Volker Breidecker über Schwarze Avantgarden
Der Kitsch, der Tod, die Gewalt und ihre Liebhaber

Black is Back. Vor dem Terroranschlag auf die Besucher des Berliner Christopher Street Day hatte Abdul B. vorübergehend schwarze Kluft angelegt, um in vollständiger Vermummung vor der laufenden Videokamera seines Mobiltelefons eigens einen Treueschwur auf den „Islamischen Staat“ (IS) abzulegen. Volker Breidecker geht in diesem Essay der profanen Frage nach, was den IS für frustrierte junge Männer so besonders attraktiv macht und was das alles im Zusammenspiel von Thrill, Faszination und Schrecken, von Sex, Gewalt und Horror mit Pop-Kultur zu tun hat.


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Alexandru Bulucz über Michael Krügers Segantini-Gedicht
Die Boten sind geblieben

In dem neuen Gedichtband Michael Krügers, „Die Wiedereinführung der Sanduhr“, finden sich Verse, die sich dem Werk des Malers Giovanni Segantini zuwenden, der in dem damals österreichischen Arco in Tirol zur Welt kam und mit seiner pointilistischen Maltechnik einen intensiven Realismus entwickelte. Alexandru Bulucz beschreibt, wie souverän Krüger dabei verfährt, wie er die realen und die irrealen Themenstränge miteinander komponiert – von der mystischen Naturerfahrung bis zur Aufgabe der gefiederten Boten. Boten heißen im Griechischen Angeloi. Daher kommt unser Wort Engel.


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Philipp Stadelmaier über den Film „Die Odyssee“ von Christopher Nolan
Der Bart des Odysseus

Wie Christopher Nolans ODYSSEE zeigt, lassen sich antike Mythen in erfolgreiche Blockbuster verwandeln. Philipp Stadelmaier fand sich vor der Leinwand allerdings in einer paradoxen Situation. Der Film habe ihn überwältigt, zugleich aber indifferent gelassen, ihn erobert, ohne irgendetwas in ihm zu berühren. Obgleich auf jede tolle Szene ein schlecht gefilmtes Gemetzel oder pathetischer Spruch erfolgte, kommt er zu dem Schluss: „Ich mochte den Film dennoch.“ Nicht zuletzt, weil er über die „neoreaktionär-rassistischen Anfeindungen“ von Musk, Thiel oder Yarvin einen „beruhigenden Sieg“ errungen hat.


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Rainer Erd über das traditionsreiches Pariser Kabarett „Au Lapin Agile“
Yves Mathieu verlässt das „Au Lapin Agile“ – für immer

Das „Kabarett der Mörder“ war im 19. Jahrhundert wohl allzu gewöhnlich, mit seiner Umbenennung in das „Flinke Kaninchen“ wurde es etwas Besonderes. Dieses Cabaret gehörte zu den Sehnsuchtsorten, wie man sie heute vielleicht noch auf der Opernbühne oder im modernen Märchen findet. Auf dem Montmartre gelegen, vereinte es viele gesellschaftliche Attraktionen, die die Pariser damals im Zentrum der Stadt nicht fanden. Rainer Erd schreibt über die Geschichte der „republikanischen“ Institution in Vergangenheit und Gegenwart.


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Detlef zum Winkel über die USA, den Iran und ihren Krieg
Memorandum of Misunderstanding

Bei den Auseinandersetzungen um die Straße von Hormus ist kein Ende abzusehen*. Die von Trump hochtrabend verkündeten Ziele haben sich als Makulatur entpuppt. Durch die anhaltende Treibstoffknappheit warnen Ökonomen inzwischen vor dem Kollaps der Weltwirtschaft, auch die Golfstaaten leiden unter der Ausfuhrbeschränkung, resümiert Detlef zum Winkel die gegenwärtige Lage. Umso abwegiger findet er es, dass die Merz-Regierung erneuerbaren Energien sukzessive den Rücken kehrt. Dabei beweise sich gerade, wie klug es ist, Elektromobilität und Wärmepumpen zu fördern.


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Vertonte Lyrics von IMO
The Imotions

Imogen Gleichauf, alias IMO, ist nicht nur Schlagzeugerin, sondern auch Sängerin und Komponistin. 2025 gründete die studierte Jazzmusikerin das Quartett The Imotions, mit dem sie als Frontfrau nun ihre mehrsprachigen Eigenkompositionen auf die Bühne bringt. The Imotions verbinden Modern Jazz, Funk und Pop zu einem eigenständigen, groove-orientierten Sound. Mit Gesang und Schlagzeug im Zentrum, entstehen Songs zwischen treibender Energie und intimen Momenten. Die Band spielt dynamisch und nahbar – mit klarem Fokus auf Groove, Interaktion und Ausdruck, jenseits fester Genregrenzen.


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Thomas Rothschild kommentiert Aussagen zum Wert von Kultur
Kulturförderung rentiert sich – Einschneidende Kürzungen

Es geht um die Indienstnahme all dessen, was wir unter dem Begriff Kultur zusammenfassen. Es scheint für Politiker, die ja wieder gewählt werden wollen, nicht möglich zu sein, Kultur anders als unter politischem oder pekuniärem Aspekt zu begreifen. Kulturförderung lässt sich deshalb, wie in Berlin, mit dem Zugewinn für die Stadt wertschätzen. Aber auch Symbolpolitik wie die Verleihung einer Bürgermedaille für Kultur auf Augenhöhe sieht nach Verdinglichung aus. Thomas Rothschild hat zwei Zitate bereitgestellt, die verraten, wie die unnütze Kultur genutzt wird.


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Emil Dröll über drei Darmstädter Literaten: Alex Dreppec, PH Gruner und Tom Wolff
Sprachwitz trifft auf Gegenwartsdiagnose

„Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied! Ein leidig Lied!“ schimpft Brander in Auerbachs Keller, der sich in Goethes Faust befindet. Und tatsächlich scheint ein emphatischer poetischer Anspruch mit einem emphatischen politischen Ausdrucksbedürfnis zu kollidieren. Dennoch setzt sich die Reihe der Versuche fort, beides wirkungsmächtig miteinander zu versöhnen. Drei Autoren haben sich zusammengetan, um mit Gedichten, Kurz- und andere Texten ein Buch zu füllen, das auch solche Versuche beherbergt. Emil Dröll hat es gelesen.


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Empfehlung: Ausstellung Wolfgang Rang und Maciej Rusinek in Kassel
in Bewegung – motion and beyond

Die Ausstellung „in Bewegung – motion and beyond“ vereint mit Wolfgang Rang und Maciej Rusinek zwei Künstler, die sich der Dynamik im Tanz mit verschiedenen Techniken nähern: der Malerei und der Fotografie. Und doch sind ihre Werke wesensverwandt und zeigen die Ästhetik und die dahinterliegende Dimension im Fluss der sich bewegenden Körper. Die ausgestellten Fotografien und Zeichnungen Kunstwerke überwinden den scheinbaren Kontrast der künstlerischen Medien und eröffnen eine Welt jenseits des Sichtbaren.


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Die Frankfurter Buchmesse 2026 findet vom 7. bis zum 11. Oktober 2026 statt. Unsere Standnummer lautet: 3.0 D69.

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