Claus Leggewie über Hiroko Oyamadas Roman „Die Fabrik“
Yoshiko im Wunderland

Wenn eine Fabrik so funktioniert wie die Treppen des niederländischen Grafikers M.C.Escher, sollte man nicht nur nach einem perspektivischen, sondern vor allem nach einem organisatorischen Fehler suchen. Dass auch große industrielle Produktionsstätten oder Verwaltungsapparate Abteilungen jenseits von Sinn und Nutzen unterhalten, kommt vor. Die japanische Autorin Hiroko Oyamada hat solche ökonomische Inaktivität zum Thema ihres Romans „Die Fabrik“ gemacht, den Claus Leggewie vorstellt.


Weiterlesen →
Rainer Erd über Alain Delons behauptete kriminelle Verwicklungen
Der Schöne und die Unterwelt

„Le Samourai” kam in Deutschland als „Der eiskalte Engel“ in die Kinos. Da wussten wir, wer Alain Delon ist. Was wir nicht wissen konnten, ist, auf welche Weise sein Leben sich mit dem auf der Leinwand überblendete. Dass der damals schöne Schauspieler und Filmproduzent nicht der Täter des Kapitalverbrechens von 1968 sein konnte, ist bewiesen. Wie die Vorgänge in seinem privaten Umfeld dennoch sein Leben überschatteten, wird in dem englischen Buch „Murder in Paris ‘68“ von Edward Chisholm ergründet, das Rainer Erd in seine „Pariser Geschichten“ aufgenommen hat.


Weiterlesen →
Ruth Fühners Gedanken über japanische Teeschalen
Raku

Wie kann es sein, dass ein ästhetisch wenig ansprechendes Trinkgefäß in Japan solch enorme Wertschätzung genießt? Nach dem Anblick einer Raku-Teeschale im Tokyoer Nationalmuseum ließ Ruth Fühner die Frage nicht mehr los. Ihre Recherchen führten sie zu einem untrennbar mit dem Zen-Buddhismus verbundenen ästhetisch-philosophischen Konzept. Das prägte die gesamte Gesellschaft und erreichte in der Teezeremonie seine höchste Bestimmung. Wie sie jetzt weiß, holten sich manche Kriegsherren sogar einen Teemeister als Berater an die Seite.


Weiterlesen →
Lutz Rathenow im Gespräch mit dem Roboter
Zangengeburt – reloaded

Von der universell rettenden Technologie bis zum alles zerstörenden Kontrollsystem – die KI-Sensationen treiben täglich neue Blüten, die von den Herstellerfirmen begossen und gepflegt werden: Ist sie das einfühlsame Helferlein oder ein datenräuberischer Einbrecher? Oder etwa beides? Träume von lustvoller Selbstauflösung wechseln mit dystopischen Endzeitvisionen. Der Schriftsteller Lutz Rathenow hat das „Zuwort“ seines neu aufgelegten Gedichtbandes „Zangengeburt“ aus der Kommunikation der dritten Art generiert – als Ansporn zur kritischen Hinterfragung – wie in einem angehängten Gespräch zweier KIs.


Weiterlesen →
Doris Stickler über Petra Bonavita als Chronistin des NS-Zeit-Widerstands in Frankfurt am Main
Rückblickend blieb die Angst

Rund drei Jahrzehnte lang spürte Petra Bonavita dem Schicksal von Frankfurter Jüdinnen und Juden während des NS-Regimes nach. Hierbei stieß sie unter anderem auf eine Gruppe von Helfer:innen, von der zuvor niemand wusste. Die Ergebnisse ihrer umfassenden Recherchen hielt die Soziologin in etlichen Büchern fest. Das jüngste ist Mitte dieses Jahres erschienen und wie sie in einem Gespräch mit Doris Stickler bekundete, soll es das letzte gewesen sein. Ob das zutrifft, wird sich zeigen.


Weiterlesen →
Detlef zum Winkel: Der Spiegel gibt dem Mossad die Schuld am Iran-Krieg
Democracy Dies in Darkness

Die Verbreitung manipulierender und falscher Informationen ist auf vielen Social Media Plattformen längst gang und gäbe. Doch auch vermeintlich seriöse Medien kehren dem Anspruch objektiver Berichterstattung den Rücken, wie Detlef zum Winkel beim Lesen eines Spiegel-Artikels feststellen musste. Die Autoren versuchten hier „eine falsche und hinterhältige Legende“ über die Schuld am Irankrieg zu konstruieren, lasten sie Israels Geheimdienst Mossad an und messen dem barbarischen Überfall der Hamas kaum Bedeutung bei.


Weiterlesen →
Ein Gedicht von Daniela Daub
Licht im Fenster

Weiterlesen →
Empfehlung: Stadtschreiberinfest auf dem Berger Marktplatz am 28.08.2026
Amtsübergabe von José F.A. Oliver an Judith Kuckart

Die Schriftstellerin Judith Kuckart wird Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim. Als 53. Amtsinhaberin tritt sie die Nachfolge von José F.A. Oliver an und wird für ein Jahr im Stadtschreiberhaus in Bergen wohnen und arbeiten können. Die diesjährige Zeltrede hält die deutsch-iranische Journalistin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi.


Weiterlesen →
Empfehlung: Fritz-Scholder-Ausstellung im MMK Tower, Frankfurt am Main
Fritz Scholder

Grün, dann Grau, dann Pink, dann Grün, dann Violett, dann wieder Blau schichten sich horizontal die Farben der Landschaften des heutigen New Mexico. Im grellen Kontrast zu den vom Licht vibrierenden Pastellfarben der Landschaften strahlen die Figuren von Fritz Scholder (1937–2005) vor klaren, einfarbigen, satten Hintergründen. Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren thematisierte Scholder, wie Indigene Körper, Lebensrealitäten und Geschichte(n) vor allem als Projektionsflächen einer weißen Mehrheitsgesellschaft in Erscheinung traten.


Weiterlesen →

Die Frankfurter Buchmesse 2026 findet vom 7. bis zum 11. Oktober 2026 statt. Unsere Standnummer lautet: 3.0 D69.

Als Service für die Leserinnen und Leser empfehlen wir eine individuelle Auswahl an bundesweiten Tipps aus Kunst, Literatur, Musik und Bühne.


Kulturtipps ansehen →
Ihre Spende zählt!

Das freie Kulturportal TEXTOR bietet Autorinnen und Autoren sowie relevanten Debatten eine Bühne. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, die Website auf dem neuesten technischen Stand zu halten.

KONTOVERBINDUNG:
Förderkreis Frankfurt e.V. – Kultur & Diskurs
Kulturportal TEXTOR
GLS Bank
IBAN DE57 4306 0967 6025 3827 42

Vielen Dank!
Ihre TEXTOR-Redaktion


Per PayPal spenden →

Über uns →

TEXTOR
Brückenstr. 57
60594 Frankfurt am Main
Deutschland

E-Mail: redaktion@textor.online
Web: textor.online
Facebook
Instagram


Newsletter abmelden