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Wim Wenders in der Alte Oper Frankfurt

Im Frühling 2026 wird die Alte Oper Frankfurt zum Ort einer besonderen Hommage an einen der bedeutendsten Filmemacher unserer Zeit: Wim Wenders. Anlässlich seines 80. Geburtstags widmet das Haus ihm ein dreitägiges Festival, das die enge Verbindung von Musik und Film in seinem Schaffen in den Mittelpunkt rückt.
„Musik und Film gehören für mich zusammen, denn Musik heißt auch, mit den Ohren zu sehen“, sagt Wim Wenders. „Ich kann mir keinen Film von mir vorstellen, in dem die Musik nicht eine tragende Rolle spielt.“ Um genau diese tragende Rolle der Musik in seinem filmischen Schaffen geht es, wenn die Alte Oper Frankfurt dem vielfach ausgezeichneten Regisseur im März 2026 anlässlich seines 80. Geburtstags ein dreitägiges Festival ausrichtet. Das Programm mit Filmvorführungen, Livemusik und Gesprächen wurde gemeinsam mit Wim Wenders entwickelt und lässt ihn dabei auch persönlich an allen drei Abenden zu Wort kommen.
Unter dem Titel Driven by Music entfaltet sich ein Programm aus Filmvorführungen, Live-Musik und Gesprächen, das Wenders’ cineastische Welt als akustische ebenso wie visuelle Erfahrung sichtbar macht. Zu erleben sind unter anderem seine filmische Hommage an die Gebrüder Skladanowsky, die Geschichte der frühen Filmtechnik, sowie der vielfach preisgekrönte Musikfilm Buena Vista Social Club, begleitet von einem Konzert mit der Sarahbanda – einem Ensemble, das die traditionelle kubanische Musik in die Gegenwart führt.

Im Rahmen des Festivals spricht Wenders in einer eigenen Lecture-Performance über die Rolle der Musik in seinem Werk, seine persönliche Beziehung zu Klanglandschaften und die Geschichten hinter den Soundtracks, die seine Filme prägen. Ergänzt wird das Programm durch Gespräche mit Weggefährt*innen wie dem Musiker Wolfgang Niedecken, die Einblicke in langjährige künstlerische Beziehungen geben. Abgerundet wird der dreitägige Zyklus durch die Projektion von The Soul of a Man, einer filmischen Würdigung des Blues, gefolgt von einer Live-Blues-Session und damit einem direkten klanglichen Erlebnis nach der Leinwand.
Parallel zum Festival eröffnet am 11. März im Deutschen Filminstitut & Filmmuseum (DFF) eine Sonderausstellung, die Wenders’ umfangreiches Schaffen würdigt und die filmische wie musikalische Biografie des Regisseurs in Ausstellungsform erlebbar macht. Driven by Music verbindet damit filmische Reflexion, musikalische Präsenz und persönliche Begegnung zu einem facettenreichen Porträt eines Künstlers, für den Musik stets mehr war als Begleitklang – sie ist ein zentrales erzählerisches und emotionales Element seines visuellen Universums.

MI 11 MÄRZ 2026 19:00 Großer Saal
Wim Wenders: Driven by Music
DRIVEN BY MUSIC
Lecture-Performance von und mit Wim Wenders
Ob aus dem Autoradio, der Jukebox oder der guten alten Kassette: Die Musik – gerne auch die eigene Lieblingsmusik – spielt mit in den Filmen von Wim Wenders. Sie lässt in Innenwelten blicken, sie ist Motor und Impulsgeber, sie strukturiert und gibt den Rhythmus vor. Um diese engen Verbindungen zwischen bewegtem Bild und Musik geht es in einer eigens für das Festival konzipierten Lecture-Performance, mit der Wim Wenders das ihm gewidmete Festival eröffnen wird. Wim Wenders spricht über den Einfluss von Musik auf sein filmisches Schaffen, aber auch über seine persönliche Leidenschaft für Musik, die Liebe zu Vinyl, die eigene Musiksammlung, die vielen engen Freundschaften, die er mit Musiker*innen pflegt, und den Soundtrack seines Lebens.
MI 11 MÄRZ 2026 20:30 Großer Saal
Wim Wenders: Driven by Music / Film und Musik
DIE GEBRÜDER SKLADANOWSKY
(D 1995, R.: Wim Wenders mit Student*innen der HFF München, 80 Min.)
1895, wenige Wochen, bevor die Lumière-Brüder in Frankreich ihren Cinématografen auf den Markt brachten, führten die Gebrüder Skladanowsky bereits auf dem von ihnen entwickelten Bioscop in Berlin ihre ersten Filme vor. 100 Jahre später erinnerten Wim Wenders und Absolvent*innen der Hochschule für Fernsehen und Film München an diese Geburtsstunde des Kinos und schufen mit „Die Gebrüder Skladanowsky“ eine Hommage an die beiden Pioniere der Filmgeschichte. Der Film beginnt 1895 und endet in der Gegenwart, 1996, mit Max Skladanowskys Tochter Lucie, die ihren Vater und die frühen Tage des Kinos noch gut in Erinnerung hat. Er wurde hauptsächlich auf einer alten Handkurbel-Kamera aus den 1920er Jahren gedreht, als Film in bester Slapstick-Manier.
Laurent Petitgand, der die Musik für zehn Filme von Wenders geschrieben hat, begleitet den in 4K restaurierten Film live mit E-Piano, Saxofon, Mundharmonika und Gitarre.
Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln

