Volker Breidecker liest Italo Calvino
Abenteuer eines Luftgeists

„Die Ferien sind vorbei. Der Gute Leser packt die ungelesenen Bücher wieder in den Koffer, denkt an den Herbst, den Winter, an die raschen konzentrierten Viertelstunden vor dem Einschlafen, die der Lektüre vorbehalten sind, bevor er ins Büro eilt, in der Trambahn fährt, im Wartezimmer des Zahnarztes sitzt…“, und dort, ja, da, jetzt, endlich liest er WIE EIN REISENDER IN EINER WINTERNACHT, was denn sonst, als…?! Ja, Klaro! … Italo Calvino. Der Essay von Volker Breidecker möchte Sie einführen in einen wahren Erzählkosmos voller Abenteuer aus allen geschriebenen wie ungeschriebenen Welten.


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Helmut Ortner über den Fall Sacco und Vanzetti
Im Zweifel schuldig!

Verhaftet, angeklagt, hingerichtet. Der Prozess gegen die Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti gilt als einer der unfairsten der amerikanischen Justizgeschichte. Die Beweislage, die den beiden italienischen Einwanderern die Schuld an einem Raubmord gab, war brüchig. Sie mussten sterben – trotz weltweiter Proteste. Unschuldig? Das hat viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens alarmiert. Der Richter, der Staatsanwalt, die Geschworenen und der Gouverneur aber hielten sich an ihr Vor-Urteil. Eine Erinnerung von Helmut Ortner anlässlich ihres Todestages.


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Eran Rolnik über zionistische Rettungs- und Endzeitvisionen
Wartet nicht auf die frankophone Kavallerie

Der rächende Held, der den in Not geratenen Menschen zu Hilfe eilt, kämpft nicht nur im Märchen. Der Traum vom großen Retter mit seiner Heeresmacht zieht sich durch die ganze Literatur, vor allem, wenn sie von Kriegssituationen handelt, das heißt: Armageddon mit wundersamer Befreiung. Wie aber das zionistische Israel von der klärenden Intervention einer auswärtigen Macht nicht nur träumt, sondern sie erwartet, erklärt Eran Rolnik in seiner erhellenden Analyse der israelischen Gesellschaft.


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Peter Kern über Claudia Wirsings „Anfang und Ursprung“
Das erste Knopfloch verfehlt

Das sprichwörtliche stumme Handzeichen in die eine und in die entgegengesetzte Himmelsrichtung, wenn im amerikanischen Western die übliche Frage gestellt wird: „Woher kommst du? Und wohin gehst du?“, ist im ontologischen Sinne ganz angemessen. Wenn Kant fragt: „Was kann ich wissen?“, müssen wir antworten: „Das nicht“. Das Woher und das Wohin gehört der Metaphysik, mit der sich Claudia Wirsing, Philosophin an der TU Braunschweig, in ihrer Abhandlung mit dem Titel „Anfang und Ursprung“ auseinandergesetzt hat. Peter Kern hat es einer kritischen Lektüre unterzogen.


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Marli Feldvoß im Gespräch mit Paul Schrader zu seinem Film „Der Gejagte“
Evolutionärer Anachronismus

In dem Film Der Gejagte steht ein tödlich endender Vater-Sohn-Konflikt im Mittelpunkt. Regisseur Paul Schrader versteht die Leinwandfassung von Russell Banks Roman jedoch nicht als gewalttätigen Film. Wie er 1997 im Interview mit Marli Feldvoß erklärt, interessierten ihn vielmehr die psychologischen Hintergründe. Banks sei es um den Kampf gegen männliche Gewalt gegangen, und „ich wollte die Stimme des Autors unbedingt erhalten.“ Anlässlich seines 80. Geburtstags erinnert Marli Feldvoß mit ihrem Beitrag an einen Mann, der vor vier Jahren bei den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt.


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Thomas Rothschild über Ruprecht Skasa-Weiß
Über einen Furz gestolpert

Auch in den Medien stoßen Betriebspolitik und inhaltliche Erfordernisse oft unsanft aufeinander, etwa wenn eine Zeitung, die für Freiheit und Selbstbestimmung steht, ihren Mitarbeitern, die dem Blatt diesen Ruf erworben haben, eben das nicht zugesteht. Wenn hierarchische Abhängigkeiten und rücksichtslose Machtausübung die Glaubwürdigkeit im Innern zerstört, verfällt ihr Wert in der Öffentlichkeit. Thomas Rothschild hat den Fall des kürzlich verstorbenen Journalisten Ruprecht Skasa-Weiß aufgegriffen, dessen „Weihnachtsrätsel“ verboten wurde.


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Empfehlung: Lesung und Gespräch mit Thomas Sparr im Club Voltaire Frankfurt/M
Come out

Thomas Sparr stellt sein neues Buch „Come out: Wie der Aufstand in der Christopher Street die Welt veränderte“ am 7. September im Club Voltaire vor, das sich mit dem Mythos und der Wirklichkeit des Aufstands in der Christopher Street und seinen Folgen bis heute beschäftigt. Es erzählt von der gelungenen Selbstbefreiung, die dennoch bis heute gefährdet ist. In einer Juninacht 1969 wehrten sich junge Drag Queens und People of Color im „Stonewall Inn“, einer legendären Bar in New York, gegen eine Razzia der Polizei. Heute erinnern CSDs weltweit daran.


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Empfehlung: Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle
Carrie Yamaoka

Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Yamaoka (*1957). Die Präsentation im Lichthof der Galerie der Gegenwart findet anlässlich der Auszeichnung der in New York lebenden, multidisziplinär arbeitenden Künstlerin mit dem Maria Lassnig Preis statt. In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Yamaoka für veränderliche Materialien und Oberflächen, oft kombiniert sie beispielsweise Fotografie mit Texttafeln und spiegelnden Bildträgern.


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Die Frankfurter Buchmesse 2026 findet vom 7. bis zum 11. Oktober 2026 statt. Unsere Standnummer lautet: 3.0 D69.

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