Ein Nachruf auf Cees Nooteboom
Die Insel der Mönche: Gedichte als Heimat

Als sein erster Gedichtband erschien, war er 23 Jahre alt. Als Lyriker hat Cees Nooteboom sich selbst immer gesehen, ungeachtet der Tatsache, dass er seine Bekanntheit, vor allem in Deutschland, seiner Reiseliteratur und seinen Romanen verdankte. 1933 geboren, schlug er sich nach der Klosterschule als Gelegenheitsarbeiter durch und fuhr als Leichtmatrose in die Karibik, um zu heiraten. Der vielgereiste Schriftsteller lebte in Amsterdam und auf Menorca, wo er am 11. Februar 2026 gestorben ist. Stefan Heyer schreibt, wo er dennoch lebt.


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Der Lyriker und Essayist Peter Maiwald
Der Dichter aus Düsseldorf

Die Einfachheit der Märchenlyrik und die Lakonie der Brechtschen Gedichte haben ihm wohl die Richtung vorgegeben. 1968 trat Peter Maiwald zudem der DKP bei und war damit in den Augen der Genossen nicht nur ein politischer Lyriker, sondern ein Arbeiterdichter. 1984 war an der Gründung der linken Monatszeitschrift „Düsseldorfer Debatte“ beteiligt, was zum Parteiausschluss führte. Entdeckt wurde der Autor satirischer Texte, Agitprop-Stücke, Songtexte für die Gruppe „Floh de Cologne“, Essays und Hörspiele von der Zeitschrift „neues rheinland“. Matthias Buth erzählt.


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Peter Handkes „Publikumsbeschimpfung“ – 60 Jahre nach der Frankfurter Uraufführung
Ihr Schleimscheißer, Katzbuckler, Griesgräme, ihr

Wer verlässt denn empört das Theater, weil er beschimpft wurde, nachdem er dorthinein gegangen ist, um sich die „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke anzusehen? Worin besteht denn der Skandal, von dem damals berichtet wurde? Das Paradox erklärt sich durch die Theaterkunst selbst. Auf der Bühne wird ja auch fleißig gestorben und für den Schlussapplaus sind alle Toten wieder lebendig. Eine Beschimpfung auf der Bühne ist, wenngleich sie dagegen aufbegehrt, eine theatrale Kunst. Martin Lüdke hat sich beschimpfen lassen und fand’s gut.


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Hindemiths Oper „Cardillac“ in Zürich
Ein Mörder wird zum Helden

Paul Hindemiths Oper „Cardillac“ wurde 1926 uraufgeführt. Dieses selten inszenierte Werk in den Spielplan 2026 des Opernhauses Zürich hundert Jahre danach aufzunehmen, passt also gut. Und es wirkt heute noch in seiner Musikalität ungeheuer modern, geradezu aktuell, weil es kaum fassbare Widersprüche in sich vereint. Geradeso, wie wir die Welt derzeit erleben. Dirigent Fabio Luisi setzte mit dem Zürcher Ensemble inkohärent scheinende Einzelteile so zusammen, dass ein kunstvoll ausbalanciertes Ganzes entstand, geeignet, den frühen und den späten Hindemith miteinander zu versöhnen, fand Andrea Richter, die die Premiere besuchte.


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Andrea von Treuenfeld: Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober
Funken der Hoffnung

Andrea von Treuenfeld versammelt in ihrem Buch Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober Stimmen von Israelis, die über ihr Leben in Berlin vor und nach dem 7. Oktober 2023 berichten. Die zwischen 1970 und 1990 Geborenen schildern ihre Motive für den Neuanfang in Deutschland sowie die Zäsur durch die jüngsten Ereignisse. Ein Auszug erzählt die Geschichte von Ruthe Zuntz, die in den 1990er Jahren nach Berlin zieht und dort durch den Besuch ihres Vaters erneut mit der Holocaust-Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert wird. Riccarda Gleichauf hat das Buch gelesen.


