Volker Breidecker auf den Spuren von George Sand
Im Schwarzen Tal des Indre

Die französische Schriftstellerin George Sand, deren Todestag sich am 8. Juni zum 150. Male jährt, lebte so frei, wie es ihr nur möglich war; sie rauchte Zigarren und trug auch mal Hosen, was im 19. Jahrhundert unüblich war. Die große Liebende und unermüdlich Schreibende – etwa 180 Werke soll sie verfasst haben – war umfassend gebildet und wissbegierig, zugewandt nicht nur den Lebenden, sondern auch dem Personal ihrer Romane und dem Ambiente, das sie realen Vorbildern entnahm. Volker Breidecker erzählt von George Sand und benennt einige Orte im Leben der Autorin und Schauplätze ihrer Romane.


Weiterlesen →
Evangelia Kelperis Kommentar zur neuen „Odyssee“-Verfilmung
Die MAGA-Bewegung und die Schönheit der Helena

In seiner Verfilmung der „Odyssee“ hat Christopher Nolan die Rolle der Helena mit Lupita Nyong’o besetzt. Die Wahl einer Schwarzen Darstellerin als „schönste Frau der Welt“ löste in den sozialen Medien einen Sturm rassistischer Abwehrreflexe aus. Evangelia Kelperi vermutet, dass er in einer kulturell und politisch polarisierten Welt gezielt Debatten über unseren Schönheitsbegriff entfachen wollte. Wie sie aufzeigt, ist Nolan nicht der erste, der aus anderer Perspektive auf antike Texte blickt: denn ihre Bilder sind offener, ihre Kategorien durchlässiger, als es die heutige Empörung wahrhaben will.


Weiterlesen →
Marli Feldvoß über Joyce Carol Oates' Marilyn-Monroe-Roman „Blond“
Ikone im Spiegelsaal

Andy Warhols Siebdruckserie von 1964 zeigt nur mit den Mitteln der Einfärbung, was mit Ikonen ohnehin geschieht: Jeder projiziert seine eigenen Wünsche auf die Oberfläche. Marilyn Monroe, die am 1. Juni 2026 hundert Jahre alt geworden wäre, zeigte diese Oberfläche in einer professionellen, reizenden, auch bezaubernden Weise. Dahinter trug sie schwere Kämpfe mit ihrem Selbstverständnis aus, die sie in vielfältige Abhängigkeiten trieben. Joyce Carol Oates’ Marilyn-Monroe-Roman geht diesem Wechselspiel nach. Marli Feldvoß hat ihn gelesen und die Autorin dazu befragt.


Weiterlesen →
Leonie Kurtz über Oksana Maksymchuks „Tagebuch einer Invasion“
Von schrecklicher Schönheit

Dass der Poesie eine zaubrische Wirkung innewohne, glauben alle diejenigen, die einmal von ihr affiziert wurden. Dass man mit diesem Zauber Kriege verhindern könne, ist hinzunehmen. Dennoch ist bei Gewalt und Vernichtung seine Wirkungslosigkeit immer wieder enttäuschend und scheint den Wert des Gedichts zu mindern. Dagegen schreibt die ukrainische Dichterin Oksana Maksymchuk an, und Leonie Kurtz hat sich ihren widerständigen Gedichtband angesehen.


Weiterlesen →
Martin Lüdke über die Günther-Uecker-Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Ist der Nagel eine Metapher

Am 10. Juni 2025 ist der Künstler Günther Uecker in dem stolzen Alter von 95 Jahren in Düsseldorf gestorben. An der jetzt gezeigten Ausstellung „Die Verletzlichkeit der Welt“, einem Querschnitt seines Werkes, hat er selbst noch mitgewirkt. Das Nagelrelief „Bett zum Aufwachen“ aus dem Jahre 1965 zählt sogar zum Bestand und vor allem zum Gründungsmythos des Museums. Aber, schreibt Martin Lüdke, „achtbar insonders liebe Brüder und Schwestern“, es gibt mehr als nur Nägel auf der Welt.


