Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“ in Frankfurt
In Moskau ist der Teufel los

Es geht um den Satan und um das christliche Menschenbild im stalinistischen Terror. Michail Bulgakow hat mit seinem beziehungsreichen Buch „Der Meister und Margarita“ einen zeitlosen Zeitroman verfasst, der gerade mal wieder an Aktualität gewinnt. Der Aspekt der Repression, „die sich zur neuen Normalität erklärt“, hat dem Stoff sicher auf die Bühne geholfen. Martin Lüdke hat sich das Stück angesehen.


Weiterlesen →
Das subversive Potenzial naiver Frauenfiguren
Das Comeback der Naivität

Aufbauend auf der Beobachtung, dass in den letzten Jahren ein Comeback der naiven Frauenfigur in Film und Fernsehen stattgefunden hat, geht Regisseurin Leonie Englert der Frage nach, ob und inwiefern die Naivität dieser Figuren als Mittel zur Subversion fungieren kann. Beispielhaft anhand der Protagonistinnen von Barbie, Poor Things und Unbreakable Kimmy Schmidt analysiert sie das Potenzial der Naivität, eine gesellschaftliche Ordnung als historisch und veränderbar zu kennzeichnen und damit die vorherrschenden Ideologien des Zynismus und des patriarchalen Neoliberalismus zu dekonstruieren. Dies ist die theoretische Einleitung der Analyse und der erste von vier Beiträgen.


Weiterlesen →
Selbstbestimmter Tod
Mit einem Lächeln auf den Lippen

„Mors certa, hora incerta“, hieß es im antiken Rom: „Der Tod ist gewiss, die Stunde nicht“. Darüber können wir froh sein. Denn die Kenntnis unserer Todesstunde nähme uns alle Lebensperspektive. Wenn aber ein Arzt mit der Diagnose einer unheilbaren Krankheit auch gleich, wenn auch ungefähr, das Datum des Ablebens verkündet, können wir verzweifeln oder den Mut, vielleicht auch die Gelassenheit aufbringen, unser Ende anzunehmen. Rainer Erd gedenkt eines Freundes, der dies tat.


Weiterlesen →
Einführung zu Thomas Bayrles Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt
Weberei

Die Bezeichnung „Kartenschlägerin“ hat nichts mit der Dame am Pokertisch zu tun, sondern mit einem Beruf, der nur von Frauen ausgeübt wurde: dem Lesen und Herstellen von Lochkarten, zunächst für den somit steuerbaren automatisierten Jacquard-Webstuhl. Eva Claudia Scholtz, Geschäftsführerin der Hessischen Kulturstiftung in Wiesbaden, bezieht sich in ihrer Einführung zu Thomas Bayrles Ausstellung „Fröhlich Sein!“ auf dieses Gerät, das die mechanische Herstellung großflächiger Webmuster erlaubte, die zum Gestaltungsprinzip des gelernten Webers Bayrle wurden.


Weiterlesen →
Thomas Bayrle in der Frankfurter Schirn
Wir (und zwar) Alle sind (eigentlich) Viele

Im Impressionismus des 19. Jahrhunderts sah man vermutlich die Entwicklung des naturgetreuen Abbilds abgeschlossen. Georges Seurat und Paul Signac lassen das Konkrete bis in die Pigmente zurückweichen. Der Pointilismus zerlegt das Gegenständliche. Roy Lichtensteins Pop-Art sucht die pointilistischen Raster mit der Vergrößerung von Comic-Bildern wieder auf. Thomas Bayrle aber lässt das Abbild aus mikroserialistischen Abbildern hervortreten. Martin Lüdke hat die Ausstellung seiner Werke in der Frankfurter Schirn, die gerade in Bockenheim untergekommen ist, besucht. Sie ist bis zum 10. Mai 2026 zu sehen.


Weiterlesen →
Dirk von Petersdorffs „Wir Kinder der Leichtigkeit“
Die Irrtümer der Auguren

Wenn ein englischer Diplomat davon sprach, dass es unmöglich sei, die Zukunft der chinesischen Vergangenheit vorauszusagen, so gilt das für die Zukunft unserer Gegenwart ebenso. Welchen Deutungen wird unsere Zeitanalyse und unsere Selbsteinschätzung in fernen Tagen ausgesetzt sein? Dirk von Petersdorff nimmt in seinem Buch das Selbstverständnis der Babyboomer auseinander, die die Welt etwas anders sahen, als sie ihm und Jamal Tuschick im Rückblick erscheint.


