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Kaussen, Wolfgang

Wolfgang Kaussen, 1953 in Düren geboren, 1972-1980 Studium der Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Bonn, Wissenschaftlicher Assistent, Promotion mit einer Arbeit über Gottfried Benn, seit 1980 Lektor im Suhrkamp Verlag. Drei Gedichtbücher („Quadriga. Brandenburgische Sonette“, „Kunstkammer“ und „Autochrome“), außerdem Essays sowie Übertragungen englischer Lyrik: George Herbert, William Shakespeare, Gerard Manley Hopkins, Ted Hughes (letzteres zusammen mit Jutta Kaussen).

Wolfgang Kaussen. Foto: Alexander Paul Englert

Alle Beiträge

Betrachtungen zu György Konráds „Das Buch Kalligaro“

Die Bewegung der Feder

Verliert sich ein Roman in Reflexionen, nennt man ihn bestenfalls avantgardistisch; beschränkt er sich auf Aktivitäten in räumlicher und zeitlicher Kontinuität, entrollt er sich zum Roadreport. Die Kunst des Romanciers besteht also darin, aus der gelebten Gegenwart die Wirkkräfte der Vergangenheit wahrzunehmen, Politik und Alltag in Beziehung zu setzen sowie das Private und seine Bedingungen zu beleuchten, wie das György Konrád in seinem Buch „Das Buch Kalligaro“ getan hat. Wolfgang Kaussen hat sich eingehend damit befasst.

Zu Erinnerungen des Autors Alexander Kluge an die eigene Kindheit

Der Zuhörer unter dem Tisch

„Dass ein Lebenslauf ein Text ist, daran habe ich keinen Zweifel.“ – Alexander Kluge ließ allerdings auch keinen Zweifel daran, dass er es ist, der diesen Text erfindet. Insofern musste er auch die Trennlinie zwischen Realität und Erfindung als erfunden auffassen. Und so ist auch plausibel, dass das Mögliche in seinen unzähligen kurzen Erzählungen dem Gewussten stets die Krone aufsetzte. Wolfgang Kaussen, langjähriger Lektor Kluges, hat einige der erhellenden Texte des großen Intellektuellen und Künstlers ausgesucht und eine Einführung dazu geschrieben.