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Messewoche in Basel

Man könnte natürlich die ganze Messewoche in Basel bleiben – sofern man im Umkreis der Stadt eine finanziell tragbare Schlafstätte findet. Wenn man gut zu Fuß und belastbar ist, ist das riesige Angebot auch in wenigen Tagen zu schaffen, meint Isa Bickmann, die ein paar Tipps für einen Besuch der Messen und Kunsteinrichtungen rund um die Art Basel zusammengestellt hat.
Im Mittelpunkt steht die Hauptmesse, die Art Basel, die in diesem Jahr mit 290 teilnehmenden Galerien inkl. 21 Neuzugängen enorme Vielfalt verspricht. Ein Werk der im Iran geborenen und in Berlin lebenden Künstlerin Nairy Baghramian wird auf dem Messeplatz die Besucher*innen begrüßen. Großformatig geht es auch im Nachbargebäude der Hauptmesse zu: Für die weiträumige Halle, in der die Art Unlimited als Teil der Hauptmesse 59 voluminösen Skulpturen, Gemälden, Installationen und Videos Platz bietet, sollte man sich Zeit nehmen. Sie wird erstmals von Ruba Katrib, Chefkuratorin am MoMA PS1 in New York, kuratiert. Künstler Trevor Paglen betreut gemeinsam mit dem Digitalkunstkenner Eli Scheinman die Sektion Zero 10 in der Event Hall am Messecenter: Galerien warten hier mit Arbeiten von DEAFBEEF, John Gerrard, Andreas Gursky, Aziza Kadyri, Avery Singer and Hito Steyerl auf.
Nicht weit ist es zur Liste Basel, die 106 aufstrebenden Galerien aus 36 Ländern Hoffnung macht, sich zu etablieren. Sie gilt immer noch als Entdeckermesse. Gespannt sein darf man, ob die etwas unübersichtliche Präsentation des vergangenen Jahres verbessert wurde. Eine für alle kostenlos zugängliche Plattform wird von der Liste zw. Foyer, Mezzanin und Ausstellungshalle eingerichtet für Performances, Gespräche, Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen und Workshops sowie kollaborativen Präsentationen von Künstler:innen, Kollektiven und Projekträumen.
Die Liste ist nicht die einzige Nebenmesse: Die Photo Basel im Volkshaus Basel ist spezialisiert auf Fotografie und deren erweiterte Formen. Talks mit Loredana Nemes, Susa Templin, Sama Alshaibi und Roger Ballen und eine Schau zur weiblichen Fotografen ist angekündigt. In Laufnähe zur Hauptmesse findet sich auch die Volta Basel, die seit nunmehr 21 Jahren ein Programm für das mittlere Sammler*innenbudget bietet. Die kleinere Africa Basel, in 14 Minuten per Straßenbahn von der Hauptmesse zu erreichen, setzt den Schwerpunkt auf afrikanisch-diasporische Positionen mit einem zusätzlichen Gesprächsprogramm.

Im Stadtgebiet, z.B. entlang der Clarastraße, finden sich die Stationen des Projekts Parcours Art Basel mit 22 ortsspezifischen Installationen, Skulpturen, Performances und Interventionen. Kuratorin Stefanie Hessler, Direktorin des Swiss Institute in New York, will unter dem Motto „Conviviality“ – der „Freude und den Herausforderungen des Zusammenlebens“ „Werke im Dialog mit dem urbanen Umfeld“ erlebbar machen. Eine weitere Kommission der Art Basel geht an den ghanaischen Künstler Ibrahim Mahama, der für seine Gebäudeverhüllungen spätestens seit der documenta 14 bekannt ist. Sie ist auf dem Münsterplatz zu erleben. Ein immersives Erlebnis bietet sich am Samstag, den 20. Juni 2026 von 11-17 Uhr im Rahmen der Art Basel die Halle 1.1 mit Warehouse Artefacts vom Daft Punk-Gründer Thomas Bangalter, dem Künstler Julian Charrière sowie DJ und Producer Rampa, in der eine dekonstruierte Tanzfläche inszeniert ist und die Elemente der politischen Geschichte und der Underground-Kultur miteinander zu verbinden sucht.
Der beliebte Social Club Basel will für seine fünfte Ausgabe in den roten Bürokomplex am Erdbeergraben 1 in der Nähe des Bahnhofs Basel SBB ziehen. Dieser „Raum für kritische Reflexion“ wird auch ein Nachtprogramm bieten. Geöffnet ist ab dem 15.6. bis 20.6 von 16 bis 3 Uhr nachts.
Ein Muss sind natürlich auch die Museen der Stadt. Das Kunstmuseum Basel wartet mit über fünfzig Werken der US-amerikanischen Abstrakten Expressionistin Helen Frankenthaler auf (18.4.–23.8.2026). Im Neubau des Kunstmuseums widmet sich eine Ausstellung Darstellungen des Queeren unter dem Titel „The First Homosexuals. Die Entstehung neuer Identitäten 1869–1939“ (7.3.–2.8.2026). Und weiter unten am Rhein im Bau für Gegenwartskunst geht es um die chinesische Multimedia-Künstlerin Cao Fei, die mit ihren utopischen virtuellen Werken gesellschaftliche Umbrüche thematisiert (30.5.–11.10.2026).
In der Kunsthalle Basel stellen die US-amerikanische Malerin Janina Ellis (1.5.–9.8.2026) und die in China geborene und derzeit in Berlin lebende Shuang Li (12.6.– 13.9.2026) aus. Monira Al Quadiri, deren hochaktuelle Werkreihen zum Produktsystem Erdöl gerade in der Berlinischen Galerie zu Berlin zu sehen sind, zeigt im Kunsthaus Baselland eine bildliche Intervention.
Die Fondation Beyeler in Riehen präsentiert eine Einzelschau des Franzosen Pierre Huyghe (24.5.–13.9.2026), und das Museum Tinguely, das immer einen Besuch wert ist, lockt mit „Labouring Bodies“, einer Ausstellung, in der 36 historische und zeitgenössische künstlerische Positionen die Mechanisierung des weiblichen Körpers im Kontext feministischer Reflexion sichtbar machen (10.6.– 8.11.2026).
Art Basel
Publikumstage: Freitag–Sonntag, 19.–21.6.2026, 11–19 Uhr
Tagesticket CHF 70
Liste Art Fair Basel
Messe Basel, Halle 1.1
Maulbeerstrasse/Riehenring 113
CH–4058 Basel
Eröffnung: Mo, 15.6.2026: 18–20 Uhr (freier Eintritt)
Di–Sa, 16.–20.6.: 12–20 Uhr, So, 21.6. 11 Uhr–16 Uhr
(Eintritt CHF 25, zus. m. Art Basel CHF 90)
Photo Basel
Volkshaus Basel
Rebgasse 12, CH-4058 Basel
16.–21.6 2026
Di–Sa: 12 –20 Uhr
Sonntag, 21.6., 12–18 Uhr
VOLTA Basel 2026
Hall 4.U, Congress Center, Basel
17.6.–21.6.2026
AFRICA BASEL
17.6.–21.06.2026
Klybeck 610, Gärtnerstrasse 2, 4057 Basel
Erstellungsdatum: 11.06.2026