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Essay zum kulturellen Klima in Israel
Der Karneval der Degenerierten

Im Karneval sind die etablierten Regeln aufgehoben. In der Geschichte geschah es aber immer wieder, dass dann verkleidete Büttel der Herrschenden blutige Rache an der Selbstermächtigung nahmen. In Israel wird das Bewusstsein angegriffen. Die politische Kultur Israels wird als ein dauerhafter „Karneval der Degenerierten“ beschrieben, in dem Inszenierung Argumente und Herabwürdigung die Urteilskraft ersetzt. Degeneration wird hierbei nicht biologisch, sondern als Verfall von Sprache, Denken und Verantwortung verstanden. Eran Rolnik zeigt auf, wie sich karnevaleske Öffentlichkeit, Anti-Intellektualismus und Macht verbinden und das demokratische Denken systematisch unterminieren.


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Martin O. Kochs Roman „Das Riff der verlorenen Fische“
Unsanfte Fantasie

Wer auf den paradiesischen Philippinen eine Tauchschule eröffnen will, wird mit einem Problem konfrontiert, bei dem es um die Existenz geht. Wenn die Fischer von ihren Erträgen nicht mehr leben können, greifen sie zum Raubbau an den Fischen. Das ökologische Gleichgewicht geht verloren und damit den Tauchern das Unterwasserparadies. Ewart Reder hat Martin O. Kochs realistischen Roman gelesen und kritisch besprochen. Der Autor stellt am Sonntag in Frankfurt auf dem Langen Tag der Bücher seinen Roman vor.


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Bernhard Bausers Roman „DADA“
Nachkriegsvernachlässigte Seelenkampfgebiete

DADA ist ein Roman über ein komplexes Vaterbild der 1960er und 1970er Jahre im westdeutschen Nachkriegsdeutschland. Dabei zoomt der Lyriker und Spoken-Word-Artist Bernhard Bauser ganz nah an eine Kleinfamilie heran und beleuchtet pathologische Verhaltensmuster, die nicht zuletzt der damaligen Norm von „Bürgerlichkeit“ geschuldet sind. Riccarda Gleichauf hat sich auf eine Zeitreise begeben. 


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Bücherpodcast „Geliebtes Kabul“
Diese Frauen müssen schreiben

Nach der Machtübernahme der Taliban tauschten sich 22 afghanische Autorinnen in einer WhatsApp-Gruppe ein Jahr lang aus. Während die meisten das Land inzwischen verlassen haben, musste Maryam bleiben. Auf den Rollstuhl angewiesen, vermittelt die Poetin mit ergreifenden Bildern und Worten ihre Gedanken und Gefühle. Das Podcast-Gespräch zwischen Anita Djafari und Daniela Leykam, Programmleiterin Kunst und Kultur bei der KfW-Stiftung, vermittelt einen Einblick in den enormen Kraftakt, die Texte der Schriftstellerinnen für die Publikation „Tagebuch“ zu sammeln und zu übersetzen.


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Empfehlung: Ausstellung „Tropfsteinhöhle“ im Atelierfrankfurt
Edwin Schäfer

In der Ausstellung „Tropfsteinhöhle“ zeigt Edwin Schäfer großformatige Malerei der letzten beiden Jahre. Unter Verwendung verschiedener malerischer Strategien findet eine analytische Annäherung an den künstlerischen Prozess statt. Ausgestellt werden zeichnerisch anmutende Arbeiten in Tusche oder Acryl sowie farbstrukurierte Ölmalereien. Dauer: 20. Februar – 2. April.


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Empfehlung: Kinostart in Deutschland ab 26. Februar
Father Mother Sister Brother von Jim Jarmusch

Die Geschwister Jeff und Emily besuchen ihren Vater in einer abgelegenen Hütte in New Jersey im Nordosten der USA. Er versucht seit dem Tod ihrer Mutter alleine über die Runden zu kommen. Obwohl alles ein bisschen heruntergekommen und die Wohnung unaufgeräumt ist, versichert er seinen Kindern, alles sei in Ordnung. Regie führte Jim Jarmusch, der auch das Drehbuch schrieb.


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