Cornelia Wilß über eine Begegnung mit dem Autor Fiston Mwanza Mujila
Die Wahrheit liegt im Rhythmus

In seinen Texten blickt Fiston Mwanza Mujila stets auf die „alltäglichen Abgründe und Aufschwünge des Menschen“ und spürt den „Grundfragen unserer Existenz und unseres Zusammenlebens“ nach. Für die Alleinjurorin Daniela Seel entscheidender Grund, den Erich-Fried-Preis 2026 an den in Graz lebenden Schriftsteller zu vergeben. Schon für seinen Debütroman Tram 83  mehrfach ausgezeichnet, wird ihm nun im November eine der renommiertesten literarischen Auszeichnungen Österreichs zuteil. Cornelia Wilß stellt den im Kongo geborenen „literarischen Grenzüberschreiter“ vor.


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Wolfgang Rüger über Richard Brautigan und die Tochter Ianthe Brautigan
Leben und Sterben

Jenseits der weisen Sprüchen um das Leben vor und nach dem Tod kann man davon ausgehen, dass, kommt es zum Letzten, das Leid an den Weiterlebenden hängen bleibt. Im Fall des Schriftstellers Richard Brautigan, der von den Höhen des Erfolgs in die Tiefen der Nichtbeachtung versank und schließlich von eigener Hand starb, war es seine Tochter Ianthe Brautigan, die den Tod des geliebten Vaters lange nicht verwinden konnte. Wolfgang Rüger hat in ihren Erinnerungen, „Den Tod holen“ gelesen.


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Volker Breidecker über Guido Cavalcanti als mittelalterlicher Vorläufer von Bob Dylan
Der Schwierige, federleicht

Boccaccio verewigte ihn in einer Novelle des Decameron: Nicht ganz so berühmt wie sein Jugendfreund Dante Alighieri, gilt der Florentiner Guido Cavalcanti gleichwohl als Hauptvertreter des „dolce stile nuovo“, mit dem die Liebeslyrik der Troubadoure ein neues, sublimeres Niveau erlangte. Als Flüchtling vor den Bürgerkriegen in seiner Heimatstadt hatte er selbst größten persönlichen Schaden genommen und doch stets seine Haltung und Würde bewahrt. – Volker Breidecker holt den Poeten in die Gegenwart zurück.


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Rainer Erd über Karine Tuils Roman „Die Liebeshungrigen“
Der französische Präsident stürzt ab

Anders als in Deutschland, wo in solchen Fällen schnell Rechtsanwälte beschäftigt werden, gehört in Frankreich Romanliteratur, die sich, im Klartext oder verschlüsselt, lebende Zeitgenossen vornimmt, zur Klärung gesellschaftlichen Selbstverständnisses. Und es trägt obendrein zum Vergnügen des lesenden Publikums bei, prominente Persönlichkeiten in satirisch überhöhten Zusammenhängen wahrzunehmen. Für Rainer Erd sind „Die Liebeshungrigen“ von Karine Tuils Bestandteil seiner Pariser Geschichten.


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Martin Lüdke über Paul Cassirer in der Alte Nationalgalerie Berlin
Die Lokomotive am (Sieges-)Zug der modernen Malerei

Der Kaiser konnte die Bilder nicht leiden. Aber Paul Cassirer und sein Cousin Bruno Cassirer erkannten das Potential der impressionistischen Malerei, die in Frankreich seit 1874 zum Gesprächsstoff gehörten. Sie gründeten in Berlin die Kunst- und Verlagsanstalt, die bald zum Zentrum der Moderne wurde. Die Alte Nationalgalerie hat die Leistung des Kunsthändlers Paul Cassirer thematisiert und damit den Schwerpunkt auf die Geschichte der Förderung und Vermittlung von Avantgardekunst gelegt. Martin Lüdke hat die Ausstellung besucht.


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Jutta Roitsch über das „Deutsche Schulbarometer“
Grenzüberschreitend

Wenn Sportreporter angesichts zunehmender Brutalität auf dem Fußballplatz von ‚neuer Körperlichkeit‘ sprechen, auch unter Schülern Gewalt sich als Mittel der Auseinandersetzung durchsetzt und ebenso verharmlost wird, haben wir ein großes gesellschaftliches Problem. Das „Deutsche Schulbarometer 2026“ und andere Studien beschäftigen sich mit neuen Umfrageergebnissen, die mit den darauf reagierenden Schlagzeilen wenig zu tun haben. Jutta Roitsch hat sich die Analysen angesehen.


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Wolfgang Rüger über Richard Brautigan und die Tochter Ianthe Brautigan
Leben und Sterben

Die so mächtige öffentliche Meinung lässt sich selbst vom Wind treiben und weiß, woher und, vor allem, wohin er weht. So ist auch die öffentliche Würdigung eines Schriftstellers wie Jürgen Ploog ein Produkt vieler Interessen, – insbesondere, wenn sie ausbleibt. Die Fortsetzung des Gesprächs, das Jamal Tuschick mit dem Nachlassverwalter und Editor des Ploogschen Werks, Wolfgang Rüger, führte, lässt ahnen, was in Sachen Ploog bisher ignoriert wurde, was noch auf uns zukommt und welch umfassende Aufgabe die Herausgabe eines umfangreichen Nachlasses bedeutet.


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Empfehlung: Ein Dokumentarfilm von Eva Müller und Isabel Schneider
Was haben wir gelacht

In der Dokumentation blicken prägende Stimmen des deutschen Fernsehens auf die Unterhaltungslandschaft der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurück. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins erzählen von einer TV-Zeit, in der Frauen oft nur Nebenfiguren waren, als Zielscheibe von Witzen dienten oder als „nicht massentauglich“ galten. Die Dokumentation verbindet persönliche Erinnerungen mit Archivmaterial und zeichnet nach, wie stark das damalige Fernsehen gesellschaftliche Rollenbilder geprägt hat. Filmstart 16. Juli 2026.


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Empfehlung: About Bauhaus. Der Podcast
Freiheit

Im Mittelpunkt der letzten Folge dieser Staffel „About Bauhaus“ steht „Freiheit“ – ein Thema, das am Bauhaus existenziell wurde, als viele Bauhäusler:innen nach der Schließung der Schule 1933 gezwungen wurden, ins Exil zu gehen. Was bedeute Exil damals für die Bauhäusler:innen – und was bedeutet es heute? Zu Gast ist dieses Mal die Schauspielerin und Regisseurin Roxana Samadi, die in ihrem Film „Freiheit im Herzen“ die Erfahrungen der Exil-Iraner:innen eindringlich porträtiert.


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