Wir freuen uns über Ihren/euren Besuch auf der Frankfurter Buchmesse vom 7. bis 11. Oktober 2026: Halle 3.0 Stand D 69.

Andrea Pollmeier über den Roman von Radka Denemarková „Schokoladenblut“
Die Wahrheit lauert im Schatten

Radka Denemarková ist im Umfeld widerständig denkender Autoren in der Zeit des Prager Frühlings aufgewachsen. Nach der Niederschlagung der Revolution versteckte ihr Vater die Bücher bedeutender, später verbotener Schriftsteller in seiner Privatbibliothek. Dort hat die „Schwalbe von Prag“ – wie sich Denemarková selber nennt – ihren politischen Blick geschult und ihr literarisches Gespür entfaltet. Sie zählt heute zu den bedeutendsten Autorinnen Tschechiens und wird die Eröffnungsrede auf der Buchmesse 2026 halten. Ihrem Roman „Schokoladenblut“ wünscht Andrea Pollmeier breite Wahrnehmung.


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Martin Lüdke über Ulrich Rasches Inzenierung von Kleists „Prinz von Homburg“ am Düsseldorfer Schauspielhaus
Ein Traum, was sonst

Die preußischen Herrscher wollten von dem Stück, das Kleist ihnen zur Widmung antrug, nichts wissen. Die Größe, die der Kurfürst bei Kleist demonstriert, nämlich Gnade vor Recht ergehen zu lassen, die ging ihnen damals ab. Kleist hat die Uraufführung seines Stückes nicht mehr erlebt. Und den Triumphzug über die deutschen Bühnen bis heute hatte er sich wohl nicht einmal träumen lassen. Der Regisseur Ulrich Rasche hat am Düsseldorfer Schauspielhaus eine Deutung vorgelegt, die man keineswegs unterschreiben muss. Aber seine Inszenierung ist buchstäblich umwerfend. Eine Reise wert, meint Martin Lüdke.


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Felix Philipp Ingold über Paul Valéry in seinen Briefen
„ … als wäre er ein Anderer … ”

Paul Valéry gilt nicht nur für uns Deutsche als hermetisch in seinen Gedichten und mit seiner Überbetonung des Rationalen als sperrig in seinen Essays und Erzählungen. Um den Zugang zu dem französischen Denker zu ebnen, wird daher die Lektüre seiner Briefe empfohlen. 1954 erschienen die (inzwischen nur noch antiquarisch erhältlichen) Briefe Paul Valérys im Insel-Verlag (Zweigstelle Wiesbaden), ins Deutsche übertragen von Wolfgang A. Peters, bei denen nicht sicher ist, ob es sich dabei um die vollständige Ausgabe der „Lettres à quelques-uns“ handelt. Felix Philipp Ingold ist nun auf die französische Erstveröffentlichung gestoßen.


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Daniel Rotstein über Kai Witzlack-Makarevichs Buch „Havel fehlt uns“
Terrae incognitae

Tschechien ist unser Nachbar und doch vielen Deutschen erstaunlich fremd. Zum Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse lohnt sich deshalb, über die Literatur das Land besser kennenzulernen. „Havel fehlt uns“ von Kai Witzlack-Makarevich wirft einen kundigen Blick auf die Geschichte, die Gesellschaft und die Selbstbilder des Landes. Daniel Rotstein hat es gelesen und sich mitnehmen lassen auf eine Reise, um dieses Land zu entdecken – eine Reise durch die tschechische Geschichte, von Kafka und Kundera über die deutsche Besatzung bis zu Babiš, Bier und Eishockey. 


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Beate Trögers Laudatio zum Licher Literaturpreise an Jan Snela
„Schön ist das! Oh, so schön!“

Es ist die barocke Mischform, in der sich, wie auch im japanischen Haibun, unterschiedliche Textsorten wie Prosa und Lyrik zusammenfinden, die das Buch charakterisiert, – wobei die Lyrik im zurückhaltenden Gewand des japanischen Haiku erscheint. Der Dialog mit einem Mäusepaar lässt aber viel anderes, wie zoologische Beobachtungen oder etymologische Betrachtungen ein. Der in München geborene, in Tübingen und Stuttgart lebende Autor Jan Snela hat einen höchst ungewöhnlichen Roman geschrieben. In ihrer Laudatio auf den Preisträger des Licher Literaturpreises 2026 hat Beate Tröger das Wesentliche zusammengefasst.


