Vom Eigensinn der Sprache
Sage und schreibe

Dass es gerade die Einsilbigkeit ist, die so vielsagend wirkt, gehört zu den Paradoxien des Alltags. Tatsächlich interpretieren wir – kontextgewohnt – selbst das, was uns nicht mitgeteilt wird. Dabei hilft uns Sprachmelodie, Tempo und Rhythmus des Gesprochenen, also ein Bündel an Metainformationen, die uns oft bedeutender zu sein scheinen als die pure Mitteilung. Vor allem die poetischen Werke nutzen diesen Vorgang mit ihren spezifischen Lautkonstellationen. In seinem Essay geht Felix Philipp Ingold dem sprachlichen Überschuss nach, der die Botschaft zum ästhetischen Komplex macht.


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Betrachtungen zu György Konráds „Das Buch Kalligaro“
Die Bewegung der Feder

Verliert sich ein Roman in Reflexionen, nennt man ihn bestenfalls avantgardistisch; beschränkt er sich auf Aktivitäten in räumlicher und zeitlicher Kontinuität, entrollt er sich zum Roadreport. Die Kunst des Romanciers besteht also darin, aus der gelebten Gegenwart die Wirkkräfte der Vergangenheit wahrzunehmen, Politik und Alltag in Beziehung zu setzen sowie das Private und seine Bedingungen zu beleuchten, wie das György Konrád in seinem Buch „Das Buch Kalligaro“ getan hat. Wolfgang Kaussen hat sich eingehend damit befasst.


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Eine Betrachtung über die Kreuzinschrift I.N.R.I.
Warum Jesus?

Die Figur Jesus steht seit einigen Jahren verstärkt im Rampenlicht. Etwa durch einen Präsidenten, der sich als Erlöser inszeniert oder wie jüngst durch einen israelischen Soldaten, der eine Jesusfigur zerschlägt. Dessen Handlung hängt für Leon Joskowitz mit einem „historischen Fehlurteil“ zusammen, das „seit zwei Jahrtausenden den Antijudaismus nährt“. Die Kreuzinschrift I.N.R.I. – das lateinische Akronym für Jesus von Nazaret, König der Juden – trug seiner Ansicht nach dazu bei, „Juden symbolisch mit Schuld und Verurteilung zu verknüpfen“.


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Auszug aus BuchDany Cohn-Bendits Buch
Erinnerungen eines Vaterlandslosen

Da kommt viel zusammen. Die Erfahrungen des Krieges, der Flucht, Gefangenschaft und Verfolgung der Eltern, die ihm, Dany Cohn-Bendit mitgegeben wurden, und die eigenen Erfahrungen als Staatenloser und jüdischer Linker in so unterschiedlichen Nachkriegsstaaten Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland. Als Dany, le rouge ist er in die Weltöffentlichkeit getreten, lebt seitdem ereignisreich und hat jetzt seine Erinnerungen veröffentlich, aus denen wir einen Auszug vorstellen.


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Zwei Premieren am Schauspiel Frankfurt
Theresia Walsers „Ich bin wie ihr. Ich liebe Äpfel“ und „Buddenbrooks“ nach Thomas Mann

Die Theater machen wieder von sich reden. Zwei Premieren an zwei aufeinander folgenden Tagen in Frankfurt am Main. Am Freitag im Kammerspiel ein hübsches Kammerspiel: „Ich bin wie ihr. Ich liebe Äpfel“ von Theresia Walser. Am Samstag im Schauspiel: „Buddenbrooks“, eine grandios misslungene Adaption des Romans für die Bühne. So hat Martin Lüdke die Inszenierungen gesehen.


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Anmerkungen zur Tschechow-Inszenierung am Berliner Ensemble
Die „Drei Schwestern“ und wir

Am 31. Januar 1901 wurde unter der Regie von Konstantin Stanislawski am Moskauer Künstlertheater Anton Tschechows „Drei Schwestern“ uraufgeführt. Seitdem ist das Endzeit-Drama auf den Bühnen der Welt aktuell. In Gesellschaften mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit scheint der Ennui zeitlos zu sein. Und Tschechows künstlerisches Gespür hielt ihn so geschickt am Bühnenleben, dass er bis heute Publikum an sich bindet. Claus Leggewie hat das Stück am Berliner Ensemble gesehen.


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Autorenprotest beim Verlag Grasset
Rechtsextremer Milliardär gegen linksliberale „Kaste“

Wie so oft, wenn branchenfremde Geschäftsleute funktionierende kulturelle Einrichtungen übernehmen, gehen bei Kulturschaffenden und Intellektuellen die roten Lichter an. Der Rauswurf des Verlagschefs von Grasset, Olivier Nora, und die Kulturkampfparolen des Milliardärs Vincent Bolloré haben in Paris enorme Proteste ausgelöst. Das Umfeld des übernehmenden Unternehmers lässt Schlimmstes befürchten. Jutta Roitsch ist alarmiert.


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Laila Pakalniņas Film „Cat on My Mind“
Atmende Bilder

Das Verfahren allein ist dem lyrischen Prozess verwandt. Ein objet trouvé – ein gehörtes, gelesenes Wort oder, wie in diesem Fall, aufgefundene, fremde Fotos – löst Assoziationen aus, Ergänzungen der Phantasie, die mit literarischen Recherchen in der Vergangenheit gestützt werden, erfindet manches hinzu, um plausibel Zusammenhänge zu stiften: So entsteht ein lebendiges Kunstgebilde, das nichts anderes als eben das sein kann. Ewart Reder erzählt vom Film CAT ON MY MIND der lettischen Regisseurin Laila Pakalniņa.


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Empfehlung: Simon Ostaschenko – Ausstellung in Berlin
Russische Landschaft V

Simon Ostaschenko zeigt seine Rauminstallation „Russische Landschaft V“ zur Eröffnung des „Jüdische Kunstschule Projektraum“ in Berlin. Der neue Raum bietet Künstlerinnen und Künstler des Netzwerks Institut für Neue Soziale Plastik und Alumni der Jüdischen Kunstschule die Möglichkeit, ihre Arbeiten öffentlich zu zeigen.


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Empfehlung: Paula Modersohn-Becker. Ausstellung in Bremen
Becoming Paula

Das Paula Modersohn-Becker Museum, das zusammen mit der Paula-Modersohn-Becker-Stiftung die weltweit umfangreichste öffentliche Sammlung ihrer Werke besitzt, nimmt den 150. Geburtstag seiner Namensgeberin zum Anlass für die große Sonderausstellung „Becoming Paula. London / Berlin / Worpswede / Paris.“


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Am nächsten Freitag ist das TEXTOR-Frühlingsfest
Am nächsten Freitag ist das TEXTOR-Frühlingsfest

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