Ria Endres über Liesl Karlstadt und ihre Verwandlungskunst
Wer A sägt, muss auch B sägen

Das Wörtlichnehmen der Sprache, die Logik des Absurden, das anarchische Zu-Ende-Denken des Alltäglichen bildeten die Basis ihrer Bühnendialoge. Man kannte und kennt Karl Valentin und Liesl Karlstadt als Paar; die Rollen – in welchen Kostümen auch immer – waren klar verteilt. Der knurrige, schrullige, bis ins Sadistische insistierende Rechthaber gegen die vernünftige, praktische, ausgleichende Partnerin. Es tun sich Abgründe auf. Ria Endres erweitert diese Abgründe, indem sie sich auf Liesl Karlstadt fokussiert.


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Isa Bickmann zur Ausstellung „Tirailleurs“ im Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Die vergessenen Soldat:innen

Ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt im Berliner Haus der Kulturen der Welt widmet sich den sogenannten Tirailleurs, jenen Personen aus afrikanischen und anderen Regionen der Welt, die als Kanonenfutter missbraucht und deren militärischer Einsatz für europäische Länder weißgewaschen und vergessen wurde. Das Ergebnis ist eine enorm vielschichtige Präsentation findet Isa Bickmann.


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Martin Lüdke über Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ am Schauspiel Frankfurt
Eine schwankende Sache

Die kriegerische Auseinandersetzung ist zu Ende, die Eheschließungen schließen sich an. Shakespeare bietet drei Varianten geplanter, hintertriebener, nicht gewollter und doch gewollter Paarungen an – Grundlage so vieler Komödien der letzten Jahrhunderte. „Viel Lärm um nichts“ wird gerne gegeben und besucht; und doch: endlich mal wieder in Frankfurt. Martin Lüdke hat die Premiere besucht und war angenehm überrascht.


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Petra Gehring über die Einheit des Zufalls und die Vielfalt der Kontingenz
Der Ohne-Sinn

Viele der Chefgötter führten den Blitz mit sich. Gewürfelt haben sie wohl kaum. Nicht um die ganzheitliche Spiritualität, sondern um die ordnungswidrige Reflexion geht es, wenn hier vom wilden Denken die Rede ist. Handelt es sich beim Zufall um eine Abweichung vom Erwartbaren, löscht die Kontingenz alle sinnhafte Ordnung. Die Philosophin Petra Gehring klärt die Begriffe.


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Jutta Roitsch über einen öffentlichen Aufruf in Frankreich
Für ein neues Jean Zay-Gesetz

Der Protest weitet sich aus. Wenn ein Plutokrat und Parteigänger der extremen Rechten beginnt, die ungeschriebenen gesellschaftlichen Regeln zu missachten, unabhängige Medien zu Propagandainstrumenten umzuformen und Verlagen die Handlungsfreiheit zu nehmen, verlassen in Frankreich Hunderte Autoren und Autorinnen ihr Stammhaus. Nun, berichtet Jutta Roitsch, kommt der Widerstand auch aus anderen europäischen Ländern.


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Thomas Rothschild über den Pfad von der Avantgarde zur Tradition und zurück nach vorne
Was Neue Musik genannt wurde

Der avantgardistische Künstler muss Bilder malen, die aus dem Rahmen fallen. Das kann er aber nur so lange, bis sich der Fall erledigt hat. Tatsächlich ist das Verhältnis der Avantgarde zum konventionellen Heer komplizierter. Denn für einen Künstler muss es im undefinierbaren Verhältnis zur Zeit, in der er lebt, um die Existenz der Kunst gehen. Und die ist nur außerhalb des konventionellen Rahmens zu haben, auch gegen alle Feinde und Freunde, – mit der Glut der Tradition. Thomas Rothschild empfiehlt, genau hinzuschauen.


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Empfehlung: Dokumentarfilm über Germaine Acogny im Murnau-Filmtheater Wiesbaden
Germaine Acogny - Die Essenz des Tanzes

Germaine Acogny ist nicht nur die „Mutter des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes“, sondern auch eine der wichtigsten künstlerischen Stimmen Afrikas. Verwurzelt in traditionellen westafrikanischen Tänzen und in Auseinandersetzung mit europäischen Tanzformen, entwickelte sie ihre ganz eigene Acogny-Technik. Der Dokumentarfilm von Greta-Marie Becker wird im Murnau-Filmtheater in Wiesbaden gezeigt.


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Empfehlung: Das 13. Literaturfestival in Hochhäusern der Stadt Frankfurt
literaTurm: OST WEST TEXT

Mittlerweile zum dreizehnten Mal veranstaltet die Stadt Frankfurt am Main von Montag, 8. bis Sonntag, 14. Juni das große Literaturfestival literaTurm. Die alle zwei Jahre stattfindende Programmreihe bietet mit einzigartigen Lesungen in Hochhäusern spektakuläre Ein- und Ausblicke. In diesem Jahr widmet sich das Literaturfestival der literarischen Verhandlung der DDR und Ostdeutschlands. Auch knapp vierzig Jahre nach der Wende haben die Ost-West-Debatten nicht an Aktualität verloren. Über fünfzig Autorinnen und Autoren werden in diesem Jahr bei literaTurm zu Gast sein.


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