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Auch im Alltag ist der Unterschied zwischen Glauben und Wissen oft nicht mit Sicherheit auszumachen. Geht es aber um Glaubensdinge im engeren Sinne, also um die Dogmen der monotheistischen Religionen, tritt im Konfliktfall der Glaube in Opposition zum Wissen, besonders wenn es um die Hegemonie über die Weltanschauung geht. Der 2011 gestorbene Philosoph Karl Heinz Haag hat solch radikalen Dualismus nicht akzeptiert und, wie Peter Kern ausführt, das Verfahren der Kritische Theorie für die Theologie vorgeschlagen.
Die Angst, sich mit Theologie zu blamieren, ist groß. Der verhandelte Gegenstand fiel ins Fach, aber das Schweigen der Zunft war unüberhörbar. Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen: dazu sollten Theologen etwas beitragen können. In der öffentlichen Debatte um das letzte große, mit diesem Untertitel versehene Werk von Jürgen Habermas kam von ihrer Seite nichts – außer vorbehaltlose Zustimmung. Darin mehr zu sehen als ein Kneifen vor der kontroversen Debatte, fällt schwer. Man beugt sich vor der Autorität des großen Namens und vergisst, wofür der Name steht. Habermas erhebt einen dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments unterliegenden Geltungsanspruch. Demnach steht zur Debatte, ob das nachmetaphysische Wissen dem religiösen Glauben den Rang wirklich abgelaufen hat. Wohlgemerkt, wenn es um Wahrheit, nicht um faktische Geltung geht. Aber welcher Theologe argumentiert noch mit Vernunftgründen und gar mit dem Begriff der Wahrheit?
Vor mehr als einem halben Jahrhundert erschien ein kleiner Text, Zur Dialektik von Glauben und Wissen betitelt, dessen Konklusion eine ganz andere war. Einem bloß subjektiven Glauben an eine göttliche Schöpfung fehle die rationale Begründung, welche ein objektiver Glaube in der Metaphysik jedoch finden könne. Die Abhandlung von 1971 war der Auftakt zu einem Werk, das Karl Heinz Haag dann in zwei schmalen Büchern lieferte. Dass er damit die Kritische Theorie fortführt, kann für abwegig nur halten, wer das Wort vom Bilderverbot in der Dialektik der Aufklärung, in Adornos Negative Dialektik und in den Späne genannten nachgelassenen Notizen Horkheimers für eine bloß metaphorische Redeweise ohne Bezug zur Theologie nimmt.
Was Haag den Genannten voraus hatte, war ein präzises Verständnis der Naturwissenschaften, von den beiden ziemlich umstandslos unter den Begriff der instrumentellen Vernunft subsumiert. Er schreibt eine Erkenntnistheorie der Naturwissenschaften, die auf eine metaphysische, gar eine theologische Implikation ihres Gegenstands verweist. Wie das? Hat das Wissen um Naturgesetze, haben die physikalischen Wissenschaften das Flussbett nicht ausgetrocknet, in dem sich der breite Strom religiöser Weltauffassung einmal wälzte? Dass die Naturwissenschaften „auf einen metaphysischen Rahmen aufgespannt sind“, wie Haag schreibt, ist das Resultat einer subtilen Reflexion, querstehend zur analytischen wie kommunikationstheoretischen Richtung der Gegenwartsphilosophie.
Ein Philosophem teilen beide, es liegt ihrer gemeinsamen Charakterisierung als nachmetaphysisches Denken zugrunde: Was über die äußere Natur zu wissen sei, falle ins Fach der physikalischen Wissenschaften. Eine erscheinende Natur als Gegenstand der Wissenschaften von einer ansichseienden als Gegenstand der Philosophie zu unterscheiden, solcher Kantianismus habe sich längst als überholt erwiesen. Ist dem nicht so? Und was soll das sein, ein unerkennbares Ansich, das sich dem Erkennen mit der Methode des Trial and Error im Rahmen des Experiments entzieht?