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Wolfgang Bock über Tove Ditlevsens Kopenhagen-Trilogie
Autofiktion und Lebenswille

Schreiben oder zugrunde gehen : Tove Ditlevsens „Kopenhagen-Trilogie“ Kindheit, Jugend und Abhängigkeit ist Autofiktion und Realität. Es entsteht das Porträt einer Frau, für die Schreiben nicht bloß Beruf, sondern eine Form des Überlebens ist und die sich gegen Armut, Abhängigkeit und gesellschaftliche Grenzen eine eigene Existenz erschreibt. Die Autorin zeichnet das Bild einer selbstbestimmten Frau, die ihr Leben nach eigenen Maßstäben gestaltete. Wolfgang Bock hat das Buch „bewohnt“ und wollte nicht mehr aufhören zu lesen.


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Detlef zum Winkel über Gianna Nanninis Jubiläumskonzert in Berlin
Anche tu?

50 Jahre nach ihrem Debüt zeigt Gianna Nannini in Berlin, warum ihre Musik nichts von ihrer Wucht verloren hat. Die italienische Sängerin und Songschreiberin rockt die Waldbühne und stellt nebenbei die Frage: Was haben Männer, Marmorstatuen und eine KI gemeinsam? Gianna Nannini liefert eine mögliche Antwort: zu viel Fassade, zu wenig Gefühl. Ihr Konzert wird zum wilden Ritt durch Liebe, Sehnsucht, Erinnerungen – und die verpassten Chancen der Männer. Detlef zum Winkel war dabei.


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Doron Rabinovici über das Vorgehen der israelischen Regierung im Westjordanland und die Folgen
Da ist ein Riss

Ein Ende des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und Palästina scheint weiter entfernt denn je. Aufgrund der sich immer mehr verhärtenden Fronten beobachtet Doron Rabinovici ein Schwinden der Unterscheidung zwischen Staat und Regierung. Letztere bezeugt seinem Urteil nach mit dem Vorgehen im Westjordanland eine rechtsextreme Haltung, die weltweit eine Welle antisemitischer Attacken und Attentate entfacht. Zu seinem Bedauern werden dadurch all jene übersehen, die sich weiterhin für ein demokratisches Israel und eine Lösung zwischen beiden Völkern engagieren.


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Wolfgang Rüger über den Verleger und Autor Michael Kellner
Die Liebe zur Poesie

Dass der Mensch nicht allein vom Brot lebt, sondern von jedem Wort, das zwischen zwei Buchdeckeln Platz findet, hat sich im „Big Business“ noch nicht herumgesprochen. Doch wo eine stetige Monopolisierung der kommerziell orientierten Kultur stattfindet, die statt des Ersehnten das Erwartete anbietet, wächst auch immer eine Gegenkultur, aus der etwa Verlagsneugründungen hervorgehen. Vor einem halben Jahrhundert begann so Michael Kellner, in Kassel Bücher der untergründigen Szene zu veröffentlichen. Wolfgang Rüger gratuliert dem Verleger.


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Empfehlung: Die 78. Frankfurter Buchmesse mit Gastland Tschechien
Frankfurter Buchmesse vom 7.-11. Oktober 2026

Die 78. Frankfurter Buchmesse bringt die internationale Buch- und Medienwelt nach Frankfurt. Mit einem neu geordneten Hallenkonzept, klar profilierten Bühnen, starken internationalen Stimmen sowie breitem Raum für Fachprogramm und Publikum stellt sich die Messe in den Dienst der Vermittlung. Durch Rechtehandel, Übersetzungen, Audioformate, Film und Games, und nicht zuletzt durch die persönliche Begegnung zwischen Autor:innen und ihrem Publikum, finden Geschichten den Weg zu ihren Leser:innen.


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Textland im Zentrum Wort auf der Buchmesse
Von Chișinău nach Kapstadt – Lyrik und ihre Übersetzung

Textland – das ist ein Ort für Texte, ebenso wie für KonTexte und Diskurse: Barbara Englert und Stephan Wolf-Schönburg geben einen kurzen philosophischen Einblick in das Motto des diesjährigen Textland Literaturfests „Hoffnung“, das vom 31.10. bis 28.11.2026 in Frankfurt Rhein-Main stattfinden wird. Die Lyriker und Übersetzer und langjährigen Textland-Begleiter Paul-Henri Campbell und Alexandru Bulucz sprechen darüber, wie ihre Übersetzertätigkeit aus dem Englischen (Koleka Putuma) resp. dem Rumänischen (Moni Stănilă) die eigene Dichtung befruchtet.


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Litprom auf der Frankfurter Buchmesse 2026
Litprom – Promoting Global Stories

Seit 1984 ist Litprom (jetzt: Litprom – Promoting Global Stories, eine Initiative der Frankfurter Buchmesse) Anlaufstelle für die Förderung von Übersetzungen belletristischer Werke aus Afrika, Asien, Lateinamerika, der arabischen Welt, Israel und der Türkei ins Deutsche. Das Programm soll den literarischen Kulturaustausch anregen und stärken. Hier das reichhaltige Veranstaltungsprogramm auf der Frankfurter Buchmesse.


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