Doron Rabinovicis kleiner Versuch über die Hoffnung
Die Unverdrossenen

Das volkstümliche Lied „Hoffnung“, Mitte des 19. Jahrhunderts komponiert von Ferdinand von Hiller, beginnt mit den Zeilen: „Wenn die Hoffnung nicht wär’, / So lebt’ ich nicht mehr.“ Als Lebens- und Überlebensmittel wird die Hoffnung besungen, aber auch, mit Kant: „Alles Hoffen geht auf Glückseligkeit.“ Doch so weit ging es beim Literaturfest Textland in Frankfurt am Main, wo man sich über die Hoffnung austauschte, dann doch nicht. Der österreichische Schriftsteller und Historiker Doron Rabinovici, der dort am 30. Oktober 2026 den Impulsvortrag hielt, spürt darin der ewigen Unverdrossenheit nach.


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Wulf Noll über „English made in China” von Ouyang Jianghe
Diese Himmelsfrage, schwer von Träumen

China bringt uns enorm viel Billiges, doch was uns teuer ist, lässt es ungern aus dem Land. So ist es recht selten, dass wir Literatur aus China zu Gesicht bekommen. Und schon gar Lyrik! Ouyang Jianghe, einer der „Fünf Meister aus Sichuan“, gehört nun aber zu den bekannten Poeten des großen Reiches. Seine „langen und längeren Gedichte“ mit dem Titel „English made in China“ sind nun von Wolfgang Kubin übersetzt worden – was nicht bedeutet, dass wir sie ohne Schwierigkeiten kennenlernen könnten. Wulf Noll stellt das Buch vor.


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Andrea Pollmeier über den Roman „Unerwünschte Töchter“ von Miriam Carbe
Die Ahninnen

Vier Generationen von Frauen, geprägt von Ausgrenzung, Rassismus und gesellschaftlichen Vorurteilen: In ihrem Debütroman „Unerwünschte Töchter“ verwebt Miriam Carbe persönliche Erinnerungen mit den Tagebüchern ihrer Ahninnen zu einer bewegenden Familiengeschichte. Ein Roman über vererbte Traumata, die Macht der Vergangenheit und die erschreckende Aktualität alter Denkmuster. Andrea Pollmeier hat das Buch gelesen.


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Martin Lüdke über Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ am Schauspiel Frankfurt
Eine Heldin des Alltags

Was passiert, wenn ein Mensch alles verliert, was ihm Sicherheit gibt? Hans Falladas „Kleiner Mann – was nun?“ erzählt vom sozialen Abstieg einer jungen Familie in Zeiten der Wirtschaftskrise. Fast hundert Jahre später präsentiert Luise Voigt bravourös ihre eigene Bearbeitung von Hans Falladas großem Roman. Zwischen Tanz, Gesang und bitterer Realität entsteht ein Abend von beklemmender Aktualität. Denn die Frage, was geschieht, wenn die Sicherheit verschwindet, ist heute so brisant wie damals. Martin Lüdke hat die Aufführung im Schauspiel Frankfurt gesehen.


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Ursula Grünenwald über die Ausstellung „Hier, wo wir sind.“
Zugvögel

Wie künstlerische Interventionen die Wahrnehmung des öffentlichen Raums verändern, ist das Thema der Reihe „Hier, wo wir sind. Virtuelle Kunst um’s Eck“, die Ben Livne Weitzman zusammen mit Dalwin Kryeziu für die World Design Capital 2026 kuratierte. Insgesamt 11 Künstler:innen haben sie eingeladen, virtuelle Arbeiten in Kommunen des Main-Taunus-Kreises zu realisieren. Ursula Grünenwald beschreibt am Beispiel der Projekte von Tamara Grcic und Alona Rodeh, wie virtuelle Inszenierungen verborgene Schichten des öffentlichen Raumes offenlegen und ihn überformen.


