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Die Verleihung des Licher Literaturpreises an Jan Snela

Die Jury hat den Licher Literaturpreis 2026 dem Schriftsteller Jan Snela für sein 2025 im Verlag Klett-Cotta, Stuttgart, erschienenes Werk „Ja, Schnecke, ja“ mit folgender Begründung zuerkannt: Mit „Ja, Schnecke, ja“ ist Jan Snela ein außergewöhnliches Roman-Debüt gelungen, das sich bewusst gängigen Erzählmustern entzieht und traditionelle japanische Formen wie Haibun und Haiku neu gestaltet.
Die Schnecke, eine Art Gegenbild zur Beschleunigung des modernen Lebens, verweist auf den Wert des Kleinen und scheinbar Unbedeutenden. Die schräg und zugleich berührend erzählte Trennungs- und Liebesgeschichte zeigt auch die schwierige Balance neuer Geschlechterrollen. Mit feinem Humor bezieht Snela die Welt der Dinge in sein Erzählen ein und eröffnet so neue Perspektiven auf menschliche Beziehungen. Poetisch verspielt und mit überraschenden Wortschöpfungen wird hier die Sprache selbst zur eigentlichen Hauptfigur. „Ja, Schnecke, ja“ ist ein sprachkünstlerisch gestaltetes Werk, das poetische Kraft und erzählerische Innovation in besonderer Weise verbindet.
Jan Snela
Kurzbiografie
Jan Snela, 1980 geboren und aufgewachsen in München, lebt heute in Stuttgart. Er schreibt Gedichte, Essays, Hörstücke und Prosatexte, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, u. a. mit dem Preis für Prosa beim Open Mike und dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg für den Erzählungsband „Milchgesicht“. Als Co-Leiter des Literaturlabors am Literaturhaus Stuttgart arbeitet er an einem erweiterten Literaturbegriff, der den Abbau von Barrieren mit den experimentellen Verfahren einer Potenziellen Literatur verbindet. Sein Debütroman „Ja, Schnecke, ja“ stand auf der SWR-Bestenliste und wurde von der ZEIT in die Liste der „Hundert besten Bücher des Jahres 2025“ aufgenommen.
Publikationen
Milchgesicht. Ein Bestiarium der Liebe. Erzählungen. Klett-Cotta, Stuttgart 2016
Ja, Schnecke, ja. Roman. Klett-Cotta, Stuttgart 2025

Klappentext
Dass es Amanda an die japanische Frauenuniversität nach Nara zieht, um eine außergewöhnliche Schneckenart zu untersuchen, ist ihrem Freund Hannes suspekt. Die Elysia Marginata kann sich von ihrem Körper trennen, und auch Hannes fühlt sich, alleingelassen mit Amandas Mäusen Isidor und Isadora, wie ein abgeworfenes Schneckenglied. Flieht Amanda vielleicht gar vor ihrer gemeinsamen Zukunft? Lieber nicht zu viel darüber nachdenken. Stattdessen: Überlange Textnachrichten an Amanda, die Mäuse ignorieren, das Haus nicht verlassen. Die verfahrene Situation ändert sich erst, als Hajo in Hannes’ Leben tritt, dessen Zuneigung aber eigentlich dem Mäusepaar gilt ...
Mit funkelndem Humor und Liebe zur Form entlockt Jan Snela der Sprache – mal in fluffiger Haibun-Prosa, mal in betörenden Haiku-Miniaturen – die ihr innewohnende Fantasie und erkundet, welche bemerkenswerten Antworten auf die großen Fragen unserer Gegenwart sich hinter dem Geheimnis von Augenblick und Vergänglichkeit verbergen.
20. September 2026
um 11.30 Uhr
Kino Traumstern
Gießener Strasse 15
35423 Lich
Erstellungsdatum: 26.07.2026