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Einzelausstellung der Kölner Künstlerin Johanna Reich in der Galerie Anita Beckers Frankfurt/M

Queen of Never


Johanna Reich. Foto: Wolfgang Günzel

Unter dem Titel Queen of Never präsentiert die Galerie Anita Beckers die zweite Einzelausstellung der Kölner Künstlerin Johanna Reich (*1977 in Minden, Deutschland). Gezeigt werden aktuelle Arbeiten, darunter hybride Malereien der Serie The Colour of Maybe, Zeichnungen aus SHE-LAND und selbstfahrende Bots. 

 

Diese multimedialen Arbeiten stehen im Kontext von Reichs langjähriger künstlerisch-kritischer Auseinandersetzung mit Sprache, Schrift und künstlicher Intelligenz. Bereits seit 2018, und damit lange vor dem Boom generativer KI-Systeme, beschäftigt sich Reich mit Sprachmodellen. Damit zählt sie zu den frühen künstlerischen Positionen, die den Einsatz von KI-gestützter Sprachproduktion im Kontext der Gegenwartskunst erforschen. Ausgehend von ihrer Wahrnehmung als Synästhetikerin, bei der eine neuronale Mehrfachverknüpfung zwischen Buchstaben, Farben und Klang besteht, entwickelte sie in Kollaboration mit einer KI eine eigene, auf ihrer subjektiven Wahrnehmung basierende Sprache namens Hynitha. In der Ausstellung werden Gedichte in Hynitha unter anderem als bewegte LED-Schriftbänder über poetisch-abstrakte Farbmalereien geführt.


© Johanna Reich

 

Reich erweitert traditionelle Techniken wie Malerei und Zeichnung um sprachlich-algorithmische Ebenen und lässt ihre Bilder im übertragenen Sinne „sprechen“. Indem sie ihre Malereien als stimmliche Gegenüber inszeniert, wirft sie Fragen nach unserer Beziehung zu Kunst und künstlicher Intelligenz auf. In der Ausstellung Queen of Never geht es weniger um den Entwurf dystopischer Zukunftsszenarien. Im Zentrum stehen vielmehr die leisen Töne und vielschichtigen Fragen, die sich im Umgang mit KI für die gegenwärtige Kunstproduktion und unsere Gesellschaft eröffnen: Wie verändert sich unsere Wahrnehmung von Sprache, Text und Poesie, wenn Maschinen zu Sprachpartnern und Produzenten werden? Welche neuen Formen der Zuschreibung, Empathie oder Projektion entstehen im Verhältnis zu KI?


Johanna Reich. Foto Wolfgang Günzel

 

Artist Talk: Samstag, 10. Oktober 2026, 16 Uhr

Johanna Reich im Gespräch mit der Medien- und Kunstwissenschaftlerin Jun-Prof. Dr. Alisa Kronberger für „Critical Aesthetics in the Age of AI“ an der Universität Konstanz. | Johanna Reich in conversation with media and art scholar Jun-Prof. Dr. Alisa Kronberger for „Critical Aesthetics in the Age of AI“ at the University of Konstanz.

 

 

 

 

Galerie Anita Beckers

Braubachstr. 9
60311 Frankfurt am Main

05. September – 26. Oktober 2026

Artist Talk:
Samstag, 10. Oktober 2026
16 Uhr

Erstellungsdatum: 08.09.2026