Volker Breidecker über die Wiederentdeckung der Schriftstellerin Elsa Asenijeff
Evoé Leben!!!

Elsa Asenijeff, Schriftstellerin, gebürtige Wienerin, Lebensgefährtin Max Klingers – eine schillernde Persönlichkeit. Alle literarischen Gattungen, Lyrik wie Prosa, Essay und Feuilleton bedienend, hinterließ sie ein überaus vielstimmiges Werk. Heute wird sie wiederentdeckt: als radikale Stimme weiblicher Autonomie, als unbehauste Exotin, als sprachmächtige Autorin, die mit poetischer Wucht Tabus brach. Ihr Werk – zwischen Jugendstil und Expressionismus – , feiert die sinnliche Liebe und fordert bis heute heraus. Eine Frau, die mit Worten und ihrem Leben Grenzen sprengte. Volker Breidecker hat sich auf die Suche gemacht.


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Martin Lüdke über Eugene O’Neill und Bonn Park im Schauspiel Frankfurt
Ein dichtes Gewebe

Was will das Theater? Was wollen wir vom Theater? Stets und immer neu: zwei Fragen; und glücklicherweise immer zwei Antworten. In Frankfurt kam der O’Neill-Klassiker „Des langen Tages Reise in die Nacht“ zur Aufführung und im Kammerspiel „Deutschlandherz“ von Bonn Park. Martin Lüdke hat beide Stücke gesehen und kommt zu der Erkenntnis, dass das aktuelle das klassische ist, das neue aber kaum mehr als Ansichtssache. Wie auch immer, das Publikum sucht die ernsthafte künstlerische Auseinandersetzung mit den Zumutungen der Gegenwart.


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Helmut Ortner über Hinrichtungen als Justizmord
Wenn der Staat tötet

Wer nur einen Moment darüber nachdenkt, weiß, dass die Todesstrafe keine Strafe ist. Und doch sind es Menschen, die das Strafbedürfnis des Staates verkörpern, vor allem, wenn es auf Menschenopfer hinausläuft. Das Wissen um diesen Widerspruch und das unbeirrbare, archaische Tötungsverlangen ziehen sich als politisch-soziale Konstruktionsfehler durch die Geschichte und führen zu grotesk-makabren Problemen wie jüngst in Tennessee. Helmut Ortner schreibt über Entwürdigung und Finanzierbarkeit durch Hinrichtungen.


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Jutta Roitsch zur neuen Runde im Pariser Kulturkampf
Ein Neuanfang

Selbstverständlich hatten Buchverlage immer ein mehr oder weniger ausgeprägtes politisches Profil. Aber erst nach dem Erstarken extremistischer Parteien finden wir das Phänomen von Übernahmen großer Verlage und politischer Instrumentalisierung durch reiche Parteigänger. Nachdem der Milliardär Vincent Bolloré den Verlag Grasset seiner Hachette Group angegliedert, dessen Chef Olivier Nora gefeuert hatte und mehr als 200 Autorinnen und Autoren deshalb den Verlag verließen, hat Oliver Nora jetzt einen eigenen Verlag gegründet. Jutta Roitsch beschreibt, was sich bewegt.


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Margarete Berghoff über „Zaide“ von Wolfgang Amadeus Mozart in der Oper Frankfurt
Keine Begnadigung

Mozarts Fragment „Zaide“ wird im Bockenheimer Depot zum Schauplatz von Gewalt und Folter. Regisseur David Hermann ergänzt das unvollendete Singspiel mit Auszügen aus „Thamos, König in Ägypten“ und setzt auf eine drastische Bildsprache. Zwischen der heiteren Musik Mozarts und den brutalen Szenen entsteht ein Spannungsfeld. Margarete Berghoff hat die Aufführung gesehen und fragt nach den Grenzen und der Wirkung von Gewalt im Theater und welche Folgen diese drastische Inszenierung auf das Publikum hat.


