Über Marie Luise Kaschnitz
Eine Fahne Blattgrün über einem Nichts von Welt

„Alte Bäume sterben/ Und neue wachsen in die neue Zeit;/ In meinem Becken spielen junge Kinder./ Mein Strahl erhebt sich,/ Singt Unsterblichkeit.“ Einen knappen Monat, nachdem sie das schrieb, ist Marie Luise Kaschnitz tot. Dass in diesem Jahr ihre Aufzeichnungen aus der Wiesenau, „Gott und die Welt“ in Frankfurt gelesen werden, trägt sicher zu ihrer Unsterblichkeit bei. Ingrid Mylo aber hat sich mit ihrem literarischen Leben befasst, das darüber hinaus gelesen werden will.


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Frauenliebe und -sterben in der Hamburgischen Staatsoper
Wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen

Es ist immer eine heikle künstlerische Entscheidung, welche Werke mit Béla Bartóks Einakter „Herzog Blaubarts Burg“ kombiniert werden. In Hamburg entschied sich der neue Intendant und Regisseur Tobias Kratzer für einen Liedzyklus von Schumann und einen Einakter von Zemlinsky unter dem Generaltitel: „Frauenliebe- und -sterben“. Das Thema: Das Selbstverständnis von Geschlechterrollen und männliche Gewalt in unterschiedlichen Epochen. Am Dirigentenpult eine Frau. Andrea Richter hat die Premiere in der Hamburgischen Staatsoper erlebt.


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Frauen in Indien (II)
Eine starke, helfende Hand

Brahma ist in der hinduistischen Mythologie der Schöpfergott. Seine Schöpfung, Tochter und Gattin, Sarasvati, ist eine der populärsten Göttinnen. Sie ist weibliche Kraft (Shakti) und Logos zugleich: Göttin des Lernens, der Sprache, der Wissenschaften, der Künste, der Dichtung, der Literatur, der Schrift, der Weisheit, des Tanzes, des Gesanges und der Musik. Von der Verehrung, die ihr zuteil wird, können die Menschen weiblichen Geschlechts dort nur träumen. Clair Lüdenbach hat im zweiten Teil ihres Berichts „Frauen in Indien“ ihre Eindrücke festgehalten.


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Rudolf Proskes Gedichtbuch „Dem Pulver seine Zeit“
Kartoffelgulasch, Bier & Zigaretten

Wer aus eigener Erfahrung die Schattenseiten des Lebens kennt, aber vom Dichten beseelt ist, wird keine Troubadour-Lyrik schreiben. Rudolf Proskes Gedichte sind getragen von bodenständigem Selbstverständnis. Das hieß früher einmal Haltung. Die grenzt sich implizit auch ab gegen die ignorante Gesinnung derer, die sich darüber erheben. Wolfgang Rüger hat sich Proskes aktuellen Gedichtband angesehen.


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Riccarda Gleichaufs Roman „Aussichten einer Empfangsdame“
Transitort eines Ichs

Riccarda Gleichauf erzählt in ihrem Romandebüt „Aussichten einer Empfangsdame“ mit scharfem Blick und feiner Ironie von der Realität prekärer Beschäftigung in einer scheinbar modernen Arbeitswelt. Der Empfangstresen wird dabei zum Transitort eines Ichs, das zwischen Anpassung und innerem Widerstand schwankt – und zum literarischen Brennpunkt einer Gegenwart, in der Bildung, Arbeit und Identität immer öfter auseinanderdriften.


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Erik Fosnes Hansens „Momente der Geborgenheit“
Gesehen werden und anderes Höhere

Das Ultimative und andere Superlative lassen keine Luft nach oben und wenig Gutes nach unten. Das höchste der Gefühle aber hat erfahrungsgemäß ein überraschend nahes Verfallsdatum. Der Enthusiasmus hingegen bringt stets aufs Neue Höchstes zur Geltung; und in mildem Licht stellt sich die Frage nach dem noch Höheren nicht, denn der Wunsch nach dem „Verweile doch! Du bist so schön!“ verweigert sich weiteren Steigerungen. Ewart Reder erzählt von einem Buch, das ihm diesen Wunsch gewährte.


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Eine Betrachtung
Als Frau allein im Wald

Mit der provokanten Frage „Mann oder Bär?“ zeigt Traudl Kupfer, wie tief das Misstrauen sitzt. Der Wald erscheint sicherer als das eigene Zuhause – das belegen Statistiken. Und wir wissen das nicht erst seit der mutigen Entscheidung von Gisèle Pelicot, ihren Prozess öffentlich zu machen und so einen erschütternden Einblick in die „Banalität“ der Täter zu geben. Also – alle Frauen raus aus dem Haus und rein in den Wald? Oder gibt es noch andere Möglichkeiten? „Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann.“


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Empfehlung: Römerberggespräche in Frankfurt am Main
Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt

Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Vortragende am 18. April sind: Samira Akbarian, Martin Andree, Ali Fathollah-Nejad, Vera King, Felix Lange, Natascha Strobl, Johannes Völz. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Cécile Schortmann.


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Empfehlung: Ringvorlesung der Hessischen Theaterakademie in Frankfurt a. M.
Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt

Angesichts der autoritären Positionen, die in der Politik stärker werden, aber auch in einer Situation von Kürzungen in Kunst wie Wissenschaft zeichnet sich eine Entwicklung ab, in der die Freiheit der Kunst auf dem Spiel steht. Alle Interessierten sind herzlich willkommen zu drei Werkstattgesprächen mit Regisseur:innen, Intendant:innen und Hochschulleiter:innen an der HfMDK Frankfurt, dem Künstler*innenhaus Mousonturm sowie dem Haus am Dom. Leitung: Prof. Marion Tiedtke.


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In eigener Sache
EINLADUNG zum 1. TEXTOR-Frühlingsfest
EINLADUNG zum 1. TEXTOR-Frühlingsfest

Am 8. Mai laden wir erstmals zu einer Frühjahrsfeier ein. Wir würden uns freuen, euch/Sie wiederzusehen oder kennenzulernen und Ideen oder Beitragsvorschläge auszutauschen: Dass es der Jahrestag der Befreiung vom NS-Regime ist, hat sich aus organisatorischen Gründen ergeben, passt aber perfekt zur Ausrichtung von Inhalten und Leserschaft. Wir bitten die Interessierten um eine kurze Rückmeldung, um besser planen zu können: redaktion@textor.online

Als Service für die Leserinnen und Leser empfehlen wir eine individuelle Auswahl an bundesweiten Tipps aus Kunst, Literatur, Musik und Bühne.


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