Weiterlesen →
Jutta Roitsch über die Situation der Lehrerinnen und Lehrer in Frankreich
„Spießt sie auf!“

Ob Kirche oder Politik – der Wunsch, schon die Kinder mit den eigenen ideologischen Weltbildern vertraut zu machen, ist verbreitet. Lehrerinnen und Lehrer, die ohnehin schon zwischen Behörde und Eltern ihren Weg suchen müssen, Grundwissen in die Klassen zu bringen, geraten zunehmend unter Druck. In Frankreich werden sie von Terroristen und Fanatikern bedroht. Jutta Roitsch berichtet.


Weiterlesen →
Ewart Reder über Kornelia Bojes „Erlebtes und Gefundenes“
Schön leise und unangenehm nah

Nicht nur das Schöne liegt im Auge des Betrachters. Auch alles andere liegt in den Augen der Betrachterin. Wenn der Blick etwa auf Männer fällt, zieht er sich gerne auf eine Beobachterposition zurück, in eine sichere Distanz zur maskulinen Fremdheit. Das andere Geschlecht, der Mann, wird zum Objekt. Eine besondere Art der Wahrnehmung, die man in Vorzeiten Aisthesis nannte, kann die Kunst sein. Und wenn die Betrachterin Kornelia Boje heißt, dann tritt zur Kunst eine reiche Erfahrung. Ewart Reder hat ihr Buch mit Erzählungen gelesen.


Weiterlesen →
Empfehlung: Klaus Zehelein stellt seine Autobiographie in Frankfurt vor
Unerhörte Augenblicke

Anlässlich seines 85. Geburtstags erschien 2025 die Autobiographie des großen Theatermannes Klaus Zehelein unter dem Titel Unerhörte Augenblicke im Verlag Theater der Zeit, die der Autor am 9. Juni im Foyer der Oper Frankfurt vorstellt. Klaus Zehelein leitete zusammen mit Michael Gielen von 1977 bis 1987 die Frankfurter Oper und machte sie zu einem Ort der Entdeckungen und Neubefragungen von Text und Musik für die Bühne. Ein halbes Jahrhundert lang prägte er die Entwicklungen des Musiktheaters wie kaum ein anderer.


Weiterlesen →
Empfehlung: Chineke! Orchestra im Wiener Konzerthaus
Chineke! Orchestra / Grevious / Young

Gott, der Schöpfer der Welt und des Guten: Nichts Geringeres bedeutet „Chineke“ in der nigerianischen Igbo-Sprache. Das Chineke! Orchestra ist das erste professionelle Symphonieorchester Europas, das zum größten Teil aus People of Color und Angehörigen ethnischer Minderheiten besteht. Gegründet 2015 hat es die internationalen Konzertbühnen erobert und ist nun erstmals in Wien zu Gast.


Weiterlesen →

Als Service für die Leserinnen und Leser empfehlen wir eine individuelle Auswahl an bundesweiten Tipps aus Kunst, Literatur, Musik und Bühne.


Kulturtipps ansehen →
Ihre Spende zählt!

Das freie Kulturportal TEXTOR bietet Autorinnen und Autoren sowie relevanten Debatten eine Bühne. Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, die Website auf dem neuesten technischen Stand zu halten.

KONTOVERBINDUNG:
Förderkreis Frankfurt e.V. – Kultur & Diskurs
Kulturportal TEXTOR
GLS Bank
IBAN DE57 4306 0967 6025 3827 42

Vielen Dank!
Ihre TEXTOR-Redaktion


Per PayPal spenden →

Über uns →

TEXTOR
Brückenstr. 57
60594 Frankfurt am Main
Deutschland

E-Mail: redaktion@textor.online
Web: textor.online
Facebook
Instagram


Newsletter abmelden