Jutta Roitsch über den Zerfall des Konservatismus
Der Tag danach

Wahlstatistiker sprechen davon, dass die Entscheidung bei der Landtagswahl aus Gefühlsgründen erfolgte. Haben die Anhaltiner denn mit dem „Denkzettel“ das Denken vernachlässigt? Eine gesichert rechtsextreme Partei zu wählen, die sich ein politisches Deutschland „zurückholen“ will, das wir aus guten demokratischen Gründen überwunden zu haben glaubten, wird kein soziales Problem lösen können. Die Probleme aber, die uns dadurch entstehen werden, werden rational nicht zu lösen sein, emotional schon gar nicht. Das sollte uns zu denken geben. Jutta Roitsch aber hat sich in die Wahlprozente vertieft.


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Marko Martin über Iwan Heilbuts Exilroman „Zugvögel“
Es ist noch nicht zu Ende

Wie alle deutschstämmigen Ausländer wurde Iwan Heilbut in Frankreich bei Beginn des Zweiten Weltkriegs zum feindlichen Ausländer erklärt und interniert. Zusammen mit seiner Frau und beider Kleinkind gelang dem Journalisten und Schriftsteller die Flucht über die Pyrenäen nach Lissabon, von da 1941 in die USA. Als der Erfolgsautor der 20er- und ersten 30er-Jahre 1950 nach Berlin zurückkommt, kennt ihn niemand mehr. 1943 hatte er in New York seinen Roman Birds of Passage veröffentlicht, der jetzt mit dem Titel Zugvögel von Peter Graf herausgegeben wurde. Marko Martin schreibt über den Exilroman.


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Martin Lüdke über die Ausstellung RADIKAL. REAL in der Kunsthalle Mannheim
Reste unseres Alltagslebens

Der ‚Neue Realismus‘ der sechziger Jahre in der Kunsthalle Mannheim: Eine Schachtel Lord, gerade angebrochen, eine leere Packung Menthol-Zigaretten, dazu einiges, was auf einem gerade verlassenen Kneipentisch liegen geblieben ist, daraus hat Daniel Spoerri, noch 1968, seine Objekte gebastelt, die unter dem Titel „Radikaler Realismus“ gehandelt worden sind. Diesem Phänomen hat die Kunsthalle Mannheim jetzt eine gut bestückte, und darum hoch interessante Ausstellung gewidmet: „RADIKAL. REAL. Nouveau Realisme und die Kunst der 1960er Jahre.“ Martin Lüdke hat sie besucht.


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Andrea Pollmeier über Stella Gaitanos Roman „Eddos goldenes Lächeln“
Der Geist der Toleranz

In vielen ihrer Bücher gewährt Stella Gaitano Einblicke in die desolate Lage im Südsudan. Wegen ihrer Kritik an dem autoritären Regime musste die Menschenrechtsaktivistin 2022 das Land verlassen und lebt seither in Deutschland im Exil. Ihr 2018  erschienener Roman „Eddos goldenes Lächeln“ liegt nun in deutscher Übersetzung vor. Andrea Pollmeier ist beeindruckt von der erzählerischen Kraft der Autorin, die den Wandel in der postkolonialen Ära beschreibt und die Lage der Frauen ins Zentrum rückt. Sie dringe ins Innerste ihrer Figuren ein und mache deren Gefühle, Hoffnungen und politischen Ideale nachvollziehbar.


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Tina Zapf-Rodríguez' Ansprache zum 40. PRO-ASYL-Jubiläum
Das Recht auf Asyl ist nicht verhandelbar

Zwei Tage nach dem erschütternden Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt feierte PRO ASYL sein 40-jähriges Jubiläum. In Zeiten, in denen die Charta der Menschenrechte in immer mehr Ländern zu bloßer Makulatur verkommt, hält Stadträtin Tina Zapf-Rodríguez die Arbeit der in Frankfurt gegründeten Menschenrechtsorganisation für wichtiger denn je. In ihrer Rede im Kaisersaal des Römers würdigte sie deren europaweiten Einsatz für die Rechte schutzsuchender Menschen und die unermüdlich bezeugte Menschlichkeit und Solidarität.


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Rainer Erd über Kersten Knipps „Die zwei Leben des Arthur Rimbaud“
In Paris gescheitert

Eine der wenigen Persönlichkeiten, bei der die Annahme, das Neue komme von der Jugend, zutraf, war Arthur Rimbaud. Mit der ungestümen Ablehnung der Tradition begründete er eine neue – voller Kraft, Pathos und Feingefühl, Laster, Jähzorn und Wollust. Dazu gehörten auch die abrupte Beendigung seiner poetischen Arbeit und der Beginn eines neuen Lebens, das man nach heutigen Maßstäben nicht als vorbildlich bezeichnen würde. Kersten Knipp hat die Biographie des Kultdichters geschrieben, und Rainer Erd hat sie zu den Pariser Geschichten gerechnet.


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Ewart Reder über Armin T. Wegners „Fünf Finger über Dir“
Voll Unruhe will ich sein

Diktaturen existieren auf der Grundlage von Gewalt. Und zumeist wird diesem Volk, vorgeblich zum Wohle und im Namen des Volkes, Gewalt angetan. Die Frage nach der Vermeidung und der Notwendigkeit von Gewalt wird in den „Aufzeichnungen einer Reise durch Rußland, den Kaukasus und Persien 1927/28“ reflektiert, die jetzt als „Bekenntnisse eines Menschen in dieser Zeit“ neu aufgelegt werden: „Fünf Finger über Dir“ von Armin T. Wegner. Ewart Reder hat sie gelesen.


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Ein Gedicht von Rainer René Mueller
Herzversagen

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Empfehlung: Das Deutsches Schauspielhaus Hamburg zeigt den nächsten Antikenzyklus
Die Argonauten | Iason | Medea

Der enorme Zuspruch, der fünfteiligen Serie „ANTHROPOLIS“ ermutigte das Deutsche Schauspielhaus, zur Eröffnung der Spielzeit 2026-27 einen neuen Antikenzyklus aufzulegen. In „FREMDE SONNE. Die Argonauten. Iason. Medea.“ hat es sich dieses Mal die Ur-Geschichte imperialer und kolonialer Unternehmungen der Zivilisation vorgenommen, die Fahrt der Argonauten zur Eroberung des Goldenen Vlieses, samt seiner Konsequenz, dem Phänomen „Medea“.


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Die Frankfurter Buchmesse 2026 findet vom 7. bis zum 11. Oktober 2026 statt. Unsere Standnummer lautet: 3.0 D69.

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