Matthias Buth verbindet Ingeborg Bachmann und Hildegard Knef
Die beiden „die“ – Bachmann und Knef

Anlässlich ihres 100. Geburtstags ist das Augenmerk derzeit auf Ingeborg Bachmann gerichtet. 2025 galt es der Schauspielerin Hildegard Knef, die ein Jahr vor der Dichterin geboren wurde. Beide zählen heute zu den herausragenden Frauengestalten der jüngeren Vergangenheit. So verschieden ihre Charaktere und künstlerischen Ambitionen auch gewesen sind, kann Matthias Buth allerlei Ähnlichkeiten entdecken. Bachmann und Knef hätten die Grenzen der damaligen Konvention, Ästhetik und Sprache überschritten und nicht wenigen eine Projektionsfläche für das eigene Verlangen und Verlorenheitsgefühl geboten.


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Jonathan Landgrebe würdigt Jürgen Habermas' Einfluss auf den Suhrkamp Verlag
Geschäftliches, Privates und Berufliches in prästabilierter Harmonie

Wer an der gerühmten Suhrkamp-Kultur teilnehmen wollte, brauchte die Zustimmung oft nicht vom Verleger, sondern von Jürgen Habermas. Es ist erstaunlich, in welchem Maße der Verleger Siegfried Unseld die ihm wichtigen Autoren in bedeutenden Fragen zu seinem Beratergremium machte. Habermas aber übte eine das Programm prägende Funktion aus. Er gab ihm das Profil. Jonathan Landgrebe, amtierender Verleger des Hauses Suhrkamp, beschrieb in seinem Grußwort zur Gedenkstunde für Jürgen Habermas dessen entscheidende Position.


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Eran Rolnik über drei Weisen, den Juden zu denken
Der Böse, der Wahnsinnige und der Funktionelle

Antisemitismus – was ist das? Wie ist er in die Welt gekommen? Und wie kommt er wieder heraus? Nur die erste dieser Fragen ist – annäherungsweise – zu beantworten. Jude ist man nicht, zum Juden werde man gemacht, hieß es einst. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Dass es den Antisemitismus gab, bevor der Begriff dafür erfunden wurde, macht die Sache noch komplizierter, als sie ohnehin schon ist. Der Psychoanalytiker, Psychiater und Historiker Eran Rolnik unterscheidet drei Modi, in denen der Jude zum Gegenstand des Denkens wird.


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Rainer Erds Pariser Geschichten
Ruth Zylbermans Autobiografie „Rue Saint-Maur 209“

Wie so oft damals ging es um Leben und Tod. Doch die Gefahr, deren man sich über unsichere Informationen, Gerüchte und Hoffnung inne wurde, nahm erst Gestalt an, wenn es zu spät war. Ein Wohnhaus in Paris, das sich unter der Deutschen Besetzung Frankreichs der kindlichen Wahrnehmung einprägte, dann aber der Erinnerung unter der Erfahrung von Flucht und Verlust entging, gewinnt in der Autobiografie Ruth Zylbermans wieder Präsenz. Rainer Erd reiht sie in seine Pariser Geschichten ein.


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Volker Breidecker über die alte Hafenstadt Genua, ihren Sänger und das Meer
Creuza de Mä

Christoph Kolumbus, schon als Jugendlicher auf den Schiffen, war Freibeuter, Entdecker, Vizekönig der indischen Länder und vieles mehr. Wer weiß, dass er aus Genua kam, den überrascht das nicht. Das Meer hat die Stadt hervorgebracht; als Seemacht und Handelsmetropole ist sie in den Geschichtsbüchern verzeichnet. Aber Genua ist auch die Hauptstadt des Canzone, in der alte Liedtraditionen wie die der Tralaleros gepflegt werden und Lieder aus Fenstern und Gassen springen. Volker Breidecker hat die ligurische Capitale porträtiert.


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Martin Lüdke über den Künstler JR auf den Spuren von Christo & Jeanne Claude
Der Pariser Pont Neuf wurde in ein Gebirge verwandelt

Im Lateinischen heißt Brückenbauer Pontifex. Brückenumbauer könnten dann, wenn sie ihr Werk prägnant ins Bewusstsein setzen, Kardinäle sein. Zu ihnen hat sich nun der französisch/amerikanische Künstler JR gesellt, der seinen bürgerlichen Namen ebenso verhüllt wie den Pont Neuf in Paris. Die Verhüllung ist aber nicht nur eine textile Bedeckung – wie einst bei Christo und Jean-Claude – sondern selbst Kunstwerk aus eigenem Recht. Martin Lüdke beschreibt die berühmte Brücke als Eis- und Gesteinsformation sowie als begehbare Höhle. Für ihn aber nur im Katalog.


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Marli Feldvoß über Nagisa Ōshimas und seinen Film IM REICH DER SINNE
Ein dämonisches Element

Vor fünfzig Jahren machte der Film „Im Reich der Sinne“ von Regisseur Nagisa Ōshima Furore, denn darin wurde entgrenzende Sexualität thematisiert. War das Kunst, war das Pornografie? Oder gar beides? Von der Filmbewertungsstelle erhielt er seinerzeit das Prädikat „besonders wertvoll“. Wenn jetzt anlässlich des Jubiläums des Films eine neu restaurierte 4K-Version des Meisterwerks vonNagisa Ōshima in die Kinos kommt, stellt sich die Frage neu. Marli Feldvoß hat sich in ihrem Essay gründlich mit Ōshimas Sinnenreich befasst.


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Margarete Berghoff über die Ausstellung „The World Through AI“
Eine Cloud ist keine Wolke

Die Aussicht, Personalkosten zu sparen, bewirkt, dass 0 und 1 zum A und O erhoben wird und Wundergläubigkeit fröhliche Urständ feiert. Wer aber sieht, dass KI, wie fast jede technische Errungenschaft, zum Nutzen oder eben zum Schaden der Menschen verwendet werden kann, behält auch die Akteure hinter der synthetischen Enzyklopädie im Auge. Die Ausstellung „The World Through AI“ der Frankfurter Dondorf-Druckerei stellt verschiedene Aspekte der sogenannten Künstlichen Intelligenz vor. Margarete Berghoff hat sie besucht.


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Der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2026 in Klagenfurt
50 Jahre Bachmannpreis

Die Tage der deutschsprachigen Literatur finden in diesem Jahr vom 24. bis 28. Juni im ORF-Landesstudio Kärnten statt. Der Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb steht 2026 im Zeichen zweier Jubiläen: Am 25. Juni würde Ingeborg Bachmann 100 Jahre alt, und am 28. Juni wird der nach ihr benannte Preis zum 50. Mal vergeben. Die Lesungen bleiben nach der Preisverleihung im ORF-Archiv einsehbar.


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Ein Doku-Porträt der Dichterin Ingeborg Bachmann anlässlich ihres 100. Geburtstags
Dichten für die Wahrheit

Die Dokumentation erzählt, wie Ingeborg Bachmann zum Mythos wurde. Am 25. Juni 2026 feiert die literarische Welt den 100. Geburtstag der Namenspatronin eines der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Regisseurin Barbara Frank zeichnet das Porträt einer widersprüchlichen Frau die vieles war. Zu Wort kommen der Literatur-Nobelpreisträger Peter Handke, die französische Bachmann-Expertin Françoise Rétif, ihr Wegbegleiter, der Celan-Übersetzer Moshe Kahn, sowie Bachmanns Bruder Heinz Bachmann.


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