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Maria Lassnig und Edvard Munch in der Hamburger Kunsthalle

Malfluss = Lebensfluss


Augenmensch, 1992 Öl auf Leinwand, 125 x 100 cm Ursula Hauser Collection, Switzerland © Maria Lassnig Stiftung / VG Bild-Kunst, Bonn 2026 Foto: Jon Etter

In einer großen Doppelschau führt die Hamburger Kunsthalle erstmalig Werke der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) und des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944) zusammen. Obwohl die beiden ein halbes Jahrhundert trennt, gibt es erstaunliche Parallelen, die Munchs Einfluss auf das Schaffen von Lassnig nachvollziehbar machen.

 

Auf zwei Geschossen in der Galerie der Gegen- wart werden Gemälde, Arbeiten auf Papier, eine Skulptur, Filme und Fotografien präsentiert. Zu den knapp 200 Exponaten der umfangreichen Schau zählen berühm- te Arbeiten wie Madonna (1893–1895) von Edvard Munch und weniger bekannte wie Traditionskette (1983) von Maria Lassnig, ein Schlüsselwerk der Schau.
Die Exponate bieten einen Einblick in die jeweilige Biografie ihrer Erschaffer*innen und zeichnen ein vielschichtiges Porträt ihrer Entstehungszeit. Beiden gemeinsam ist nicht nur ihr einzigartiger Umgang mit Farbe als Gestaltungs- und Ausdrucks- element, auch in ihrer lebendigen Pinselführung und in ihren freien Experimenten der Maltechnik finden sich verblüffende Parallelen. Zugleich sind es auch oftmals unbeachtete Empfindungen und ihre besonderen Wahrnehmungsweisen, die künstlerisch reflektiert zu neuen Bilderfindungen führen. Innere und äußere Wel- ten erzeugen auf diese Weise eine unmittelbare emotionale Spannung, der man sich kaum entziehen kann. Während bei Munch die großen Emotionen – Trauer, Verzweiflung, Angst, Zorn, Freude – im Mittelpunkt stehen, widmet sich Lassnig insbesondere körperlichen Empfindungen. Der Untertitel der Ausstellung Malfluss = Lebensfluss ist dem Titel eines Kunstwerks von Lassnig entnommen und drückt eine untrennbare Verflechtung von Kunst und Leben aus.


Vampir im Wald, 1916–1918 Öl auf Leinwand, 149 x 137 cm Munchmuseet, Oslo © Munchmuseet, Oslo

 

Die Ausstellung ist in 13 Kapitel plus Prolog und Epilog eingeteilt und bietet einen Rundgang, der sich von den frühen Selbstporträts über die Doppelporträts, Geschlechterbeziehungen und anderes immer weiter ausdehnt, bis er in die Dimension des Weltalls hineinführt. Exemplarische Themen wie Frauenbilder, die Beziehung von Mensch und Tier, Resonanzraum Natur, das Innere Sehen, Hände, Krankheit & Tod oder auch Lebenszyklus sind einzelne Stationen auf diesem cho- reografischen Gang durch die Ausstellung.
Die Ausstellung der Hamburger Kunsthalle entsteht in Kooperation mit dem Kunst- haus Zürich – beide Häuser besitzen zusammen den größten Munch-Bestand außerhalb Oslos – sowie in Zusammenarbeit mit der Maria Lassnig Stiftung in Wien und dem Munchmuseet in Oslo. Die aus diesen Institutionen erstmalig zusammengeführten Werke werden um Leihgaben weiterer internationaler Museen und Privatsammlungen ergänzt.

Hamburger Kunsthalle  

Glockengießerwall 5  
20095 Hamburg

27. März

bis 30. August 2026

Erstellungsdatum: 11.05.2026