeigt sich hier die behutsame, beinahe intime Berührung von Maschinenteilen durch die Hand einer ehemaligen Arbeiterin. Diese Geste verweist auf eine alternative Erzählung von Arbeit – eine, die nicht von Effizienz, sondern von Erfahrung, Erinnerung und Körperlichkeit geprägt ist.

Museum Tinguely

Paul Sacher-Anlage 1
4058 Basel

10. Juni 2026 – 8. November 2026

Erstellungsdatum: 15.06.2026