George Bejamins Oper „Written on Skin“ in Frankfurt
Das Herz auf dem Silberteller

Unter die Haut geht die Neuproduktion von George Bejamins Oper „Written on Skin“ in der Oper Frankfurt. Weil mehrere Faktoren zusammenkommen – musikalische Exzellenz, eine durchdachte Regie und ein Bühnenbild, das die Vielschichtigkeit des Werks visuell plausibel macht: die Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem. Wie vor allem der Countertenor Iurii Iushkevich als 1. Engel/Boy, der Bariton Bo Skovhus als Protector und die zwischen ihnen stehende Elizabeth Reiter als Agnès mit Stimmen und Spielen das Geschehen vorantreiben, fesselt und vermittelt, warum dieses moderne Werk so viel gespielt wird. Andrea Richter war nach der Premiere begeistert.


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Ausstellungsbesuch bei Louise Nevelson in Wiesbaden
Legen, schichten, montieren

Die monochromen schwarzen, weißen oder goldfarbenen Assemblagen der US-amerikanischen Bildhauerin Louise Nevelson (1899-1988) waren inzwischen vielfach zu sehen. Weitgehend unbekannt sind ihre Collagen. Ihnen widmet das Museum Wiesbaden eine Einzelschau und nimmt Bezug auf die Gruppenausstellung „Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts“, in der Nevelson vor 35 Jahren das erste Mal in Wiesbaden gezeigt worden ist. Isa Bickmann denkt an diese erste Begegnung mit dem Werk der Künstlerin zurück.


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Das subversive Potenzial naiver Frauenfiguren. Teil 2
Barbie – Can I meet the woman in charge?

Greta Gerwigs Film Barbie löste eine heftige Debatte über die Frage aus, wie feministisch der Film tatsächlich ist. Die Regisseurin Leonie Englert sieht in der Protagonistin Barbie zwar das Potenzial zur Gesellschaftskritik, stuft den von Barbiepuppen-Hersteller Mattel finanzierten Film jedoch gleichzeitig als Beispiel für einen markttauglichen Feminismus ein, der letztlich eine kapitalistische Ideologie reproduziert. Im zweiten Teil ihrer Reihe über das subversive Potenzial naiver Frauenfiguren im Film analysiert sie eine mit Ambivalenzen reich bestückte Kinoproduktion.


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Deutsch-Rapper Fler beklagt seine Isolation
„Vibeshift“ im Deutschrap?

Die Rapper, deren reaktionäres Reizvokabular zum geschäftsüblichen Rollenspiel gehören, geraten zwischen die Fronten, wenn sie die Konsequenzen rechtsradikaler Ideologie unterschätzen. Ist doch alles nur Show? Beileibe nicht. Patrick Losenský, Künstlername Fler, hat der FAZ ein „cooles“ Interview gegeben, das Männlichkeit und Ausländerfeindlichkeit thematisiert. Claus Leggewie kommentiert.


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Johanna Hansens „Schamrot“
Ort der glücklichen Einsamkeit

„So tief kann man nur auf dem Land schweigen. Worte zerplatzen auf der Oberfläche der Tage, in denen alles ausgespart wird, was sich nicht aussprechen lässt. Sie werden straff über die Dinge gezogen, hochgebogen wie Bohnenranken am Spalier.“: Es sind ungewöhnliche Sprachbilder, die Johanna Hansen anbietet, um die Eindrücke, die sie seit ihrer Kindheit bewahrt hat, zu vermitteln. Es ist ihr also in dem Maße um Genauigkeit zu tun, das ihre Schilderung vom Erwartbaren entfernt. Sie schlüpft in die Poesie. Elke Engelhardt hat Johanna Hansens „Schamrot“ gelesen.


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Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch
Gott ist aus der Kirche ausgetreten

Im vergangenen Jahr wäre der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch hundert Jahre alt geworden. In Mainz, Köln, München und auch in der Schweiz wurde er aus diesem Anlass eingehend gewürdigt, die niederrheinische Region Moers rief ein ganzes Gedenkjahr aus. Der Autor und Hüsch-Biograf Gerd Laudert schätzt den „philosophisch-literarischen Kabarettisten“ sehr und bescheinigt ihm, mit seinen acht Bände umfassenden „politischen, poetischen und undogmatisch-christlichen Texten ein Werk von erstaunlicher Aktualität hinterlassen“ zu haben.


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Der Traum vom Führer als Namenspatron
„Adolfine“

Vor 93 Jahren haben die Deutschen willentlich einen Diktator zum Reichskanzler gewählt. Der Jubel muss so gewaltig gewesen sein, dass sich kein Mensch mehr daran erinnern kann. Nach dem Sieg über Hitler-Deutschland will niemand die Nazis unterstützt haben. Dabei bekam der „Geliebte Führer“ täglich Post mit Lobpreisungen, Anfragen und der Bitte um seinen Segen für Vornamen. Ein Einblick in die Gemütslage von Hitlers Deutschen von Helmut Ortner.


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Salut! Wim Wenders
Anachronistisches, Peripheres und Wesentliches

Das Zusammenspiel von Technik und Ästhetik hat die Künste immer vorangetrieben – zu sich selbst. Und es gibt Künstler wie den Regisseur Wim Wenders, die daraus ihre Visionen, konkret: ihre Bild- und Klangsprache in nie vorher dagewesener Weise beziehen. Dabei ist es unerheblich, ob das ein Etikett wie „radikal-romantisch“ oder „abseitig-mystisch“ bekommt. Anlässlich einer umfassenden Ausstellung zum Werk Wim Wenders‘ im Deutsches Filminstitut & Filmmuseum in Frankfurt, den Music-Lectures in der Alten Oper und dem Wenders-Buch „Wesentliches“ hat Andreas Honneth „lose Gedanken“ aufgezeichnet.


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Empfehlung: Hanauer Wochen gegen Rassismus 2026 im März
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus

Seit 1995 werden die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (IWgR) begangen – in Erinnerung an das Massaker von Sharpeville in Südafrika am 21. März 1960. Heute sind es fast 50 Hanauer Organisationen, Vereine, Verbände und Privatpersonen, die jährlich ein bemerkenswertes Veranstaltungsprogramm organisieren und den Kampf gegen Rassismus in die Zivilgesellschaft tragen.


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Empfehlung: Frankfurt feiert ab März Wim Wenders 80. Geburtstag
Eine Hommage an Wim Wenders

Im Frühling 2026 wird Frankfurt am Main zum Ort einer besonderen Hommage an den bedeutenden Filmemacher Wim Wenders. Anlässlich seines 80. Geburtstags veranstaltet die Alte Oper ein dreitägiges Festival, das die enge Verbindung von Musik und Film in seinem Schaffen in den Mittelpunkt rückt und das Deutsches Filminstitut & Filmmuseum widmet sich mit einer Ausstellung seinem Leben und Werk.


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