Haag misst den Szientismus an dem Anspruch, zeigen zu können, dass jeder Gegenstand der belebten wie unbelebten Natur aus Gesetzen und ihnen zugrundeliegenden materiellen Stoffen hervorgegangen sei. Nun sind viele Gesetze an der Genese eines anorganischen wie organischen Naturgegenstands beteiligt, chemische und physikalische, bei komplexen Gebilden zudem biologische und genetische. Damit ein Gebilde entsteht, braucht es unterschiedliche, zueinander passende stoffliche Elemente und es braucht die einander ergänzenden Gesetze. Auf dieser Einsicht basiert, so Haag, vom antiken Atomismus bis zu den modernen Theorien über die autodynamische Entstehung der Welt, jede materialistische Naturerklärung. Und diese Erklärung ist so richtig wie ungenügend, denn sie nimmt die kosmische Symmetrie für gegeben, statt sie zum Gegenstand philosophischer Reflexion zu machen. In keinem materialistischen System findet diese Symmetrie eine rationale Begründung; auch die Vertreter der Lehre von der Selbstorganisation des Universums liefern keine.
Naturwissenschaften erkennen Sektoren einer Materie, nicht, wie das Zusammenwirken von Stoffen und Gesetzen das organisierte Ganze verursacht hat. Philosophierenden Naturwissenschaftlern ist dies bewusst: „Jedes Naturgesetz umfasst einen isolierten Teil der Natur, nie ihre Fülle“, zitiert Haag den Physiker Friedrich Dessauer. Der verwirft als irrational, die an einem Naturprozess beteiligten Gesetze als von einem Metagesetz koordiniert auszugeben.
Was per Naturwissenschaft zu wissen ist, ist demnach nicht alles. Über ein formierendes, wesenhaftes Prinzip hinter der uns zugänglichen Sphäre der Welt nachzudenken, heißt das nicht, sich längst erledigter Theologie zuzuwenden? Und gibt es nicht wichtigere, aus der realen Welt stammende Themen, die Kohlendioxid emittierende Industrie beispielsweise und den Ausstieg aus ihr? Und war Kant, dessen teleologisches Prinzip hier thematisch ist, nicht abstinent, was Theologie und gar Religion angeht? Wer Haags Metaphysik in die Diskussion einbringen will, muss sich auf solchen Vorwurf gefasst machen.
Haag lässt von Kant viel mehr gelten als die von Hegel imponierten marxistischen Theoretiker. Adorno ist zu den Orthodoxen übrigens nicht zu zählen. Was in seiner Terminologie Vorrang des Objekts und Nichtidentisches heißt, schreibt sich von Kants Ding an sich her. Der Tropus bei Habermas ist nach Erkenntnis und Interesse ein ganz anderer. In seiner Kommunikationstheorie wiegt das Ding an sich so wenig, wie es bei Hegel wiegt. Um dies nebenbei zu bemerken.
Was Kant für nicht leistbar hält, das Fürwahrhalten Gottes mit Vernunft zu erweisen, traut Haag sich zu. Kants Gottesbegriff entstammt der praktischen Vernunft, ist dort bloß eine regulative Idee und findet als „Sittengesetz in uns“ seine stärkste Begründung. Kant hält es für so unverrückbar wie den „gestirnten Himmel über uns.“ Dass dem Sittengesetz, dem menschlichen Gewissen also, eine Genese eignet, die als Über Ich ihre Erklärung findet, hat Adorno gegen Kants Ontologisierung kritisch eingewandt. Haag, mit Adornos in der Negativen Dialektik formulierten Kritik natürlich vertraut, argumentiert mit der theoretischen, nicht mit der praktischen Vernunft. Was die moralischen Kategorien in ihrer Begründung aber nicht abschwächt, sondern die Begründung noch stärker macht.
