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Breidecker, Volker

Dr. Volker Breidecker, Kunst- und Literaturwissenschaftler und Politologe, lebt als freier Autor, Herausgeber und Publizist in Frankfurt am Main. Für die Reihe „Die Andere Bibliothek“ erschloss er Leben, Werk und Schicksal der Schriftstellerin Grete De Francesco (Margarete Weissenstein, Wien 1893 - KZ Ravensbrück 1945) und gab deren wiederentdecktes Werk von 1937 „Die Macht des Charlatans“ heraus. Ebenfalls in der „Anderen Bibliothek“ edierte er erstmals nach dem Typoskript von Joseph Roths letzter Hand den großen Essay „Die weißen Städte“ und erschloss den ostgalizisch-jüdisch-französischen Kontext dieses Schlüsseltexts für Roths Leben und Werk. (Joseph Roth, Rot und Weiss. Wanderer zwischen Städten“, Berlin 2022)

Volker Breidecker. Foto: Alexander Paul Englert

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Volker Breidecker auf den Spuren von George Sand

Im Schwarzen Tal des Indre

Die französische Schriftstellerin George Sand, deren Todestag sich zum 150. Male jährt, lebte so frei, wie es ihr nur möglich war; sie rauchte Zigarren und trug auch mal Hosen, was im 19. Jahrhundert unüblich war. Die große Liebende und unermüdlich Schreibende – etwa 180 Werke soll sie verfasst haben – war umfassend gebildet und wissbegierig, zugewandt nicht nur den Lebenden, sondern auch dem Personal ihrer Romane und dem Ambiente, das sie realen Vorbildern entnahm. Volker Breidecker erzählt von George Sand und benennt einige Orte im Leben der Autorin und Schauplätze ihrer Romane.

Volker Breidecker über Joseph Roths Suche nach der verlorenen Kindheit Europas (und der eigenen)

Rote Korallen, weiße Städte

Joseph Roth, der in seinen Romanen die Verfassung des modernen Menschen angesichts der Katastrophen und Verwerfungen seines Jahrhunderts so treffend schilderte wie kein anderer, weitete in seinen Essays, Reportagen und Feuilletons den Blick über die Straßen, Plätze und Winkel des europäischen Ostens wie Westens und zeigt sich (wie Patrick Modiano über ihn schreibt) „durch die verzehnfachte Aufmerksamkeit für die Umwelt, durch den Sinn für Detail und Atmosphäre“ als der „hellsichtigste aller Beobachter!“. Volker Breidecker schreibt über den großen Europäer Roth. 

 

Grete De Francesco. Die Macht des Charlatans

Der Charlatan als Präsident

Der Wunsch als Vater des Gedankens beeinträchtigt unseren Verstand, dessen wir uns als aufgeklärte Menschen bedienen sollten. Der Scharlatan bedient diesen Wunsch so, dass die innere Warnung vor seinem Geschwätz verblasst. Grete De Francesco hat in ihrem 1937 erschienenen Buch „Die Macht des Charlatans“ diese Methode gründlich beschrieben – zu einer Zeit, als zwei bis drei größenwahnsinnige Scharlatane ganze Völker um den Verstand gebracht hatten. Volker Breidecker klärt über die Autorin und ihr Buch auf.

 

Zum Tod von Alexander Kluge

Hingabe an die Zufälle des Lebens

Nicht nur die Oper war für Alexander Kluge ein Kraftwerk der Gefühle. Die leitende, planende und gestaltende Vernunft erkannte er stets vom Antirealismus des Gefühls verschoben und verrückt. So wie er als Jurist, der er ja auch war, eine formale Stärke ins Spiel brachte, so ließ er als Poet ohne lyrische Ambitionen die Disziplinen des Films, des Gesprächs, der Musik, des Essays und der Erzählung durchlässig werden. Die Weltliteratur war ihm ein Gespräch über die Jahrhunderte hinweg, und er wurde nicht müde, daran teilzunehmen. Volker Breidecker erinnert an die Frankfurter Poetikvorlesung des universalen Intellektuellen und Künstlers.

Elitennetzwerke

Innenansichten aus deutschen Herrenzimmern

Wie einflussreiche Eliten in Deutschland über Jahrzehnte hinweg Netzwerke knüpfen, sich gegenseitig schützen und selbst schwerste Vergehen relativieren: Volker Breidecker wirft einen Blick hinter die Fassaden der Macht. Von NS-Verbrechen bis zu zeitgenössischen Missbrauchsskandalen zieht sich ein roter Faden aus Korpsgeist, Loyalität, Schweigen und Selbstgerechtigkeit – und wirft Fragen nach Schuld und Mitschuld auf, nach Verantwortung und Mitverantwortung.