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Eran Rolnik über Israel nach der Wahl
Diesmal müssen wir nicht nach dem Stubenmädchen rufen

Begreift sich ein Staat als exklusiv, beansprucht aber eine demokratische Verfasstheit, ist der Widerspruch offenbar. Die Knessetwahl Ende Oktober 2026 aktivierte arabische Parteien, deren Stimmen nun mit in die Waagschale fallen. Sollten sie einen Kandidaten unterstützen mit der Maßgabe, draußen vor der Tür zu bleiben? Was für eine Idee! Autokratie grenzt aus. Demokratische Prozesse sind nur bei Gleichberechtigung sinnvoll. Eran Rolnik fordert die israelische Bevölkerung dazu auf, ihr Verhältnis zu den indigenen Arabern zu ändern.


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Dacia Maraini über die Groteske mit Pasolinis Turm
Kampf um den Torre di Chia

Kulturelles Bewusstsein zeigt sich unter anderem daran, wie mit dem einzigartigen Nachlass historischer Persönlichkeiten umgegangen wird. Der italienische Staat hatte kein Interesse am Kauf von Pier Paolo Pasolinis mittelalterlichem Turm und seinem letzten Wohnhaus, die in einem landschaftlich attraktiven Gebiet im Norden Latiums stehen. Nun droht die private Initiative eines Pasolini-Anhängers, beides zum Andenken an den Dichter und Filmemacher für die Allgemeinheit zu erhalten, an einem anachronistischen Gesetzeswirrwarr und den Begehrlichkeiten von Investoren zu scheitern. Dacia Maraini protestiert dagegen.


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Empfehlung: Textland Literaturfest am 7. November im Literaturhaus Darmstadt
Hoffnung in bewegten Zeiten

Am Samstag, 7. November gastiert das Literaturfest Textland erstmals in Darmstadt. Von 15 bis 21 Uhr laden herausragende Autorinnen und Autoren dazu ein, Hoffnung in einer krisengeschüttelten Welt neu zu entdecken: als Widerstand gegen Gewalt und Verzweiflung, als ethische Haltung und als Kraft der Liebe: Mit den Autor:innen Ursula Krechel, Karosh Taha, Ilma Rakusa, Helmut Böttiger, Dana Vowinckel, Maryam Kishawarz und Daniel Schreiber sowie den Moderator:innen Leon Joskowitz, Beate Tröger, Shirin Sojitrawalla, Alexandru Bulucz und Astrid Vehstedt.


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Empfehlung: Elektroakustisches Konzert im Kunstverein Familie Montez, Frankfurt/M.
Elektroakustische Musik in Raum und Zeit

Die Elektrifizierung der Klangerzeugung hat dem vertrauten Hörbild der Instrumentalmusik eine wundersame Alternative angefügt, deren Möglichkeiten, ins Neue, Unvertraute zu geraten, gar nicht alle erforscht und genutzt werden können. Und zweifellos ist das Musik. Elektrisierende Musik. Bernd Leukert und Jan Jacob Hofmann laden Sie dazu ein, dieses Konzert im Liegen zu erleben. Gerne Iso- oder Yogamatten und Kissen mitbringen. Hocker und Stühle sind vor Ort vorhanden, für alle, die sich im Sitzen wohler fühlen.


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Empfehlung: Textland Literaturfest am 15. November in Oberursel
Hoffnung zwischen Herkunft, Widerstand und Neubeginn

Am Sonntag, 15. November gastiert das Literaturfest Textland im Kulturcafé Windrose in Oberursel – von 15 bis 21 Uhr. In Lesungen, Gesprächen und einer Spoken-Word-Performance geht es um die Suche nach Heimat, die Macht familiärer Bindungen, gesellschaftliche Härte und die Hoffnung auf morgen. Mit den Autor:innen Lena Gorelik, Shida Bazyar, Hayat Erdoğan, Luca Mael Milsch, Aileen Schneider, Hendrik Bolz und Alice Hasters sowie den Moderator:innen Miryam Schellbach, Leon Joskowitz, Antigone Akgün und Aristotelis Agridopoulos.


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