Die Naturwissenschaften und die Philosophie seien „elend auseinandergebrochen“, heißt es in Adornos genanntem Hauptwerk, einen Bruch, den Haag nicht auf sich beruhen lässt. Er stellt sich der Diskussion mit naturwissenschaftlich argumentierenden Theoretikern. Er konfrontiert sie mit seinem Argument: Es braucht zur Erzeugung eines Naturgegenstands einander ergänzende Naturgesetze, ein Set, das zusammenzufügen die beteiligten Elemente selbst nicht mächtig sind. Doch, behauptet eine mit dem Begriff Emergenz argumentierende Schule und verweist auf sechs Elemente: Stickstoff, Phosphor, Sauerstoff Kohlenstoff, Wasserstoff und Schwefel; seien sie in der richtigen Menge vorhanden, wie vor knapp fünf Milliarden Jahren, entstünden Proteine und damit die Basis der sich unendlich teilenden und reproduzierenden Zellen. Diese Emergenztheorie gibt vor, die Weltgenese bis zu ihrem Anfang zurückzuverfolgen.
Nun sind Naturdinge durch vorangegangene determiniert nach dem Prinzip von Gesetzen. Ließe sich diese Reihe zurückverfolgen bis zu ihrem Beginn, wäre dieser das Unbedingte – von dem wir, als an unser Sinnvermögen gebundene Wesen, keine Erfahrung haben können. Als ursächliche erste Bausteine des Kosmos sind auch die aktuell gehypten Quarks ungeeignet, die derzeit letzten Elementarteilchen, nachdem die Atome, dann die Protonen und Neutronen diese Rolle ausgespielt haben. Haags Einwand gegen die Selbstorganisationstheorie der Natur liegt auf der Linie der Kantischen, das menschliche Erkenntnisvermögen strikt begrenzenden Vernunftkritik. Er hätte auch auf das Argument seines Freundes und Chemikers Peter Bulthaup verweisen können, der konstatiert, dass das Hervorgehen der organischen Natur aus den anorganischen Lebensbedingungen im autopoietischen chemischen Modell nicht unterzubringen sei.
Zweifelsfrei gibt es chemische Verbindungen und biologische Prozesse, die ihre Komponenten selbst herstellen; der Systembegriff rekurriert darauf. Aber kein seriöser Chemiker oder Biologe behauptet, diese Autopoiese gelänge dem System auch für seinen Anfang. Stoffwechsel, Zellteilung und Reproduktion sind die Merkmale organischen Lebens, nicht seine Initialzündung. Der kluge Autor eines Sammelbandes (Emergenz: Die Entstehung von Ordnung, Organisation und Bedeutung), dem dieses Argument entnommen ist, Ulrich Müller-Herold, schreibt: „So bleibt am Ende nur das Fazit, dass Selbstorganisation oder Selbstordnung oder auch Autopoiese in den exakten Naturwissenschaften gerade keine ‚Grundkonzepte‘ sind, und weiter die Vermutung, dass sie gerade deshalb über deren Grenze hinaus die Phantasie beflügeln, weil sie keinen hinreichend präzisierbaren Inhalt, wohl aber eine große intuitive Resonanzbreite besitzen; das heißt, weil sie eben gerade keine theoretischen Konzepte, sondern schillernde Begriffe sind, mit denen ein jeder nach Gutdünken verfährt.“
Ist Haags Fürwahrhalten Gottes mehr als eine beflügelte Phantasie, hat er mehr als schillernde Begriffe zu bieten? Führt von der Negation einer atheistischen Position wirklich ein Weg zur Begründung einer theistischen? Haag argumentiert ex negativo: Von der Widersprüchlichkeit einer das Zusammenspiel der Naturgesetze zum Zufall erklärenden materialistischen Lehre (vgl. https://faustkultur.de/gesellschaft-essay-reportage/der-zufall-gott/ )leitet er die Notwendigkeit einer „allmächtig denkenden Entität als Urgrund der Dinge“ her. Die Selbstkonstitution der Natur ist undenkbar; es braucht eine allmächtige Instanz, die die Naturgesetze auf ihre Zwecke hin organisiert. Wie aus dieser Instanz die Natur hervorgeht, ist menschlicher Vernunft unzugänglich. Eine Metaphysik als deduktives System, als Theologie, ist unmöglich. Aber eine negative Metaphysik ist geradezu gefordert, damit unser Weltverständnis rational bleibt.
