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Buchpremiere mit Peter Graf, Stéphane Bittoun und Miryam Schellbach

Zugvögel


Buchcover Ausschnitt

1933 flüchtete der Schriftsteller Iwan Heilbut (1898–1972) vor den Nationalsozialisten nach Paris. 1940 gelang ihm zusammen mit seiner Frau Charlotte und dem erst wenige Monate alten Sohn Francis die erneute Flucht aus dem besetzten Teil Frankreichs in die USA. Basierend auf den persönlichen Erfahrungen in den Jahren der Flucht und des Exils schrieb Heilbut nach der Ankunft in New York einen neuen Roman.

 

Er zeichnet darin ein erschütterndes Bild von der klaustrophobischen Enge in der französischen Metropole, die einst Rettung versprach, aber über Nacht zur Hölle wird für diejenigen, die vor den Nazis geflohen sind. Es ist aber auch die Geschichte einer unerschütterlichen Hoffnung auf eine Zukunft jenseits des Terrors.
1943 erschien dieser Roman unter dem Titel „Birds of Passage“ in einer englischsprachigen Ausgabe in den USA. Das deutschsprachige Typoskript blieb unveröffentlicht. Es wird als Teil des Schriftstellernachlasses im Deutschen Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek aufbewahrt. Nun erscheint Iwan Heilbuts „Zugvögel“ im Claassen Verlag/ULLSTEIN Buchverlage erstmals in Deutschland. Zur Buchpremiere in der Deutschen Nationalbibliothek spricht Herausgeber Peter Graf über Heilbuts Roman und den langen Weg zur deutschsprachigen Erstausgabe. Der Autor, Regisseur und Schauspieler Stéphane Bittoun liest ausgewählte Passagen aus dem Buch. Es moderiert Miryam Schellbach (Claasen Verlag).

Peter Graf ist seit über 25 Jahren als Lektor und Verleger tätig und leitet den Verlag „Das Kulturelle Gedächtnis“. Ein Schwerpunkt seiner publizistischen Arbeit ist die Suche nach vergessenen Texten, um sie heutigen Leser*innen neu zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wiederveröffentlichung deutschsprachiger Exil-Literatur und die Herausgabe von Romanen, Erzählungen und Tagebüchern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit Juli 2025 arbeitet Peter Graf außerdem für das Tucholsky-Literaturmuseum in Rheinsberg.

Stéphane Bittoun, Sohn eines französischen Juden aus Algerien, arbeitet als Autor und Regisseur an der Schnittstelle zwischen Theater und Film. Er schrieb und inszenierte u.a. am Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt, auf Kampnagel Hamburg sowie an diversen Staats- und Stadttheatern. Für seine medienübergreifenden Film-Theater-Abende wurde er für den George-Tabori-Preis nominiert. Außerdem hat sich Bittoun als Sprecher für Dokumentationen von ARTE bis 3Sat Kulturzeit sowie für Filmsynchronisation und selbst entwickelte szenische Lesungen einen Namen gemacht.

Miryam Schellbach ist Programmleiterin des Claassen Verlags. Ihre Literaturkritiken erschienen in der FAZ, der SZ und der Zeit. Sie war Jurorin des Leipziger Buchpreises, des Wortmeldungen Literaturpreises sowie des Edit Essaypreises.  

 

 

 

 

 

Deutsche Nationalbibliothek

Deutsches Exilarchiv 1933–1945

Adickesallee 1
60322 Frankfurt am Main

Montag, dem 27. Juli 2026
19 Uhr

Erstellungsdatum: 27.06.2026