Enno Rudolph ist mit Jürgen Habermas auf der Suche nach Spuren der Vernunft
Niemand entkommt der Geschichte

Wenn wir aus der Vergangenheit nicht lernen können, wie es uns allzu oft vorkommt, dann wäre jede Geschichtsphilosophie unsinnig und das Projekt der Moderne ein Aprilscherz der Geschichte. Wenn aber über die Kommunikation mit den alten Philosophen etwas anderes möglich wäre, wie das Jürgen Habermas in seinem letzten großen Werk in den Blick nahm, wären wir längst auf dem Weg in die selbstverschuldete Mündigkeit. Enno Rudolph hat sich eingehend mit Habermas‘ Philosophiegeschichte befasst und sie kritisch kommentiert.


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Andrea Richter über Fortners „Bluthochzeit“ in der Oper Frankfurt
Alle sind Verlierer

Macht, Mord, leidende Frauen: Das ist quasi der Normalfall in der Oper und oft moralisch hinterfragbar. Nicht nur hinsichtlich der Bühnen-Handlung an sich, sondern auch ihre historischen und/oder gesellschaftlichen Zusammenhänge betreffend. Das zwingt nicht selten zu einem erheblichen Toleranz-Spagat. Nach Meinung von Andrea Richter ganz besonders im Fall von Wolfgang Fortners „Bluthochzeit“, die im Frankfurter Opernhaus ihre künstlerisch beeindruckende Erstaufführungs-Premiere erlebte, aber trotzdem ein großes Fragezeichen hinterließ.


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Jutta Roitsch zum „Regierungsprogramm“ der rechtsextremen AfD
Fragwürdige Lebensansichten

Autoritäre Regierungen – man sieht es überall in der Welt – vergreifen sich an der Kultur, um die Moderne und die zeitgenössischen Künste auszulöschen. Es werden die Standards der Vergangenheit beschworen, notfalls werden sie erfunden. Die rechtsextreme AfD beschwört eine deutsche Identität, die es ebenso nie gegeben hat, und will mit dieser Erzählung im Schulunterricht schon beginnen. Jutta Roitsch hat das „Regierungsprogramm“ dieser Partei in Sachsen-Anhalt studiert.


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Clair Lüdenbach sprach mit A.Sivanandan, dem Gründer des Institute for Race Relations
„Schwarz ist eine politische Farbe“

Seit Jahrhunderten wird Großbritannien durch seine Vielfalt der Kulturen bereichert. Auf den ersten Blick wirkt das Vereinigte Königreich wie eine perfekte multikulturelle Gesellschaft. Wie dieser Multikulturalismus als politisches Instrument kontraproduktiv wirksam wurde, hat Ambalavaner Sivanandan, der Gründer und Direktor des Institute of Race Relations in London, in einem 1989 geführten Gespräch mit Clair Lüdenbach erläutert. Fast zehn Jahre später ist der in Sri Lanka geborene und in England 2018 gestorbene tamilische Autor mit dem Commenwealth Writer’s Prize ausgezeichnet worden.


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Pariser Geschichten von Rainer Erd
Auf der Suche nach Jeanne Moreau

Man kennt Friedhöfe, deren Gräber in größeren Abständen kreuz und quer verteilt sind, dass man meinen könnte, die Insassen hätten sich schon zu Lebzeiten gemieden. Ganz anders der Pariser Friedhof Montmartre. Dort spiegeln die Gräberformationen urbane Verhältnisse, sind deformierte Pariser Wohnviertel. Dennoch lässt sich anhand der räumlichen Anordnung trefflich über die persönlichen Beziehungen der Verblichenen spekulieren, wie Rainer Erd das mit den Prominenten der Totenstadt für uns tut.


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Matthias Buth über die Quellen der Dichtung
Chinesen dichten immer – Professoren in Deutschland auch

Schon auf dem Parnass waren die Zuständigkeiten für die Dichtung divers verteilt. Fünf von neun Musen teilten sich diesen enormen Arbeitsbereich in tragische, ländliche, lyrische, Liebes- und epische Dichtung auf. Das Attribut des Lorbeerkranzes trug Klio. Die aber war für die Geschichte verpflichtet. Die Poesie entspringt vielen Quellen und wird von einfachen wie von komplizierten Menschen betrieben. Einigen Berufsgruppen entspringen indessen mehr Verse als anderen, prominent darunter, wie Matthias Buth beschreibt, – die Juristen.


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Empfehlung: Lesung mit Silke Scheuermann und Barbara Englert
Gruppe 47 trifft Gegenwartslyrikerinnen

Silke Scheuermann und Ilse Schneider-Lengyel stehen im Zentrum dieser literarischen Begegnung. In einer Wechsel-Lesung bringt Barbara Englert das Werk der lange übersehenen Ilse Schneider-Lengyel neu zur Sprache. Als Mitbegründerin der Gruppe 47 war Schneider-Lengyel einst Teil des literarischen Aufbruchs – und blieb doch im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Im direkten Wechsel treten diese Texte in einen fiktiven Dialog: Die Autorin Silke Scheuermann antwortet mit eigenen Gedichten und Prosatexten auf das Werk von Ilse Schneider-Lengyel.


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Empfehlung:Maria Lassnig und Edvard Munch in der Hamburger Kunsthalle
Malfluss = Lebensfluss

In einer großen Doppelschau führt die Hamburger Kunsthalle erstmalig Werke der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) und des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944) zusammen. Obwohl die beiden ein halbes Jahrhundert trennt, gibt es erstaunliche Parallelen, die Munchs Einfluss auf das Schaffen von Lassnig nachvollziehbar machen. Ausstellungsdauer bis 30.08.2026


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