Elsemarie Maletzkes Vorwort zu ihrer Jane-Austen-Biographie
Schönheit erleuchtet diese Narren

Im Gegensatz zur literarischen Klassik, die sich der Vernunft und dem Maß verpflichtet sah, nahmen sich die Akteure der Romantik gern die Freiheit, über beides hinauszuschießen. Doch ist die strikte Trennung beider Kulturströmungen falsch. Die Romane der britischen Schriftstellerin Jane Austen etwa beziehen ihre Spannung oft aus dem Zusammenprall großer Gefühle und den unverhohlen ausgestellten ökonomischen Verwerfungen, mit denen sie nicht kompatibel sind. Elsemarie Maletzke beschreibt die Wirkung der großen romantischen Realistin zu ihrer und zu unserer Zeit.


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Andrea Pollmeier über Mirinae Lees Romandebüt
Die acht Leben der Frau Mook

Welche Gräuel Koreanerinnen während der japanischen Besatzung und des Koreakrieges erleiden mussten, ist in der westlichen Hemisphäre kaum bekannt. Mirinae Lees Romandebüt „Die acht Leben der Frau Mook“ dürfte dies ändern. Für die ebenso fesselnd wie augenöffnend erzählte Lebensgeschichte ihrer fast hundertjährigen Großtante wurde der Autorin große Anerkennung zuteil. Wie Andrea Pollmeier  attestiert, gewährt Mirinae Lee Einblicke in „von Krieg und Besatzung grausam geprägte Leben“ in denen „Lüge und Täuschung zur Überlebensstrategie gehören“.


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Ruthard Stäblein über Natur und Kunst des Südens
Elektrifizierte Lichtfülle

Die blaue Küste Frankreichs war in der 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts weithin noch zugänglich, bezaubernd und das Leben bezahlbar. Man hatte zwar Industriebauten im Rücken, aber noch nicht die destruktive Wirkung des Tourismus vor der Nase. Dass sich das grundlegend geändert hat, ist bekannt. Dennoch gibt es südprovençalische Landstriche, deren Kulturgeschichten in den herkömmlichen Urlaubsphantasien nicht vorkommen. Ruthard Stäblein hat einige ausfindig gemacht.


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Rita Schäfer über Zanele Muholis Fotografie und visueller queerer Aktivismus in Südafrika
Empowerment of Women

Die südafrikanische Fotograf:in Zanele Muholi dokumentiert in ihren Werken den Widerstand sexueller Minderheiten gegen Diskriminierung, Hass und Gewalt. Den Fokus richtet sie hierbei stets auf die Würde und Individualität der Porträtierten. Für ihr Engagement wurde sie unlängst mit dem „Hasselblad Award 2026“ – dem Literaturnobelpreis der Fotografie – ausgezeichnet. Anlässlich des Frankfurter CSD und der Pride Week im Juli macht Rita Schäfer mit den Arbeiten der Künstler:in und deren Wirkung vertraut.


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JR „La Caverne du Pont-Neuf“ hat über die Geschichte von Paris aufgeklärt
Wild wuchernde Fantasien

Die letzte Eiszeit endete vor etwa 11.700 Jahren. Dass der Künstler JR sie auf der ältesten Pariser Brücke mit enormem Aufwand noch einmal visuell beschwor, gerade als die realen Temperaturen Rekordhöhe erreichten, war nicht abzusehen, – ein Glücksfall für die Kunst. Geplant aber war die Simulation der städtischen Katakomben, in denen die Brückenbesucher tatsächlich kühl empfangen wurden. Rainer Erd hat am letzten Wochenende die Innenansicht der „Caverne du Pont-Neuf“ bewundert.


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Jutta Roitsch über eine Umfrage der Sinus-Jugendforschung
Auswandern oder kürzer duschen?

Dass ein erschreckend hoher Prozentsatz der Jugendlichen eine berufliche Karriere als Influencer anstrebt, ist nur ein auffälliger Aspekt in dem widersprüchlichen Gefüge unserer heranwachsenden Gesellschaft. Nach der jüngsten Umfrage der Sinus-Jugendforschung zeigen sich merkliche Verwerfungen in der Ausbildung sowie der Beurteilung der eigenen Zufriedenheit und Zukunftsperspektive zwischen Arm und Reich. Chancenungleichheit wird weitergegeben, berichtet Jutta Roitsch.


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Felix Philipp Ingold über Erzählkunst und Gedankenspiel
Die ganze Weisheit

Unter den Bonmots strebt der Aphorismus nach künstlerischer Gestalt. In ihm finden inhaltliche Gegensätze, elegant formulierte Bösartigkeiten oder Komplimente, Paradoxa und Wortspiele zur knappen, oft witzig-pointierten Aussage über Personen oder Sachverhalte. Felix Philipp Ingold schreibt über Aphorismen oder solche, die es gar nicht werden sollten, bei Robert Musil, Thomas Mann und Rainer Maria Rilke.


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Empfehlung: LiteraturLounge im Haus am Dom Frankfurt am Main
Monika Maron: Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig

Geistreich, hellsichtig und höchst unterhaltsam: Monika Marons jetzt erstmals veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1980 bis 2021 geben unerwartet tiefe Einblicke in das Leben einer großen Schriftstellerin. In der DDR war Monika Maron eine Gefangene von Zensur und kultureller Willkür. Als Reisende zwischen den Systemen und Kontinenten wirft Monika Maron ihren ganz eigenen Blick auf die Welt, der die Lektüre ihrer Aufzeichnungen, die von Träumen und Zweifeln, von Künstlern und Kämpfen erzählen, zu einem einzigartigen und unvergesslichen Ereignis macht. Moderation: Jürgen Kaube (FAZ)


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Frida-Kahlo-Ausstellung in der Tate Modern in London
Frida: The Making of an Icon

Am 25. Juni 2026 eröffnete die Tate Modern in London die erste große Ausstellung, die sich damit befasst, wie Frida Kahlo (1907–1954) zu einer globalen Ikone und zu einer maßgeblichen Einflussgröße für eine ganze Künstler:innengeneration wurde. Aus der Perspektive der von ihr beeinflussten Künstler:innen und anhand ihres eigenen außergewöhnlichen Werks zeichnet „Frida: The Making of an Icon“ Kahlos außergewöhnlichen Aufstieg von einer relativ unbekannten Malerin zu einem weltweiten kulturellen Phänomen nach.


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Netzwerk kulturschaffender Frauen: Frankfurter Kranz
Ein Porträt der Künstlerin Jenne Schöning

Das Frankfurter Kranz Journal ist eine Porträtgalerie im Netz, die Frauen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft sichtbar macht. Das Journal porträtiert Kolleginnen aus Literatur, Musik und Bildender Kunst, aus Architektur, Design oder Kulturmanagement, freiberuflich wie angestellt und stellt deren Projekte und Ideen der Öffentlichkeit vor. Hier das aktuelle Interview „Von der Kunst, Menschen zum Tanzen zu bringen“ mit Jenne Schöning.


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