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Aileen Schneider und Barbara Englert in der Denkbar in Frankfurt am Main

Unerhörte Frauenstimmen


Aileen Schneider. Foto: Tamara Theisen. Barbara Englert. Foto: Alexander Paul Englert

Unerhörte Frauenstimmen: Gruppe 47 trifft Gegenwartskünstlerinnen. Mit ihrer poetisch-lyrischen Spoken Word Performance „Ich habe keine Schwester - wir sind alle Schwestern“ trifft Aileen Schneider auf die satirische und überspitzte Erzählung der Schriftstellerin Gisela Elsner gelesen von Barbara Englert

In ihrer Spoken Word Performance beschäftigt sich die preisgekrönte Opernregisseurin, Librettistin und Poetry Slam Hessenmeisterin Aileen Schneider mit der Frage, wie Solidarität zwischen Frauen sich im Alltag zeigt und welche Fallhöhen, Gräben und Lücken aus der Prägung des Patriarchats zwischen uns entstanden sind. Dabei spielen Themen wie Konkurrenzdenken, Scham, weibliches Selbstbild und feministische Selbstbestimmung eine Rolle und bilden gemeinsam mit ausgewählten Poetry Slam-Texten der Künstlerin ein Kaleidoskop aus den ungehörten, starken Stimmen junger Frauen . 

„Die Auferstehung der Gisela Elsner“ sie beschreibt auf satirische und überspitzte Weise die Beerdigung der Schriftstellerin Gisela Elsner. Ihre Beisetzung wird zu einer grotesken und kommerziellen Show. Die Erzählung ist eine schwarze Groteske mit Kassandra-Effekt. Denn der 1992 freiwillig aus dem Leben gegangenen Autorin wurde weder ein Elsner-Denkmal errichtet, wie es im Text heißt, noch wurden beim Begräbnis „Elsner-Plaketten“ und „Luftballons mit der Signatur der Toten“ verteilt. Als sie starb, war es um die große Stilistin und unbequeme Intellektuelle längst still geworden und ihr Werk aus dem Buchhandel verschwunden. 

Aileen Schneider ist eine preisgekrönte, studierte Opernregisseurin, (Bühnen) Autorin und Spoken Word Poetin. Sie absolvierte von 2012-2016 ein Studium der Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Im Zuge dessen inszenierte sie 2015 „The Sound of a Voice“ von Philip Glass in der Opera Stabile der Staatsoper Hamburg, bevor sie 2016 erfolgreich mit einer Neuinszenierung von Viktor Ullmanns „Der Kaiser von Atlantis“ ihr Studium abschloss. Von 2017-2020 war sie als Regieassistentin am Staatstheater Augsburg festangestellt. Dort realisierte sie auch u.a. die Kinderoper „Die große Wörterfabrik“ sowie 2021 „In der Strafkolonie“ von Philip Glass. 2020-2025 arbeitete sie in der gleicher Position an der Oper Frankfurt.

2025 inszenierte sie dort mit großem Erfolg „Melusine“ von Aribert Reimann, wofür sie mit dem renommierten Götz-Friedrich-Preis für Regie ausgezeichnet wurde. Sie kehrte im selben Jahr außerdem mit einer Neuinszenierung von "Carmen" zurück ans Staatstheater Augsburg.

Weitere Inszenierungen entstanden für das Pfalztheater Kaiserslautern und das Landestheater Detmold. Für letzteres schrieb sie außerdem bereits zwei Libretti, welche von Linus Mahler („ICH/ICH/ICH“ 2023) und Patrick Schäfer („VIEL ZU FEEL“ 2025) vertont wurden.

Aileen Schneider hat seit 2024 einen Lehrauftrag für Szenisches Spiel an der Hochschule für Musik Würzburg inne. 2021-2024 war sie in gleicher Position Lehrbeauftragte an der Musikhochschule Mainz.

Barbara Englert ist Regisseurin, Schauspielerin und Autorin. Sie studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, spielte an den Stadt- und Staatstheatern Freiburg, Essen und Stuttgart. 1993 kehrte sie in ihre Geburtsstadt Frankfurt am Main zurück und arbeitet als freie Schauspielerin und Regisseurin. Sie realisiert spartenübergreifende Projekte mit Bildenden- und Video-Künstler:innen, Tänzer:innen und Musiker:innen. Beim Festival „Politik im Freien Theater“ 1996 wurde sie mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Für die Theaterproduktion „LENZ“ von Georg Büchner mit jugendlichen Streetart Künstler:innen erhielt sie 2014 den Berg-Berndt-Preis. 2017 erschien ihr Buch „DER GROSSE KRIEG UND DIE FRAUEN“. 2019 der Dokumentarfilm „EINGEBRANNT. Frauen auf Kreta 1941-1945“, 2022 hatte der Anima Doc Film „Der Weg von Hand und Fuß“ Premiere, er wurde beim Kinder und Jugendfilmfestival La Matatena, in México ausgezeichnet. 2026 erhielt ihre Theaterproduktion DIE ILIAS. JETZT ERZÄHLE ICH den Karfunkel-Sonderpreis.

 

 

DENKBAR e.V.
Spohrstr. 46a
60318 Frankfurt am Main

Mittwoch, 14. Oktober
19:00 Uhr

Erstellungsdatum: 08.10.2026