Sebastian Bücker über KI-Sprachmodelle und Franz Kafka
Unsere künftigen Advokaten

Schon lange träumen Menschen davon, dass eine Maschine ihnen nicht nur die Arbeit abnimmt, sondern auch die Last des Denkens und Fühlens, wenn nicht gleich das ganze Menschsein. Doch wo Rettung naht, wächst auch die Gefahr. Noch spricht man in informierten Kreisen von der Charakterlosigkeit der KI, deren Sprachmodelle mehr zulassen, als die Polizei erlaubt, da keimt schon der begründete Verdacht, dass die Schöpfer des digitalen Kosmos ihre Intentionen mit einprogrammiert haben. Sebastian Bücker ist der Spur nachgegangen und hat erstaunliche Parallelen bei Franz Kafka gesichert.


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Marli Feldvoß sprach mit Raul Hilberg, der in diesem Jahr 100. Geburtstag hätte
Der Abgrund des Bösen

Mit seinem Hauptwerk „Die Vernichtung der europäischen Juden“ hat Raul Hilberg den Holocaust erforscht, indem er der bürokratischen Abwicklung des mörderischen Unternehmens nachging. In der NS-Verwaltung wurde jeder Vorgang dokumentiert. Bei der Sichtung und Auswertung dieser umfangreichen Akten wurden Hilberg die Strukturen der Vernichtungsmaschinerie verfolgbar, aber auch die biografischen Details und der Alltag der Akteure. 2007 ist der österreichische Historiker im amerikanischen Vermont gestorben. 1997 hat ihn, der am 2. Juni 2026 100 Jahre alt geworden wäre, Marli Feldvoß zu seiner Arbeit befragt.


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Jutta Roitsch über Hamza Abu Howidys Buch „Muscheln am Strand von Gaza“
Ein zerstörtes Land

Kriege sind keine Naturgewalten. Sie werden vorbereitet, angezettelt, erklärt oder nicht erklärt, und sie werden geführt mit dem Ziel, Leben zu vernichten und – vor allem gegenwärtig – alles andere zu zerstören. Und selbst, wenn Algorithmen-gesteuerte Drohnen die Verwüstung vornehmen, stehen dahinter Menschen, die das wollen. Die davon Betroffenen, die das nicht wollen, sind auch vor falschen Freunden nicht sicher. Hamza Abu Howidy berichtet von seinem Leben in Gaza, und Jutta Roitsch hat sein Buch gelesen.


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Andrea Richter über Rossinis Oper „Tancredi“ in Frankfurt am Main
Innenansichten einer extremistischen Bewegung

Es geschieht eher selten, dass eine Oper beim heutigen Publikum tatsächlich Tränen fließen lässt. Am Ende der Premiere von Gioachino Rossinis „Tancredi“ im Frankfurter Opernhaus war es so. Nach dem letzten, leisen Akkord herrschte erschütterte Stille, bevor der Jubelsturm losbrach. Da haben Alle alles richtiggemacht, um den wahren Grund des Musik-Theater-Schaffens zu realisieren: Das Berühren der Seele. Was nur dann klappen kann, wenn die Künstler:innen selbst bereit sind, auch emotional aufs Ganze zu gehen. Andrea Richter weiß: Sie taten es, jeder für sich und alle zusammen.


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Pariser Geschichten von Rainer Erd
Tumult im Théâtre des Champs-Élysées

Christian Geelhaar, einstiger Direktor des Kunstmuseums Basel, schrieb, dass Le sacre du printemps von Strawinsky „sans intrigue“, ohne Handlung konzipiert wurde. Die „Frühlingsweihe“ wurde vom Kostümbildner Nikolaus Roerich mit Kopien alter russischer Gewänder ausgestattet, deren „Realismus“ in scharfem Gegensatz zur innovativen Musik stand und gerade deshalb als revolutionär empfunden wurde. Die Uraufführung im Théâtre des Champs Elysées, berichtet Rainer Erd, war ein Skandal.


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Fabian Wurm über den Frankfurter Stadtteil Riedberg in der ersten Dekade nach dem Jahrtausendwechsel
Arkadien an der Autobahn

Der Bedarf an Wohnungen ist in Metropolen wie Frankfurt am Main sehr hoch. Der sogenannte freie Markt sorgt zwar nicht für Wohnmöglichkeiten, sondern treibt die Preise der vorhandenen unverhältnismäßig in die Höhe. Um Abhilfe zu schaffen, hat die Stadt im Norden schon vor Jahrzehnten ein neues Wohnviertel geplant, auch um Teilen der Universität eine Bleibe zu bieten. Fabian Wurm beschreibt die Entstehung des Stadtteils Riedberg.


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Andrea Richter über Dagmar Manzel in der Oper Frankfurt
Irgendwo gibt‘s ein kleines Stückchen Glück

Für eine grandiose Show braucht es nicht mehr als einen Koffer voller kleiner Requisiten, Tisch, Stuhl, Schreibmaschine, Instrumente und leidenschaftliche Künstler:innen. Dagmar Manzel und ihre Band sind solche und brachten, wie Andrea Richter berichtet, in der Oper Frankfurt das Publikum zum Lachen und Weinen, zum Träumen und Mitsingen und zu der Erkenntnis, dass sich das Allzu-Menschliche wohl nie ändert, egal zu welcher Zeit und in welchem Gewand es daherkommt.


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Tipps für einen Besuch rund um die Art Basel
Von Baghramian zu Frankenthaler

Man könnte natürlich die ganze Messewoche in Basel bleiben – sofern man im Umkreis der Stadt eine finanziell tragbare Schlafstätte findet. Wenn man gut zu Fuß und belastbar ist, ist das riesige Angebot auch in wenigen Tagen zu schaffen, meint Isa Bickmann, die ein paar Tipps für einen Besuch der Messen und Kunsteinrichtungen rund um die Art Basel zusammengestellt hat.


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Empfehlung: Ausstellung im Museum für Fotografie in Berlin
Neue Frau, Neues Sehen – Die Bauhaus-Fotografinnen

Herausragende Fotografinnen gibt es seit der Erfindung der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert. Viele von ihnen waren Pionierinnen auf diesem Gebiet. Sie experimentierten mit fotografischen und gestalterischen Techniken und loteten die Grenzen des neuen Mediums aus. So auch die Fotografinnen des Bauhauses. Das Spektrum ihres künstlerischen Schaffens reicht dabei von der gegenständlichen Porträt- und Architekturfotografie bis hin zur abstrakten experimentellen Fotografie.


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Empfehlung: Dokumentarfilm & Gespräch im Produktionshaus Naxos Frankfurt/M
Ein Nobody gegen Putin

Ein Russischlehrer in der Kupferminenstadt Karabasch dokumentiert heimlich, wie sich seine Schule während der Invasion in der Ukraine durch die „Neue Föderalpatriotische Bildungspolitik“ umstellt und in ein Rekrutierungszentrum für den Krieg verwandelt, und beleuchtet dabei die ethischen Dilemmata, mit denen Pädagogen inmitten von Propaganda und Militarisierung konfrontiert sind. Am 30.06.2026 um 19 Uhr im Naxos-Kino.


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