Volker Breidecker über Grete De Francescos „Die Macht des Charlatans“
Der Charlatan als Präsident

Der Wunsch als Vater des Gedankens beeinträchtigt unseren Verstand, dessen wir uns als aufgeklärte Menschen bedienen sollten. Der Scharlatan bedient diesen Wunsch so, dass die innere Warnung vor seinem Geschwätz verblasst. Grete De Francesco hat in ihrem 1937 erschienenen Buch „Die Macht des Charlatans“ diese Methode gründlich beschrieben – zu einer Zeit, als zwei bis drei größenwahnsinnige Scharlatane ganze Völker um den Verstand gebracht hatten. Volker Breidecker klärt über die Autorin und ihr Buch auf.


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Ingrid Mylo hat zwei Bücher über das Trauern gelesen
Siri Hustvedt, Tove Ditlevsen und das Leben nach dem Wir

Wer einen Menschen verliert, mit dem er glaubte, sein ganzes Leben zu verbringen, dem fehlt plötzlich ein Teil seines Selbsts. Er fühlt sich in seiner Identität beschädigt. Dass der Tod ein Skandal ist, leuchtet jedem ein, der ein andauerndes Leben lebt. Das kann man alles wissen; und dennoch ist es kaum möglich, sich in die trostlose Situation eines Trauernden einzufinden, es sei denn, man befände sich in ähnlicher Lage. Ingrid Mylo hat sich der Bücher zweier Autorinnen angenommen, die mit dem Tod konfrontiert wurden.


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Martin Lüdke war im Museum Frieder Burda in Baden-Baden
Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus

Die Malerei, die die Wirklichkeit erfassen wollte, war für viele Künstler mit der Erfindung der Fotografie zu Ende. Dass der Fotograf den Künstler nicht ersetzen konnte, war er nicht selbst Künstler, ergab die Begrenztheit der lichtbildnerischen Möglichkeiten. Die beeindruckende Gestaltung der Realität blieb damals noch das Privileg der Maler. Mit dem Aufkommen des Fotorealismus scheint sich die Lücke zu schließen. Die Ausstellung „Wettstreit mit der Wirklichkeit. 60 Jahre Fotorealismus“ in Baden-Baden zeigt das effektvoll. Martin Lüdke hat sie gesehen.


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Matthias Buth über Ruth Hoffmanns „Raubzug von rechts“
Auch Staaten haben Seele

Der französische Komponist Luc Ferrari hat einmal Reinheit als rassistisches Konzept bezeichnet. Daran erinnern die sprachlichen Differenzierungen, wenn es den Deutschen um das Deutsche geht. Wer ist Volkszugehöriger, wer -angehöriger? Wie deutsch ist der Deutsche? Wir sehen, dass die extreme Rechte nach den Begriffen unserer gesellschaftlichen Werte greift, um sie gegen die liberalen Deutschen umzudeuten. „Raubzug von rechts“ ist ein Buch, das diesen Vorgang aufschlüsselt. Dessen Autorin Ruth Hoffmann hält uns den Spiegel vor, schreibt Matthias Buth.


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Shirin Kumm trauert um Karl Schupp
Chronik der Trauer

Die Sehnsucht ist etwas, was einen am Leben hält, sagt die Autorin Shirin Kumm und schreibt über den Weg der Trauer. Es ist nicht das Gehen, das schmerzt – nicht das Sterben selbst –, sondern das Zurückbleiben, das Weiterleben in einer Welt, die plötzlich leer geworden ist. Wer das schon einmal erfahren hat, versteht diese Last. Dennoch, das Leben wird nach uns greifen und Goethe recht geben: „ … was wir lieben, ist geblieben, bleibt in Ewigkeit“.


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Pariser Geschichten von Rainer Erd
In der „Cité Véron“ leben die Fünfzigerjahre wieder auf

Der Genius loci ist vermutlich ein ferner Verwandter eines animistischen Geisterclans. Nach Geburt, Leben und Tod nachmalig berühmter Menschen oder anderen gedenkenswerten Ereignissen verharrt er ortsgebunden im nimbischen System. Und obwohl manchmal keine sichtbaren Spuren dessen mehr existieren, woran sich die Phantasie entzünden könnte, wirkt der pure Grund und Boden als touristischer Magnet. Ganz anders die Cité Véron in Paris, von der Rainer Erd erzählt.


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Rolf Schönlau über Gustav Klimts Bildnis des Fräulein Lieser
Durch die Hintertür als echt beglaubigt

Am 22. Februar 2024 kündigte das Wiener Auktionshaus „im Kinsky“ eine „grandiose Wiederentdeckung“ für die Versteigerung drei Tage später an. Es handelte sich um das Bildnis des Fräulein Lieser, gemalt von Gustav Klimt. Nicht nur dieses Bild hat seine geheimnisvolle Geschichte; auch die Umstände seiner Entstehung sowie die Identität der Porträtierten geben Rätsel auf, die sich wohl nie so ganz aufklären lassen. Rolf Schönlau berichtet von Fräulein Lieser in Öl.


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Meryl Streep im Gespräch mit Marli Feldvoß zu „The Devil wears Prada“
Die Frau als Vorgesetzte und Neinsagerin

Je simpler die Geschlechterrollen definiert werden, desto aussichtsloser gestaltet sich die Emanzipation beider: der Frauen und der Männer. Für die künstlerische Arbeit ist das ein bekanntes Motiv, im Film, so oder so, ein Dauerthema. David Frankels „Der Teufel trägt Prada“ hatte 2006, also 20 Jahre vor dessen zweiten Teil, mit der nicht ganz einfachen Spiegelung der geschlechtlichen Machtverhältnisse viel Beachtung erfahren. Mit Meryl Streep, der Protagonistin des Films sprach damals in Venedig Marli Feldvoß.


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Empfehlung: Buchpräsentation in Frankfurt
Ruth Zylberman und Ela zum Winkel im Gespräch

Ein Pariser Wohnhaus und seine Geschichten: „Was ist hinter der Tapete“, fragte Georges Perec in seinem Buch über das Infra-Gewöhnliche. Die gleiche Frage stellte sich auch Ruth Zylberman, als sie in ihrem vielfach prämierten Dokumentarfilm Les enfants du 209 rue Saint-Maur, Paris Xe (2018) den Mikrokosmos eines Pariser Mietshauses unter der deutschen Besatzung rekonstruierte. In Frankfurt spricht sie mit der Übersetzerin Ela zum Winkel im Rahmen einer zweisprachigen Lesung und Diskussion über das Buch, das 2025 auch auf Deutsch erschienen ist.


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Empfehlung: Lesung mit Silke Scheuermann und Barbara Englert
Gruppe 47 trifft Gegenwartslyrikerinnen

Silke Scheuermann und Ilse Schneider-Lengyel stehen im Zentrum dieser literarischen Begegnung. In einer Wechsel-Lesung bringt Barbara Englert das Werk der lange übersehenen Ilse Schneider-Lengyel neu zur Sprache. Als Mitbegründerin der Gruppe 47 war Schneider-Lengyel einst Teil des literarischen Aufbruchs – und blieb doch im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Im direkten Wechsel treten diese Texte in einen fiktiven Dialog: Die Autorin Silke Scheuermann antwortet mit eigenen Gedichten und Prosatexten auf das Werk von Ilse Schneider-Lengyel.


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