MenuMENU

zurück

Gedicht von

Wolfgang Kaussen

Wolfgang Kaussen


 

Die kunst berauschte uns: der teufelstriller
Prall lag der satansbraten auf dem teller
Besprang ein dämon je die saiten schneller –
Ist kunst verkuttet gläubiger je stiller?

Sie sind stets was uns auftritt namen schwanen
Wem gebt ihr schuld wenn wir stupide hören
Die sich das zittern lehrten vor schamanen
Statt innen still zu wachsen sich verstören?

Dann folgten wir dem kurs der kantilene
Die uns in bögen wachsend überstieg
Wir spürten sie in uns: als fiebervene

Bis ihre ankunft uns durchfuhr wie sieg –
Auch sie rührt eins nur: einen strang der gene
Doch minder wahrer nicht als das was schwieg

 

 

Aus: Wolfgang Kaußen: Quadriga. Brandenburgische Sonette 1990. Leier verkehrt. Verlag S.P.Q., Frankfurt am Main 1992

 

 

Erstellungsdatum: 23.02.2026