Man kann reflexhaft jedes metaphysische Prinzip als Agnostiker ablehnen, qualifiziert sich nach Haag dann aber als ein gegen Vernunftgründe immuner Dogmatiker. Aber dogmatisch bis reaktionär sind doch die anderen, oder? Wen es „stracks in den Atheistenhimmel“ (Adorno, Minima Moralia) zieht, wer zeitgemäß denkt, den werden vielleicht folgende launische Verse erfreuen:
Drum hab‘ ich aller Religion entsagt,
Keine mir jetzt mehr behagt,
Geh weder zu Kirch noch Predigt,
Bin alles Glaubens rein erledigt.
Des Naturphilosophen Schellings Lehrgedicht Epikureisch Glaubensbekenntnis Hans Widerporstens feiert eine Weltsicht, die heute Mainstream ist. Widerborstig dagegen ist eine negative Metaphysik, wie Haag sie geschrieben hat. Wir müssen ein göttliches Prinzip notwendig denken, sonst bleibt unbegreiflich, wie die für die Naturgebilde nötigen Stoffe und Gesetze übereinstimmen können.
Eine Entität denken müssen, die wir gleichwohl nicht erkennen können? Was für ein Umstand, würden pragmatische Leute sagen. Und so sieht dies auch die Diskurstheorie. Was man wissen könne, sei das Phänomenale, während ein ontologisches Wesen hinter den erscheinenden Dingen gar nicht zu denken sei; menschliche Erkenntnis sei erfahrungsabhängig, also könne etwas außerhalb der Erfahrung gar nicht gedacht werden. So Karl Otto Apel und Jürgen Habermas. Das verweist auf Nietzsche, der die Unterscheidung zwischen Wesen und Erscheinung einzieht und über die in der ‚Hinterwelt‘ lebenden Hinterwäldler spottet. Adorno findet solchen Nihilismus so unwahr wie entrüstend: Zu bestreiten, dass „ein Wesen sei, heißt sich auf die Seite des Scheins, der totalen Ideologie schlagen“, schreibt er in der Negativen Dialektik. Und an gleichem Ort: „Nirgendwo anders vielleicht ist so greifbar, wie unverdrossen Aufklärung den Dunkelmännern zustatten kommt.“
Negative Metaphysik: Was der Natur wesenhaft zugrunde liegt, ist in den Begriffen der Empirie nicht auszusagen. Das Wesen ist kein Ding, und es ist auch nicht Nichts. Es geht im Begründeten nicht auf, dessen Prius es ist. Es differenziert sich zum Vielen, aber wie sich das empirisch Zerstreute zur unterschiedslosen göttlichen Einheit verhält, ist unbekannt. Gott gehört zum Wesen der Weltdinge in einer für uns unergründbaren Weise. Unsere Begriffe für ihn sind inadäquat. Die Welt aus ihm zu deduzieren ist unmöglich, aber ihn als Weltursache zu begreifen, ist denknotwendig.
