Volker Breidecker erinnert an den G8-Gipfel von Genua vor 25 Jahren
Ragazzi dell’Europa

Italien hat ein massives Gewaltproblem: Femizide geraten zur virilen Seuche, kaltblütig exekutierte Selbstjustiz wird von namhaften Politikern der Rechten gefeiert, exzessive, zuletzt tödliche Polizeigewalt von denselben Politikern gerechtfertigt, während ein neuer ultrarechter Shooting-Star KI-generierte Hinrichtungsphantasien verbreitet. – Wie an einen traumatischen Wendepunkt des Landes erinnerte sich die italienische Zivilgesellschaft in diesen Tagen an eine gespenstische, blutig verlaufene politische Veranstaltung vor genau 25 Jahren, im Jahr 1 der Ära des Trump-Vorläufers Berlusconi. Volker Breidecker war damals Zaungast.


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Helmut Ortner über den Erfolg der AfD und das Beschweigen der Wirklichkeit
Gefährliche Ignoranz

Warum nur erinnern die Reaktionen auf das Vorgehen der AfD an Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“? Darin heißt es: „Aber die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand.“ Sie steht aber im 100-Tage-Sofortprogramm der völkischen Partei. Und nach den 100 Tagen wird die Auflösung demokratischer Grundsätze weitergehen. Helmut Ortner weist darauf hin, dass die AfD in Sachsen-Anhalt erstmals an die Regierung kommen kann. Was sie plant, verändert nicht nur das Bundesland.


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Ulrich Breth zu Timofej Kuljabins „Der Meister und Margarita“ am Schauspiel Frankfurt
Welche Farbe?

Auf den Bildern des Mittelalters, der Renaissance und des Barock ist der Teufel mit einer geradezu grotesken Hässlichkeit geschlagen. In Goethes Faust ist er ein eleganter, gewitzter Herr mit ausgezeichneten Umgangsformen. Diesen Typus hat auch Bulgakow in seinen Roman „Der Meister und Margarita“ geholt, der Regisseur Timofej Kuljabin aber hat ihn aus der Bühnenfassung wieder herausgeholt. Ulrich Breth antwortet auf eine Rezension Martin Lüdkes, die TEXTOR in Februar dieses Jahres veröffentlichte.


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Philipp Mosetters Rundgang um die Frankfurter KunstSäule „Köpfe“
220 Köpfe – 220 Gedanken

Die Frankfurter KunstSäule haben Andrea Ludwig und Charlotte Schröner mit den unterschiedlichsten Köpfen bestückt. Nach eingehender Beschäftigung mit der Bilderserie kommt Philipp Mosetter zu dem Schluss, dass das mimische Potenzial des Gesichts den Worten weit überlegen ist. Unter dem Titel „220 Köpfe – 220 Gedanken“ machte der Autor und Kabarettist unlängst mit der Eigentümlichkeit des Kopfes vertraut, nach außen ein Gesicht und im Inneren unzählige Gedanken zu besitzen. Die können sich nur durch Mimik oder Sprache äußern, wie er überaus amüsant mit Beispielen aus der Literatur belegte.


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Thomas Meinecke würdigt Barbara Vinken anlässlich ihrer Abschiedsvorlesung an der LMU München
Barbara Vinken hat eine Nachricht geschickt

Die Autorin und Modetheoretikerin Barbara Vinken sorgt mit ihrer Definition von Weiblichkeit immer wieder für Aufmerksamkeit. An der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hatte sie bis Mitte Juli eine Professur für Allgemeine Literaturwissenschaft und Romanistik inne. Anlässlich ihrer Abschiedsvorlesung hielt der Autor Thomas Meinecke die Laudatio auf eine Frau, die ihn beim Schreiben hinsichtlich Geschlechterrollen stark inspirierte. Er rekapitulierte den Einfluss von Barbara Vinkens Feminismusbegriff auf seine Bücher und die langjährige Zusammenarbeit mit ihr.


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Eran Rolnik zur Frage, warum Israel den armenischen Genozid erst jetzt anerkennt
Die Logik der Borderline-Diplomatie

Es hat zu lange gedauert, um nicht zu überraschen. Israel erkennt endlich den Völkermord an den Armeniern an. Die Armenier hätten diese Anerkennung vor einem Jahrhundert verdient. Sie erhalten sie heute nicht, weil sich die historische Wahrheit endlich durchgesetzt hätte, sondern weil sie für einen kurzen Moment politisch nützlich wurde – eine weitere Wahrheit, ausgesprochen als Lüge von einer verantwortungslosen Regierung Benjamin Netanjahus, erklärt Eran Rolnik.


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Empfehlung: Mariuccia-Secol-Retrospektive im Museum Susch, Schweiz
Mariuccia Secol: Unraveling

Unraveling ist die erste grosse institutionelle Retrospektive der vielseitigen italienischen Künstlerin und Aktivistin Mariuccia Secol (geb. 1929 in Castellanza, Varese) gewidmet und umfasst über siebzig Jahre ihres künstlerischen Schaffens. Sie bietet einen umfassenden Einblick in ein Werk, das radikalen Feminismus, gesellschaftliche Kritik und historische Wiederaneignung miteinander verbindet. Kuratiert von Monika Branicka und Eva Brioschi. Zu sehen bis zum 1.11.2026.


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Matthias Buth über Jens Spahn im Spiegel Rimbauds
Ein anderer sein – ein anderes Ich

Weil der Mensch sich aus genetischem Erbe, Imitation, Anpassung, Erkenntnis, Verletzung und Enttäuschung zusammensetzt, gestaltet sich die Suche nach dem Ich zuweilen schwierig. Und es ist ein Unterschied, ob der Mensch ohnehin ein anderer ist oder ob er ständig ein anderer sein will. Arthur Rimbaud und Jens Spahn – diese Verbindung fällt einem nicht gleich ein. Matthias Buth sieht bei beiden die Ich-Verlorenheit, auf die jeder Mensch zurückblicken kann, wenn er sich gefunden und gefangen hat.


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Neue Gedichte von
Michael Krüger

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Frankfurter Buchmesse 2026 findet vom 7. bis zum 11. Oktober 2026 statt. Unsere Standnummer lautet: 3.0 D69.

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