Weiterlesen →
Petra Bonavitas und Dieter Maiers „Erica Ludolph“
Im Gebiet äußerster Hingabe und Gefahr

Erica Ludolph lebte ihren Glauben. Und das bedeutete für sie, äußerste Hingabe, Furchtlosigkeit in äußerster Gefahr, aber auch Angst und Mitleiden. Wegen Kontakt zu verfolgten Juden zum Verhör durch die Gestapo bestellt, wurde sie nach ihrer Freilassung als Fluchthelferin tätig, half, wo sie konnte, bis an ihr Lebensende. Petra Bonavita und Dieter Maier haben ein Buch über Ludolphs Leben geschrieben, und Peter Kern hat es gelesen.


Weiterlesen →
Vorstellung des syrischen Autors Hamed Abboud
Unsere angezogene Geschichte

Die deutsche Redewendung „Wir tragen uns gegenseitig“ weckt bei Hamed Abboud eine völlig andere Assoziation als das gemeinsame Tragen einer Last. Der in Syrien geborenen Lyriker und Autor wuchs in einem Umfeld auf, in dem er mit Brüdern und Vater etwa die Unterhemden teilte. Wie er in seiner nachfolgend zu lesenden Geschichte, die von Larissa Bender aus dem Arabischen übersetzt worden ist, erklärt, geschah dies nicht aus Armut, sondern aus Liebe zur Kontinuität oder um unnötiges Wegwerfen zu vermeiden. Der Arabist Stephan Milich stellt den Autor und dessen Werk mit all seinen Besonderheiten vor.


Weiterlesen →
Aus dem Notizbuch von Eldad Stobezki
Quo vadis Israel?

Man könnte auf den Gedanken kommen, Identität sei ein Instrument des Erkennungsdienstes. Das betrifft aber nur die Äußerlichkeiten. Denn wie viele Menschen suchen verzweifelt nach ihrer Identität und forschen nach ihren eigenen Wurzeln! Doch es gibt auch Unverträglichkeiten im Wurzelreich der Identitäten. Die familiären, religiösen, landschaftlichen und politischen Wurzeln können ideologisch kontaminiert werden – wenn diese Metapher aus der Botanik bis dahin noch statthaft ist. In seinem Notizbuch hat Eldad Stobezki diverse Beispiele festgehalten.


Weiterlesen →
Gedicht von Wofgang Kaußen
„Die kunst berauschte uns …“

Weiterlesen →
Kazuki Yamada auf Europatournee mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra
Birmingham Symphony Orchestra

Das City of Birmingham Symphony Orchestra und ihr Musikdirektor Kazuki Yamada – ab der kommenden Saison gleichzeitig Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin – werden im März auf große Europatournee gehen. Die Reise führt das Orchester in renommierte Konzertsäle. Mit Bruce Liu am Klavier.


Weiterlesen →
Empfehlung: Talk zur Installation „A Sky Full of Hope“ in Frankfurt
A Sky Full of Hope

Künstlerin Janet Echelman im Gespräch mit Anna Scheuermann. Die US-amerikanische Künstlerin Janet Echelman ist weltweit für ihre monumentalen, poetischen Netzskulpturen bekannt und zählt zu den profiliertesten Vertreterinnen der Kunst im öffentlichen Raum. Das Dezernat für Kultur und Wissenschaft hat sie nun für ein neues Werk in Frankfurt gewonnen: Talk am 27. 02. um 13 Uhr im Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main.


Weiterlesen →

Als Service für die Leserinnen und Leser empfehlen wir eine individuelle Auswahl an bundesweiten Tipps aus Kunst, Literatur, Musik und Bühne.


Kulturtipps ansehen →
Ihre Spende zählt!

Das freie Kulturportal TEXTOR bietet Autorinnen und Autoren sowie relevanten Debatten eine Bühne. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, die Website auf dem neuesten technischen Stand zu halten.

KONTOVERBINDUNG:
Förderkreis Frankfurt e.V. – Kultur & Diskurs
Kulturportal TEXTOR
GLS Bank
IBAN DE57 4306 0967 6025 3827 42

Vielen Dank!
Ihre TEXTOR-Redaktion


Per PayPal spenden →

Über uns →

TEXTOR
Brückenstr. 57
60594 Frankfurt am Main
Deutschland

E-Mail: redaktion@textor.online
Web: textor.online
Facebook
Instagram


Newsletter abmelden