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Zum 80. Geburtstag von Susan Sarandon. Ein Porträt von Marli Feldvoß
Ein Bild für die Filmgeschichte

Susan Sarandon hat Frauen gespielt, die sich nicht mit den ihnen zugedachten Rollen abfinden: selbstbewusst, verletzlich, eigensinnig und immer ein wenig unbequem. Von der verführerischen Sally in „Atlantic City“ bis zur Louise in „Thelma und Louise“ und zur Schwester Helen in „Dead Man Walking“ verkörpert sie Figuren, die Widerstand leisten – gegen Männer, gegen Erwartungen und nicht zuletzt gegen die Regeln Hollywoods. Zu ihrem 80. Geburtstag erinnert Marli Feldvoß an eine Schauspielerin, die sich nie auf Männerfantasien reduzieren ließ.


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Michael Eschmann über Lukas Palamars Gedichtband „Narziss“
Ich muss nirgendwo hin

Das grundsätzliche Nichteinverstandensein macht einsam. Zugleich ist es die Ausgangsposition der poètes maudits, der verfemten Dichter, deren Randständigkeit bis heute als Markenzeichen in Anspruch genommen wird. Aber es entspricht auch einer moralischen Haltung, die wiederum verbindet. Der natürliche Ort dieser Literatur ist der Underground, auch wenn sie sich inhaltlich damit nicht einverstanden zeigt. Dort hat Michael Eschmann den „Narciss“ von Lukas Palamar gefunden und als revoltierendes Erbe gesichert.


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Mara-Johanna Kölmel und Jonas Englert über dessen neue Arbeit „CULT [Zeppelin]“
Aufgeladene Bilder. Ein Arbeitsgespräch

Dieser Text entstand im Zuge eines mehrwöchigen Austauschs von Dezember 2025 bis Januar 2026 zwischen dem Künstler Jonas Englert, zu der Zeit Stipendiat des RE-SEARCH. ZF-Forschungsstipendiums, und Mara-Johanna Kölmel, Leiterin der Abteilung Kunst im Zeppelin Museum. Es begleitet seine neue Arbeit im Rahmen der Ausstellung „Gefühlte Wahrheiten. Zeppeline und Nationalsozialismus“ in ihrem Entstehungsprozess. Das Interview versteht sich als Momentaufnahme eines offenen Denk- und Arbeitsraums.


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Empfehlung: Aileen Schneider und Barbara Englert in der Denkbar in Frankfurt
Unerhörte Frauenstimmen

Unerhörte Frauenstimmen: Gruppe 47 trifft Gegenwartskünstlerinnen. Mit ihrer poetisch-lyrischen Spoken Word Performance „Ich habe keine Schwester – wir sind alle Schwestern“ trifft Aileen Schneider auf die satirische und überspitzte Erzählung der Schriftstellerin Gisela Elsner gelesen von Barbara Englert.


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Literaturstipendien im Künstlerhaus Otto Ubbelohde „Zwei Raben"
Schnell noch bewerben!

Das ehemalige Wohn- und Atelierhaus des Malers Otto Ubbelohde* befindet sich inmitten von Wiesen am Ortsrand von Lahntal-Goßfelden ca. zehn Kilometer von Marburg an der Lahn entfernt. Umgeben von Bienen, Schafen und Alpakas finden Schriftstellerinnen und Schriftsteller hier die notwendige Ruhe, um konzentriert an ihren Projekten zu arbeiten oder sich von der Natur des Lahntales inspirieren zu lassen. Die Ausschreibung für 2027 läuft noch bis zum 30. Oktober 2026.


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Empfehlung: Textland Literaturfest 2026 – Thema Hoffnung
Textland in der Evangelischen Akademie Frankfurt

Der Auftakt des diesjährigen Textland Literaturfests findet am 30.10. bis 31.10. in der Evangelischen Akademie Frankfurt statt. Von Freitag bis Samstag Abend ergründen namhafte Autor:innen in Lesungen, Gesprächen und Diskussionen, wie sich Hoffnung ohne Realitätsbeschönigung bewahren lässt und was Literatur in einer von Gewalt, Spaltung und Verunsicherung geprägten Zeit hierzu beitragen kann. Ein Novum ist der Live-Podcast mit Hadija Haruna-Oelker, Max Czollek und Alice Hasters, die über den Zusammenhang von verdrängter Geschichte und gesellschaftlicher Gegenwart diskutieren.


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