DO 12 MÄRZ 2026 19:00 Großer Saal
Wim Wenders: Driven by Music
BUENA VISTA SOCIAL CLUB
Film und Konzert mit The Sarahbanda
PROGRAMM
FILM:
Buena Vista Social Club (D/USA 1998/99, R.: Wim Wenders, 105 Min.)
KONZERT:
The Sarahbanda: Sarah Willis (Horn), Yuniet Lombida (Saxophon), Harold Madrigal Frias (Trompete), Amelia Febles (Violine), Carlos García (Kontrabass), Edgar Olivero (Klavier), Alejandro Aguiar (Percussion), Adel González (Percussion)
Begleitprogramm
Davor, 18:00, Großer Saal
Wim Wenders im Gespräch mit Eva-Maria Magel
Eintritt frei, Einlass mit Ticket für das Abendkonzert
Am Anfang seines bekanntesten Musikfilms steht die Geschichte einer engen Freundschaft: 1998 begleitete Wim Wenders seinen langjährigen Freund Ry Cooder, der schon die Musik zu „Paris, Texas“ und „Am Ende der Gewalt“ komponiert hatte, mit einem kleinen Filmteam nach Havanna. Cooder wollte dort in einem Studio Aufnahmen für ein Solo-Album von Ibrahim Ferrer einspielen. Wenders tauchte tief ein in die Welt der kubanischen Musik. Über mehrere Monate hinweg beobachtete und begleitete er die Musiker, zuerst zuhause in Havanna, dann Wochen später, im April 1998, nach Amsterdam zu dem ersten öffentlichen Auftritt dieser Band, die außer im Studio vorher nie zusammen gespielt hatte. Es folgten Auftritte in aller Welt, im Juli 1998 etwa das triumphale Konzert in der New Yorker Carnegie Hall, und auch in der Alten Oper sorgten die Musiker im Mai 2001 für Begeisterung.
Im Anschluss an die Vorführung des vielfach prämierten Films spielt das Ensemble Sarahbanda, das Sarah Willis aus jungen kubanischen Musiker*innen des Lyceum de la Habana gegründet hat. Sie tragen das Erbe der alten Held*innen der traditionellen kubanischen Musik in die Zukunft.
Sprache: Englisch/Spanisch mit deutschen Untertiteln

FR 13 MÄRZ 2026 18:00 Großer Saal
Wim Wenders: Driven by Music
WIM WENDERS IM GESPRÄCH MIT WOLFGANG NIEDECKEN
BESETZUNG
WIM WENDERS
WOLFGANG NIEDECKEN
EVA-MARIA MAGEL
Moderation
Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an jene, die den sich anschließenden Film besuchen.
Wim Wenders und Wolfgang Niedecken sind einander seit fast vier Jahrzehnten eng verbunden: Beide stammen aus dem Rheinland, beide haben einen engen Bezug zur Musik, beide arbeiten auch als Maler. Für Wolfgang Niedecken war Wenders’ Film „Alice in den Städten“ ebenso prägend wie für Wim Wenders die Musik von BAP. Und nicht zuletzt hat ein gemeinsames Filmprojekt den Regisseur und den Sänger einander noch näher gebracht: 2001 drehte Wim Wenders eine große Dokumentation über die Geschichte der Kölschrockband BAP und ihren Gründer. Diese Gemeinsamkeiten, aber auch die unterschiedlichen Blickwinkel auf die künstlerische Arbeit sind Thema des Gesprächs zwischen dem Filmemacher und dem Sänger.
Sprache: Deutsch
FR 13 MÄRZ 2026 19:00 Großer Saal
Wim Wenders: Driven by Music
THE SOUL OF A MAN
D/USA 2002, R: Wim Wenders, 103 min
AB 16,00 €
€ 31,00 | 26,00 | 21,00 | 16,00 | 11,00
Begleitprogramm
Davor, 18:00, Großer Saal
Wim Wenders im Gespräch mit Wolfgang Niedecken
Eintritt frei, Zutritt mit Ticket für die Filmvorführung
Danach, ca. 21:00, Albert Mangelsdorff Foyer (begrenzte Platzkapazität)
Blues-Session mit dem Daniel Stelter Trio
Daniel Stelter (Gitarre) mit Tommy Baldu (Schlagzeug) und Marc-Inti Männel (Bass) feat. Ibadet Ramadani (Gesang)
Eine poetische Hommage an eine Musik, die sein Leben geprägt hat: Mit dem Film „The Soul of a Man“ leistete Wim Wenders 2002 seinen ganz persönlichen Beitrag zu einem von Martin Scorsese produzierten Großprojekt – einer Sammlung von sieben Filmen, in denen das Wesen des Blues ergründet wird. Wenders fokussierte sich auf die Lebensgeschichte dreier seiner Blues-Helden, Skip James, J. B. Lenoir und Blind Willie Johnson, und ließ deren Songs von Musiker*innen seiner Zeit wie Lou Reed, Nick Cave oder Cassandra Wilson neu interpretieren. „Diese Songs haben für mich die Welt bedeutet“, sagt Wenders. „Ich spürte, dort steckte mehr Wahrheit drin als in jedem Buch oder jedem Film, die man über Amerika lesen oder sehen konnte. Was mich so stark berührte an diesen Liedern und diesen drei einzigartigen Stimmen des Blues, habe ich versucht, wie eine Geschichte zu erzählen, nicht so sehr auf ‚dokumentarische’ Art.“
Im Anschluss an die Filmvorführung auf der Großleinwand ist das Publikum ins Albert Mangelsdorff Foyer zum Chillout mit Live-Blues-Musik eingeladen.
Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Alte Oper Frankfurt
Opernplatz
D 60313 Frankfurt
11. bis 13. März 2026
Erstellungsdatum: 02.03.2026