Haag bahnt einen Weg von reflektierender Naturerkenntnis zu rationaler Gotteserkenntnis. Die klassische Frontstellung Glauben versus Wissen lässt er hinter sich. Auch reklamiert er keine dem Denken entzogene Sondersphäre. Er arbeitet einer Theologie zu, die nicht wissenschaftsabgewandt wäre und vor kritischem Denken bestehen könnte. Die zeitgenössische Theologie dankt es ihm nicht; er ist ihr weitgehend unbekannt. Dabei fände sie bei ihm, was der Kirchenlehre fehlt, und was Kant „vernünftige Glaubwürdigkeit“ nennt. An ihr, so Haag, hängt, was „die Menschen zu einem sinnvollen Dasein brauchen, das Bewußtsein von der Existenz einer absoluten Wahrheit.“
Kritische Theorie negiert den die Welt für ontologisch leer ausgebenden Nihilismus. Eine wesenlose Natur ist eine bloß funktionale. Sie aufs physikalisch Erfassbare zu reduzieren, ist die Logik der Herrschaft. Solcher Nihilismus, den gesunden Menschenverstand und die avancierten philosophischen Schulen umgreifend, ist ein Stützpfeiler der blinden Naturbeherrschung, wie sie das rastlose, von Akkumulationsprinzip getriebene ökonomische System charakterisiert, mit seinem Zwang, den von abstrakter Arbeit gelieferten Mehrwert ewig zu steigern. Er rechtfertigt die Welt, in der „das Kapital und seine Selbstverwertung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck der Produktion erscheint“, wie es in Das Kapital (Band III) heißt. Zweckdienlich zu sein, sich dem System als Produzenten und Konsumenten einzugliedern, ihre Subjektivität auf Funktionalität zu reduzieren, wie Haag formuliert, zwingt die Individuen schon ihre Lebensnot. Da sie sich und ihre Umwelt nicht als substantiell begreifen, nehmen sie die Verletzung ihrer Würde und die Verwüstung ihrer Städte und Landschaften mit einer Nachsicht hin, an der sie es fehlen lassen würden, wäre ihre Selbstdeutung eine metaphysische. Verstünden die Individuen ihre Welt als wesenhaft, erschiene ihnen der Drang, noch den Meeresboden der Arktis auf der Suche nach Seltenen Erden zu durchwühlen, als so abwegig, wie ihnen heutzutage der Gedanke vorkommt, man könne die Natur auch einmal in Ruhe lassen.
Kants Begriff der Menschheit als „Zweck an sich selbst“ wird bei Haag zum Bild einer Gesellschaft, die in ihren Mitgliedern keine Ausführungsorgane der ewig gefräßigen Ökonomie sähe und in den konkreten Naturgebilden keine Futtermittel für wachsenden Profit. Kein innerlicher, gesinnungsethischer Begriff also, sondern ein handlungsleitender. Was folgt aber aus Haags negativer Metaphysik, und folgt überhaupt etwas daraus? In eine Renaissance christlich religiösen Bewusstseins setzt Haag keine Hoffnung. Einem Brief an einen japanischen Philosophen, (der sein Werk übertragen wollte, was Haag ablehnte, aus Sorge um die Güte der Übersetzung) ist das folgende Zitat entnommen:
„Objektive Theologie, auf deren Rettung einzig es ankäme, ist nicht als christliche Offenbarungstheologie mehr möglich…Zu ihrer Rettung braucht es vielmehr eines Äußersten: nicht mehr und nicht weniger als der vorgängigen Läuterung der Metaphysik durch ihre kritische Selbstbeschränkung…Für die Theologie hat das zur Konsequenz: auch sie muß – um ihrer Objektivität willen – sich beschränken auf negative Aussagen über den transzendenten Ursprung der Natur: auf Kritik an der Immanenz jeder positivistischen oder materialistischen Welterklärung. Das ‚Bild‘ des Göttlichen läßt, mit Horkheimer und Adorno zu reden, sich nur retten ‚in der treuen Durchführung seines Verbots.‘“
Kritische Theorie ist kein akademisches Geschäft; sie begründet, was ihr so schlicht wie anspruchsvoll „Opposition gegen das Bestehende“ heißt. Metaphysik hält sie nicht für verzichtbar, im Unterschied zur sich nachmetaphysisch verstehenden Diskursethik. Es gibt, so Adorno, auch „fehlgeleitete Opposition gegen das Bestehende.“
In der Philosophie geht es übrigens nicht zu wie in der Autoindustrie, wo das neuere Modell das alte mit Mehrausstattung aussticht.
Erstellungsdatum: 13.06.2026