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Rudolph, Enno

Enno Rudolph (* 14. November 1945 in Oldenburg) ist ein deutscher Philosoph und Hochschullehrer.

Rudolph war seit 2000 ordentlicher Professor für Philosophie und Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts an der Universität Luzern. Nach dem Studium der Philosophie und der Evangelischen Theologie in Münster und Heidelberg wurde Rudolph 1974 mit einer Dissertation über Kant promoviert und habilitierte sich 1983 mit einer Schrift über Aristoteles. Ab 1990 war er außerplanmäßiger Professor für Religionsphilosophie an der Universität Heidelberg. 2011 wurde Rudolph emeritiert.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Kulturphilosophie (Cassirer-Forschung), die Wirkungsgeschichte der Antike, die Philosophie der Renaissance und die Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Enno Rudolph

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Enno Rudolph ist mit Jürgen Habermas auf der Suche nach Spuren der Vernunft

Niemand entkommt der Geschichte

Wenn wir aus der Vergangenheit nicht lernen können, wie es uns allzu oft vorkommt, dann wäre jede Geschichtsphilosophie unsinnig und das Projekt der Moderne ein Aprilscherz der Geschichte. Wenn aber über die Kommunikation mit den alten Philosophen etwas anderes möglich wäre, wie das Jürgen Habermas in seinem letzten großen Werk in den Blick nahm, wären wir längst auf dem Weg in die selbstverschuldete Mündigkeit. Enno Rudolph hat sich eingehend mit Habermas‘ Philosophiegeschichte befasst und sie kritisch kommentiert.

Essay über die Welt und ihre Visualisierung

Alles ist Bild

Ohne Weltanschauung sieht das Leben für uns Augenmenschen traurig aus. Was aber schauen wir, was sehen wir? Schon unsere individuell unterschiedlichen Sinne lassen uns zuweilen daran zweifeln, dass wir uns in einer gemeinsamen Realität befinden. Dazu kommt, dass wir nicht wissen, ob wir uns ein Bild machen oder nur ein Abbild. Enno Rudolph zeigt, wie das autonome Kunstwerk zur Einsicht führt.

Ernst Kantorowicz und das geheime Deutschland als Widerstandsprojekt

Vom Mittelalter zum Geheimen Deutschland

Im Rätselraten um die letzten Worte des Claus Schenk Graf von Stauffenberg, ob es nun „Es lebe das heilige Deutschland!“ oder „Es lebe das geheime Deutschland!“ gewesen sei, stellte sich die Frage, was denn das „geheime Deutschland“ tatsächlich war. Der Philosoph Enno Rudolph führt uns mit Ernst Kantorowicz ins Mittelalter und die Renaissance, um dort, jenseits nationalistischer Spekulationen, den Ursprung einer umfassenden, universalen Idee aufzufinden.

Die „Erfindung“ des Philologen in der Reformation und Nietzsches Humanismus der „klassischen Studien“

Philologie und Gegenphilologie (II)

Wofür Friedrich Nietzsche nicht alles verantwortlich gemacht wurde! Zum einen, weil seine Rollenprosa und seine Ironie nicht verstanden wurden, zum andern, weil einige seiner Aphorismen von den Nationalsozialisten ideologisch missbraucht wurden. Die Frage, ob er dem Missbrauch Vorschub geleistet hat, stellte sich nicht nur Thomas Mann. Der Philosoph Enno Rudolph geht diesem Vorwurf nach sowie dem Problem mit der Philologie und dem missverstandenen Platon. Wir bringen den großen Essay in zwei Teilen. Hier ist der zweite.

Die „Erfindung“ des Philologen in der Reformation und Nietzsches Humanismus der „klassischen Studien“

Philologie und Gegenphilologie (I)

Wofür Friedrich Nietzsche nicht alles verantwortlich gemacht wurde! Zum einen, weil seine Rollenprosa und seine Ironie nicht verstanden wurden, zum andern, weil einige seiner Aphorismen von den Nationalsozialisten ideologisch missbraucht wurden. Die Frage, ob er dem Missbrauch Vorschub geleistet hat, stellte sich nicht nur Thomas Mann. Der Philosoph Enno Rudolph geht diesem Vorwurf nach sowie dem Problem mit der Philologie und dem missverstandenen Platon. Wir bringen den großen Essay in zwei Teilen. Hier ist der erste.